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Papstgesandter im Irak sieht Grund für Militärhilfe

15. August 2014 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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«Es ist klar, dass bei so vielen hilfsbedürftigen Menschen die Soldaten für deren Schutz nicht mehr ausreichen», sagte Vatikandiplomat Filoni. Der politischen Führung in der Kurdenregion fehlten «die Mittel, um ihr Land, ihr Volk zu verteidigen».


Vatikanstadt (kath.net/KNA) Der päpstliche Sondergesandte für den Irak, Kardinal Fernando Filoni, sieht Militärhilfe zugunsten der Flüchtlinge und der sie beherbergenden Kurden als berechtigt an. «Es ist klar, dass bei so vielen hilfsbedürftigen Menschen die Soldaten für deren Schutz nicht mehr ausreichen», sagte der Vatikandiplomat, der sich derzeit im nordirakischen Erbil aufhält, am Donnerstag dem Sender Radio Vatikan. Der politischen Führung in der Kurdenregion fehlten «die Mittel, um ihr Land, ihr Volk zu verteidigen». Daher bäten sie nicht nur um Unterstützung in Form von Luftbrücken, sondern auch «unter politischen und militärischen Gesichtspunkten». Filoni war am Dienstag im Auftrag von Papst Franziskus in die Konfliktregion gereist und hält sich nach einem Zwischenstopp in Amman inzwischen in Erbil auf. Dort traf er nach eigenen Angaben am Donnerstagmorgen mit dem Präsidenten der autonomen Kurdenregion zusammen, Masud Barzani. Dieser sei zum Widerstand gegen die Miliz «Islamischer Staat» (IS) entschlossen, sagte Filoni. «Sie werden ihr Land bis zum Ende verteidigen und mit ihm auch alle Christen und Minderheiten, die sich dort aufhalten.»


Nach Angaben Filonis halten sich in der Region um Erbil und weiter nördlich rund 160.000 Flüchtlinge der christlichen und anderen Minderheiten auf, die von den vorrückenden IS-Kämpfern vertrieben wurden. Allein in kirchlichen Gebäuden in Erbil seien Tausende untergebracht, so im Haus des Bischofs, dessen Garten, der Kirche und in katholischen Schulen. «Die Organisation scheint mir gut zu laufen», sagte der Kardinal. Er sehe große Hilfsbereitschaft vonseiten der Bevölkerung und der Kurdenführung. Zugleich sprach er von einer «äußerst schwierigen, schrecklichen Situation».

Der Präfekt der Missionskongregation Filoni diente von 2001 bis 2006 als Vatikanbotschafter in Bagdad. Er zählt zu den besten Kennern des Landes in der römischen Kirchenzentrale. Während des US-Feldzugs im Irak 2003 blieb er als einziger westlicher Diplomat in Bagdad. Am Sonntag war Filoni mit Papst Franziskus zusammengetroffen, um Anweisungen für die Reise entgegenzunehmen.

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