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Beleuchtungsstop beim Kölner Dom war ‚alberner Symbolaktionismus‘

9. Jänner 2015 in Kommentar, 84 Lesermeinungen
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„Christ in der Gegenwart“ geißelt die Beteiligung von Bischöfen und Landesbischöfen an der „uniformistischen“ Hysterie gegen „Demonstranten der sogenannten Patrioten Europas“ und an Pauschalunterstellungen von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.


Freiburg (kath.net) Bischöfe und Landesbischöfe beteiligten sich „uniformistisch an der von den Medien ebenso einförmig geschürten Hysterie gegen die im Grunde wenigen Demonstranten der sogenannten Patrioten Europas gegen die Islamisierung des Abendlandes“ [Pegida]. „Den vielen schweigenden Bürgerinnen und Bürgern, die sehr differenziert, aber mit nachdenklicher realpolitischer Wachheit sehen, was weltweit als Gewalt-Islamisierung abläuft und welches Potenzial an Dschihadismus bei uns längst untergetaucht ist und Fuß gefasst hat, wird indirekt kirchlich und medial pauschal gleich mit unterstellt, fremdenfeindlich, rassistisch, ja geradezu der Antichrist in Person zu sein.“ Dies stellte Johannes Röser, vieljähriger Chefredakteur der katholischen reformorientierten Zeitschrift „Christ in der Gegenwart“ (CiG), jüngst in einem Beitrag fest.

Der Journalist kritisierte eigens: „Mit einem perfiden semantischen Betrug werden jene, die sehr wohl einen friedliebenden Islam von einem Gewaltislam zu unterscheiden wissen, aber die Tatsachen erkennen, begrifflich zu ‚Islamfeinden‘ gestempelt.“ Derzeit wirke „ein auf sich stolzer kritischer Journalismus, der sich pluralistisch und alles andere als geistig gleichgeschaltet wähnt“, bei diesem brisanten Thema „über weite Strecken allerdings eigenartig undifferenziert, polemisch, flach, populistisch - jedenfalls wenig analytisch hintergründig, wie es ihn sonst in diesem Land eigentlich auszeichnet.“


Der CiG-Chefredakteur bemerkte weiter: „Nur sehr wenige Kritische wagten mehr Nachdenklichkeit, darunter stets unbequeme Querdenker wie Henryk M. Broder oder Heiner Geißler. Denn bei der weltrevolutionären Strömung des islamisierenden ‚Gotteskriegertums‘ handelt es sich nun einmal um ein Phänomen, das geistig inzwischen alles andere als nur ein Randphänomen der islamischen Welt des 21. Jahrhunderts ist.“

Dass am vergangenen Montag während einer Pegida-Demonstration die Außenbeleuchtung des Kölner Domes bewusst ausgeschaltet worden war, bezeichnete Röser als „albernen Symbol‚aktionismus‘“. Er kritisierte weiter, dass man mit „wohlfeilen amtskirchlichen Worten über Menschen“ herfalle, „die sich berechtigte Sorgen machen“. Stattdessen, so schlug er vor, „sollten sich Kirchenführer und Laien für eine aktive Flüchtlingspolitik sowie eine entsprechende Bewusstseinsbildung einsetzen“.

Wie „könnte das christliche Abendland sich positiv und progressiv solidarisch mit den verfolgten Christen und offen für die verfolgten Christen des Orients beweisen?“, fragte Röser und kritisierte, dass es bisher weder das Zentralkomitee der deutschen Katholiken noch der Evangelische Kirchentag - „abgesehen von schwächlichen, unbeachteten Stellungnahmen“ - geschafft hätten, eine „öffentlich bedeutsame ökumenische Solidaritätskundgebung von Rang mit Rednern von Rang in einer Metropole von Rang zugunsten der von radikalen Muslimen verfolgten Glaubensgeschwister zustande zu bringen“. Röser erinnerte eigens: „Nicht einmal ein Theologenmemorandum gibt es zu dieser brennenden Frage.“

„Statt mit lächerlichen Sophistereien in den Medien herumzuräsonieren, ob das christliche Abendland das christliche Abendland sei, sollte sich das Abendland als christlich erweisen.“ Für Röser heißt dies konkret, „in einer europäisch-amerikanisch abgestimmten konzertierten Aktion die aus ihrer Heimat in den islamischen Herrschaftsgebieten vertriebenen Christen aus dem Elend und der Perspektivlosigkeit der Flüchtlingslager und Flüchtlingszonen herausholen und ihnen im gesamten Abendland Europa wie in der Neuen Welt eine Bleibe verschaffen“. Hier könnte sich Deutschland „als besonders gastfreundliches Land für die verfolgten Christen erweisen, damit das orientalische Christentum nicht untergeht, sondern sich weiterentwickeln kann“.

Link zum „Christ in der Gegenwart“-Beitrag: Johannes Röser: „Operation Jesus“.

Kurzvideo: Der Kölner Dom macht als Protest gegen Pegida und Kögida das Licht aus



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