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Bischof: In Syrien ereignet sich ein zweiter Genozid

1. März 2015 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Vorwurf an westliche Politiker: Untätigkeit angesichts eines Völkermordes in Syrien.


Jerusalem (kath.net/ KNA)
Der syrisch-orthodoxe Patriarchalvikar für Jerusalem und Jordanien, Bischof Severios Malke Mourad, hat westlichen Politikern Untätigkeit beim Schutz der syrischen Christen vorgeworfen. 100 Jahre nach dem Genozid an armenischen und assyrischen Christen im ottomanischen Reich werde in Syrien ein zweiter Genozid an syrischen Christen verübt, sagte der aus Nordsyrien stammende Geistliche, dessen Geschwister in der umkämpften Region Al-Hasake leben, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Freitag in Jerusalem.

Nach seinen Informationen seien bei den jüngsten Angriffen der Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) auf nordsyrische christliche Dörfer zwischen drei- und vierhundert Christen entführt worden. Insbesondere das christliche Dorf Tell Tamer sei wegen seiner Grenznähe von strategischer Bedeutung für die IS-Terroristen, da es ihnen die Waffenzufuhr über die Türkei ermögliche. Auch im Irak seien die syrischen Christen von der Vertreibung und Verfolgung durch die Islamisten betroffen.


Obwohl im Gegensatz zum Genozid von 1915 die ganze Welt über die Geschehnisse in Syrien informiert sei, verfolge der Westen seine eigenen Interessen und tue wenig zum Schutz der betroffenen Christen, so Severios. Er kritisierte, dass sich westliche Politiker gegen das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad stellten, während die syrischen Christen hinter Assad stünden. Dies bringe die Christen in eine schwierige Lage «zwischen allen Stühlen». Während in den von der Regierung kontrollierten Gebieten die christlichen Stätten weiterhin intakt seien, komme es in Rebellengebieten zu schweren Zerstörungen.

Von den im April 2013 in Syrien entführten Bischöfen, dem griechisch-orthdoxen Erzbischof Boulos Yazigi und dem syrischen Metropoliten Mar Gregorios Youhanna Ibrahim, fehlt nach Aussage von Bischof Severios weiterhin jede Spur. Man habe weder Lösegeldforderungen erhalten noch sonst Informationen über das Schicksal der beiden Geistlichen.

(C) 2015 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Jegliche mediale Nutzung und Weiterleitung nur im Rahmen schriftlicher Vereinbarungen mit KNA erlaubt.


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Lesermeinungen

 MariaAnna 2. März 2015 
 

Arabisches Geld

Der Westen schaut erstens aus Gleichgültigkeit zu, da die eigene Bevölkerung weitgehend säkularisiert ist, sich eher um das Wohlergehen der Moslems kümmert, da man keineswegs als Rassist bezeichnet werden möchte. Und zweitens schweigen unsere Politiker wohl aufgrund der wachsenden wirtschaftlichen Verflechtung mit arabischen Ländern (große Aktienpakete der DAX-Unternehmen sind inzwischen im Besitz arabischer Staatsfonds), deren Regierungen mit Sicherheit Druck ausüben, die Christenverfolgungen stillschweigend zu übersehen.


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