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Warum erscheint das geistliche Tagebuch Johannes‘ XXIII. nicht mehr?

2. Mai 2014 in Kommentar, keine Lesermeinung
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Kardinal Marx bezeichnete das Geistliche Tagebuch des jetzt heiligen Papstes als „wichtigen Impulsgeber“ für seine eigene Berufung zum Priester. Ein Gastkommentar von Michael Schneider-Flagmeyer


Bonn (kath.net/Blog Forum Deutscher Katholiken) Die Katholische Nachrichten Agentur KNA berichtete, wie der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, die Heiligsprechung der beiden Päpste Johannes XXIII. und Johannes Paul II. würdigte, kath.net hat berichtet.

In seiner Würdigung des heiligen Konzilspapstes Johannes XXIII. erinnerte Marx an das geistliche Tagebuch des Heiligen und bezeichnete dieses als „wichtigen Impulsgeber“ für seine eigene Berufung zum Priester.

Dem Autor liegt das „Geistliche Tagebuch“ in der Auflage von 1964 vor. Nach Auskunft des Herder-Verlages erfolgten 11 Auflagen und dann verschwand es in der Versenkung. Der Herder-Verlag hat es nicht wieder aufgelegt. Nach einem Gespräch mit dem sehr freundlichen Herrn Carl des Herder-Verlages war zu erfahren, dass zu den entscheidenden Daten der Seligsprechung, dem 50. Todestag und auch zur Heiligsprechung keine Neuauflage geplant war und auch in naher Zukunft nicht geplant sei.

Auf meine Frage nach dem Grund war mein Gesprächspartner ein wenig verlegen, deutete aber an, dass die im Geistlichen Tagebuch vertretene Spiritualität möglicherweise heute nicht mehr so gut verstanden würde. Und hier liegt des Pudels Kern.

Herr Carl versprach aber liebenswürdig, meine Anregung zur Neuauflage im Verlag weiterzugeben und neu zu diskutieren. Ich erinnerte ihn daran, dass der Herder-Verlag ja in der Zwischenzeit dankenswerterweise durchaus auch andere spirituell sehr anspruchsvolle Bücher wie den „Liber vitae meritorum“ der heiligen Kirchenlehrerin Hildegard von Bingen unter dem Titel „Der Mensch in der Verantwortung“ in seiner Reihe Herder Spektrum in einer guten Übersetzung herausgegeben hatte.


Warum erschien und erscheint das Geistliche Tagebuch des heiligen Johannes XXIII. nicht mehr?

Die Beantwortung der Frage erscheint mir sehr einfach: Das Geistliche Tagebuch zeigt Angelo Giuseppe Roncalli, den Priester, den Bischof und Nuntius, den Patriarchen von Venedig und den seit Sonntag dem 27.4.14 heiligen Papst der Kirche so, wie er wirklich war und nicht so, wie man den Aggiornamento-Papst in falschem Verständnis des Begriffs „aggiornamento“ als Vertreter eines Gespenstes namens „Geist des Konzils“ in zahlreichen Publikationen in der Nachfolge und Nicht-Rezeption des Konzils und seiner Texte sehen wollte.

Johannes XXIII. wie er wirklich war, passte einfach nicht mehr in das Bild, das die meisten Nachkonzilstheologen von ihm und seinen Absichten mit dem Konzil zeichneten. Sie wollten nicht die Kirche und ihre Botschaft sehen, wie sie der Papst sah. Unter „aggiornamento“ verstand Papst Johannes die Öffnung der Kirchentüren zur Welt , um ihr Christus und sein Evangelium unverkürzt und unverfälscht zu bringen, während sich der größte Teil der Theologen anschickte, die Tore der Kirche zu öffnen, damit die „Welt“ (Paulus) dort einziehen und die Selbstsäkularisierung ihren Verlauf nehmen konnte.

Das geistliche Tagebuch Johannes XXIII. zeigt in wunderbarer Weise, wie Angelo Roncalli in seiner persönlichen Christusbeziehung, in seinem unbegrenzten Vertrauen in den Gekreuzigten und Auferstandenen, in seiner tiefe Kreuzesmystik und seiner unerschütterlichen Liebe zur Muttergottes ständig wuchs.

Seine Mariengebete lassen uns so klar erkennen, dass für ihn eine Erneuerung der Kirche und eine Neuevangelisation ohne die Gottesmutter undenkbar war. Er überließ sich uneingeschränkt und mit grenzenlosem Vertrauen dem Geist Christi. Er gab sich dem, der heilig ist und uns zur Heiligkeit ruft und so ließ er sich er sich von Gott heiligen, der allein uns heilig machen kann. So erfuhr er, wer er war. „Ich komme auch nicht in Versuchung, eitel oder selbstgefällig zu werden. `Dieses wenige, was ich von mir weiß, genügt, um mich zu schämen.‘ Welch schöner Ausspruch, den Manzoni Kardinal Federico in den Mund legt.“

Und weiter schreibt er: „Im begonnenen 80. Lebensjahr ist nur eines wichtig: mich zu demütigen, mich im Herrn verlieren und in zuversichtlicher Erwartung seiner Barmherzigkeit verharren, dass er mir die Pforte zum ewigen Leben öffne. Jesus, Joseph, Maria, im Frieden mit euch hauche ich meine Seele aus.“

Sollte man wirklich bei Herder der Meinung sein, dass diese Spiritualität dem modernen Menschen nichts mehr zu sagen hat, so halten wir das doch für einen großen Irrtum.

Die Menschen lechzen nach dem Brot des Lebens, wie es dieser heilige Hirte seiner Kirche gibt und nicht nach den Steinen einer nur psychologisch und soziologisch ausgerichteten Theologie und nach den Strukturen einer in der Erstarrung versunkenen Kirchenbürokratie, die selbst allzu viele Nachfolger der Apostel zu Funktionären macht.

Das geistliche Tagebuch des heiligen Johannes XXIII. weist einen exemplarischen Weg zur Heiligkeit, auf dem uns die leuchtende Wahrheit Christi frei macht. So können wir mit dem heiligen Johannes XXIII. das Leben in Fülle haben und müssen nicht unter Mangel leiden.

Wir bitten den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, den hochwürdigsten Herrn Kardinal Marx herzlich, seinen Einfluss beim Herder-Verlag geltend zu machen, damit einer der größten geistlichen Wegweiser des 20. Jahrhunderts, das geistliche Tagebuch Johannes XXIII., wieder in der unverkürzten Auflage von 1964 erscheinen kann.

Johannes XXIII. Dokumentation von Marco Roncalli (Großneffe des Papstes) - Sehenswert!




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