Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  2. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  3. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  4. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  5. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  6. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  7. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  8. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  9. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  10. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  11. Eine katholische Fake-Priesterin möchte das Töten kleiner Kinder
  12. Wir machen da was mit Medien
  13. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  14. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  15. Blutiger Anschlag auf orthodoxe Kirche in Jordanien – Mindestens sechs Tote bei Trauerfeier

150 Parlamentarier sorgen sich um Bluttest auf Down-Syndrom

24. März 2015 in Deutschland, 9 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Parlamentarier aus allen Fraktion befürchten steigenden Druck, Trisomie 21-Kinder abzutreiben – Hüppe: „Die Praxis, dass Kinder mit Behinderung unter der medizinischen Indikation bis zur Geburt abgetrieben werden, hat mit Inklusion nichts zu tun.“


Berlin (kath.net/idea) Der Bluttest zur vorgeburtlichen Feststellung des Down-Syndroms (Trisomie 21) bereitet 150 Abgeordneten aus allen vier Fraktionen im Deutschen Bundestag Sorgen: Sie haben eine 18 Fragen umfassende „Kleine Anfrage“ an die Bundesregierung gestellt. Hintergrund sind die Beratungen des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen über eine Erprobung des Bluttests. Ergebnis könnte seine Aufnahme in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen sein. Dann würden sie die Kosten erstatten. Aktuell wird diese Blutuntersuchung auf freiwilliger Basis durchgeführt. Der Preis liegt bei mindestens 485 Euro. Die Abgeordneten befürchten, dass die Möglichkeit, sehr früh und „risikoarm“ zu testen, auch die gesellschaftliche Erwartung erzeugen könnte, dieses Angebot zu nutzen. Damit erhöhe sich der Druck, ein „perfektes“ Kind zu gebären. Eltern könnten bei einer Entscheidung für ein behindertes Kind künftig immer mehr in Erklärungsnot geraten. Verwiesen wird auf Dänemark. Dort werde der Bluttest seit 2005 allen Schwangeren angeboten. Seitdem habe sich die Zahl der mit Down-Syndrom geborenen Kinder halbiert. Die Abgeordneten wollen unter anderem wissen, wie sich die Zahl der mit Trisomie 21 lebend geborenen Kinder in Deutschland während der vergangenen 15 Jahre entwickelt hat und worin der medizinische Zweck der Blutuntersuchung bestehe. Nach eigenen Angaben handelt es sich seit der Deutschen Einheit 1990 um die erste Kleine Anfrage, die von allen Bundestagsfraktionen getragen wird.


Hüppe: Gesellschaftliche Diskussion ist notwendig

Eingebracht wurde sie auch von dem stellvertretenden Vorsitzenden der „Christdemokraten für das Leben“ (CDL), dem Bundestagsabgeordneten Hubert Hüppe (CDU). Er sagte der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, dass die vorgeburtliche Blutuntersuchung als Kassenleistung nicht mit den Bemühungen um eine inklusive Gesellschaft zusammenpasse: „Die Praxis, dass Kinder mit Behinderung unter der medizinischen Indikation bis zur Geburt abgetrieben werden, hat mit Inklusion nichts zu tun.“

Weiter fragt Hüppe: „Welchen Sinn hat eine von der Mitgliederschaft der Krankenkassen finanzierte Diagnose, die keinen therapeutischen Nutzen hat? Ist es die Aufgabe der Krankenkassen, die Abtreibung von behinderten Kindern zu fördern?“ Es sei die schlimmste Diskriminierung überhaupt, dass von der Norm abweichende Kinder getötet werden. Schon jetzt finde bei über 90 Prozent der identifizierten Kinder mit Down-Syndrom eine Abtreibung statt. Ein weiterer Anstieg sei zu befürchten, wenn der Bluttest zur Kassenleistung werde. Bislang habe es über dieses Thema keine gesellschaftliche Diskussion gegeben. Diese wolle man mit der Kleinen Anfrage anstoßen.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sagte gegenüber idea zu der Diskussion um den Bluttest: „Der medizinische Fortschritt stellt uns immer wieder vor ethische Herausforderungen. Ich glaube, wir müssen aufpassen, dass wir nicht denken, wir könnten auf Erkenntnis einfach verzichten, weil es leichter ist, mit Nichtwissen umzugehen als mit Wissen.“

Trotzdem müsse man sich mit Risiken einer „erweiterten Erkenntnismöglichkeit“ sehr intensiv beschäftigen. Die Gefahr einer Selektion menschlichen Lebens müsse sehr ernst genommen werden. Gröhe: „Die Frage, wie wir Menschen ethisch befähigen oder ihnen in Konflikten helfen, mit solchem Mehrwissen über den Gesundheitszustand eines ungeborenen Kindes umzugehen, ist eine große Herausforderung.“

kath.net-Interview: Mutter über ihr Trisomie 21-Kind: 'Ich bin so stolz auf ihn!'

Gigi - der fröhliche Botschafter für Trisomie 21 (Down-Syndrom)



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Abtreibung

  1. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  2. Englische Lebensschützerin Vaughan-Spruce plädiert ‚nicht schuldig‘ bei Anklage wegen stillen Gebets
  3. 100. Stadt in den USA verbietet Abtreibungen
  4. US-Demokraten planen Abtreibung bis zur Geburt bei Wahlsieg im November
  5. USA: Frauen klagen Planned Parenthood wegen Druck in Richtung Abtreibung
  6. ‚Man kann nicht ‚Black Lives Matter‘ sagen, wenn das Leben schwarzer Babys nicht zählt‘
  7. US-Lebensschützer ändern Wortwahl nicht: Abtreibung ist Tötung eines Ungeborenen
  8. Argentinien tritt Lebensschutz-Koalition bei
  9. SPÖ-Ministerinnen fordern ‚Schutzzonen‘ um Abtreibungskliniken
  10. US-Senat bestätigt Todd Blanche als Justizminister – Pläne gegen Versandhandel mit Abtreibungspillen







Top-15

meist-gelesen

  1. „Der Kurierfahrer steuerte die falsche Tür an und landete versehentlich in der Kathedrale“
  2. Fatima-Tag in Berlin
  3. Lucky Luke wird in Jubiläums-Comic zum Heiligen
  4. Die Liebe als Mitte des Glaubens: Das Gebot, das den ganzen Menschen umfasst
  5. Auf den Spuren des Hl. Paulus - Mit Michael Hesemann nach Griechenland
  6. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  7. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  8. Impuls für Körper und Geist: Kirchensportler empfehlen das Jesus-Gebet
  9. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  10. Im Licht der Liebe
  11. Gott inmitten von Töpfen und Geschirr
  12. Künstlerin Akiane Kramarik erzählt von Vision des Himmels in ihrer Kindheit
  13. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  14. Bravo! Erbprinz Alois legt Veto gegen Abtreibungsgesetz in Liechtenstein ein
  15. Eine katholische Fake-Priesterin möchte das Töten kleiner Kinder

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz