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Patriarch: Islamisten verübten in Maalula Kriegsverbrechen

24. April 2014 in Chronik, 5 Lesermeinungen
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Gregorios III. von Antiochien: "Kriminelle Gleichgültigkeit des Westens, der unter dem falschen Vorwand, die Demokratie zu verteidigen, weiterhin dieses Schauspiel der Zerstörung unterstützt"


Beirut-Berlin (kath.net/KAP) Die Verwüstung der überwiegend von Christen bewohnten syrischen Stadt Maalula und seiner historischen Kirchen durch Islamisten, die die Stadt besetzt gehalten hatten, wertet der melkitische Patriarch von Antiochien, Gregorios III. Laham, als "ein echtes Kriegsverbrechen". Regierungstruppen hatten die Stadt 60 Kilometer nordöstlich von Damaskus vor Ostern zurückerobert. Der libanesischen Tageszeitung "L'Orient le Jour" (Donnerstag) sagte Laham, für den Vandalismus der Islamisten gebe es keine militärische Rechtfertigung.

Zugleich kritisierte der Kirchenvertreter eine "kriminelle Gleichgültigkeit" des Westens, der "unter dem falschen Vorwand, die Demokratie zu verteidigen, weiterhin dieses Schauspiel der Zerstörung unterstützt".

Der griechisch-katholische Patriarch hatte sich vergangene Woche zusammen mit dem griechisch-orthodoxen Patriarchen von Antiochien, Johannes X. Yazigi, sowie Vertretern der syrisch-katholischen, syrisch-orthodoxen und armenisch-orthodoxen Christen in das Dorf begeben, das seit Monaten wiederholt in Gefechte zwischen Regierungstruppen und Kämpfern der Al Kaida nahestehenden Rebellengruppe Jabhatal-Nusra (Nusra-Front) geriet.

Alle vier historischen Kirchen des Dorfes seien betroffen, sagte Gregorios III. der Zeitung. "Uns bot sich ein Bild der Apokalypse. Andere Kirchen sind in Syrien zerstört worden, aber so etwas habe ich noch nie gesehen", so der Patriarch. Er erinnerte daran, dass von sechs entführten Dorfbewohnern ebenso jede Spur fehle wie von den beiden in Syrien entführten orthodoxen Bischöfen.

Das strategisch wichtig gelegene Christendorf Maalula westlich der syrischen Hauptstadt Damaskus ist mit seinen frühchristlichen Kirchen und Höhlenklöstern traditionell ein bedeutender Pilgerort. Das Dorf mit rund 2.000 Einwohnern ist einer der wenigen Orte, an dem noch Aramäisch gesprochen wird, die Sprache Jesu.


"Alles steht auf dem Spiel"

Viele Christen in Syrien setzen unterdessen ihre Hoffnungen auf Präsident Basharal-Assad, sagte der Direktor des "Christlichen Hilfsbundes im Orient" (Bad Homburg), Andreas Baumann, der deutschen evangelischen Nachrichtenagentur "idea" (Mittwoch). Zwar sei in der Vergangenheit unter Assad längst nicht alles gut in dem diktatorisch regierten Land gewesen, doch er habe der christlichen Minderheit Religionsfreiheit garantiert, sagte Baumann unter Berufung auf Äußerungen von Mitarbeitern christlicher Partnerorganisationen in Syrien. "Einheimische Gläubige sagen uns: Wir hatten Freiheit und Sicherheit. Heute steht alles auf dem Spiel."

Viele Christen hätten das Land verlassen, und die übrigen fürchteten um ihr Leben. Schätzungen gehen davon aus, dass eine halbe Million Christen ins Ausland geflohen sind. Etliche der christlichen Armenier hätten in Armenien Schutz gesucht, so Baumann. Das Land habe sich bereit erklärt, alle Landsleute aus Syrien aufzunehmen.

Im Blick auf Maalula sagte Baumann, er beurteile Assads Osterbesuch in der christlichen Stadt Maalula skeptisch. "Diese Bilder vom Besuch des Präsidenten bei den Christen in Maalula sind für das Regime sehr wertvoll und werden von der Staatspropaganada ausgeschlachtet. Assad zeigt sich als Beschützer religiöser Minderheiten." Deren Schutz sei zwar eine gute Sache. Doch vor allem gehe es darum, die Christen zu benutzen, um die eigene Macht zu festigen.

Am 3. Juni finden in Syrien Wahlen statt. Baumann zufolge gibt es auch Christen, die sich eine Zukunft mit Assad nicht vorstellen könnten. Dazu zählten diejenigen, die sich der Forderung des Regimes widersetzt hatten, zu den Waffen zu greifen, um ihre Freiheit gegenüber den muslimischen Rebellen zu verteidigen.

"Einige Christen lehnen es bewusst ab, sich selbst zu bewaffnen und so Teil des Bürgerkriegs zu werden", berichtete der NGO-Leiter. Nach seinen Worten brauchen die im Land verbliebenen Christen dringend Unterstützung aus dem Ausland - vor allem, um die vielen Flüchtlinge versorgen zu können, die in Syrien geblieben sind: "Noch können wir garantieren, dass unsere Hilfe wirklich ankommt."

Assad verspricht, die Kirchen zu verteidigen

Maalula war von Rebellen, darunter Kämpfern der Terrororganisation Al Kaida nahestehenden Nusra-Front, 2013 mehrmals wochenlang besetzt worden. Eine Woche vor Ostern wurde der Ort von Regierungstruppen eingenommen.

Bei seinem Besuch versprach Assad, die Christen zu verteidigen und ihre Kirchen zu beschützen. Sie gehörten zum kulturellen Erbe des Landes, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Sana den Präsidenten.

Assad ließ sich unter anderem die Schäden am griechisch-orthodoxen Thekla-Kloster zeigen. "Maalula wird standhaft bleiben im Angesicht der Barbarei all jener, die gegen unsere Heimat vorgehen", sagte er dem staatlichen Fernsehen. Assad wünschte den Christen ein "glückliches Osterfest".

Osterbotschaft des Patriarchen

Der griechisch-orthodoxe Patriarch Johannes X. Yazigi appellierte in seiner Osterbotschaft an die Bürgerkriegsparteien, Einschüchterung, Vertreibung und Extremismus zu beenden. Die Christen in Syrien beugten sich nicht vor Extremisten, die "unsere Leute und heiligen Orte" angreifen.

Der Bischof der syrisch-orthodoxen Kirche im Libanon, George Saliba (Beirut), ist davon überzeugt, dass Christen in Syrien keine Zukunft mehr haben, wenn Assad die Macht verlieren sollte: "Mit Assad leben wir besser." Saliba hatte die Christen in Syrien wiederholt aufgefordert, im Land zu bleiben: "Dort sind unsere Wurzeln."

Doch gerade Christen werden in den letzten Monaten verstärkt von radikal-islamischen Rebellen angegriffen, die sie als Ungläubige betrachten und der Unterstützung der Assad-Regierung verdächtigen. In dem seit drei Jahren andauernden Konflikt sind mehr 100.000 Menschen ums Leben gekommen. Von den 21 Millionen Einwohnern Syriens waren vor dem Bürgerkrieg 90 Prozent Muslime und 6,3 Prozent Christen, davon jeweils drei Prozent Katholiken und Orthodoxe sowie kleine Gruppen von Protestanten. Die übrige Bevölkerung bestand aus Nichtreligiösen oder Anhängern anderer Religionen.

Is the language of Jesus Christ endangered? - Maalula vor fünf Jahren in Friedenszeiten


Copyright 2014 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.


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Lesermeinungen

 Richelius 26. April 2014 
 

@ Hans1: Die Situation für Christen in den islamischen Ländern ist unterschiedlich und nicht überall schlecht. (Sie wird aber schlechter, besonders dort wo "Diktatoren" zugunsten von "Demokratien" gestürzt wurden.) Sie ist auch nicht zwangsläufig für alle christlichen Gemeinschaften in einem Lande gleich. Man muß auch unterscheiden zwischen der Meinung des Staates, der Bevölkerung und etwaigen muslimischen Fanatikern, die teilweise aus anderen Ländern (z.B.: Saudi-Arabien) kommen, um die Christen aus dem Nahen Osten zu vertreiben.
@ Topgun: Bitte Vorsicht mit der Bezeichnung "Faschist". Der Begriff ist mittlerweile ein Totschlagargument, dem praktisch jede inhaltliche Bedeutung abhanden gekommen ist. Als "Faschismus" kann man zu Recht nur das System Mussolinis in Italien bezeichnen.


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 Hans1 25. April 2014 
 

Der Appell von Papst Franziskus, ...

... den Christen in den islamischen Ländern Religionsfreiheit zu gewährleisten (seine demütige Bitte aus evangelli gaudium), wird offenbar weiterhin nur von Syriens Präsident Assad befolgt. In allen anderen über 50 islamischen Ländern hingegen nicht.
Warum sollen wir wünschen, dass Assad den Bürgerkrieg verliert?


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 Topgun 25. April 2014 
 

Volle Unterstützung für Assad!
Die "Opposition" die mittlerweile nur noch noch aus ausländischen faschisti- schen Islamisten besteht- haben den Bürgerkrieg begonnen, sie sind für Zerstörung, Mord, Vertreibung, Vergewal- tigung und Verfolgung von Christen und
Alawiten verantwortlich. Legt endlich die Waffen nieder, ihr Mörder ...!!!


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 Gipsy 25. April 2014 

Ein Hilferuf

der in Europa im Nirwana der anderen Empfindlchkeiten verschwindet.


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 Stefan Fleischer 24. April 2014 

Allen Weltverbesserer ins Stammbuch:

Einen schlechten Zustand bekämpfen
heist noch lange nicht
einen besseren herbei führen.


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