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Wusste der Papst um Missverständlichkeit des Scalfari-Interviews?

4. November 2013 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
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Italienischer Journalist Antonio Socci: Papst Franziskus sei sich bewusst gewesen, dass sein Interview (eigentlich ein informelles Gespräch) mit dem italienischen Journalisten Scalfari missverstanden werden könnte und habe Maßnahmen dagegen ergriffen


Vatikan (kath.net/CNA) Papst Franziskus sei sich bewusst gewesen, dass sein Interview mit dem italienischen Journalisten Eugenio Scalfari missverstanden werden könnte (besonders seine Aussagen über das Gewissen) und er habe Maßnahmen dagegen ergriffen. Dies schrieb der Katholik und Journalist Antonio Socci Ende Oktober in der italienischen Tageszeitung „Libero“. Darüber berichtete die „Catholic News Agency“. Deshalb sei der Pressesprecher des Vatikans, Pater Federico Lombardi, zu dem Hinweis aufgefordert worden, dass der Interviewtext von Papst Franziskus nicht gegengelesen worden und dass der Text nach einem informellen Gespräch nachträglich niedergeschrieben worden war. Lombardi hatte dann auch darauf hingewiesen, dass dieses Interview nicht Teil des Lehramtes von Papst Franziskus sei.


Nichtsdestotrotz hatte dann die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ das Interview in voller Länge übernommen, ebenso wurde der Text auf der Vatikan-Homepage zwischen den Papstreden veröffentlicht.

Socci behauptete nun in seinem Beitrag, dass Papst Franziskus die Veröffentlichung des Interviews im „Osservatore Romano“ „bedauere“ und sich Anfang Oktober während seines Aufenthaltes in Assisi beim Chefredakteur Gian Maria Vian beschwert habe.

Auf einem Video des Vatikanischen Fernsehens sei zu sehen, dass Papst Franziskus auf dem Weg zum Grab des hl. Franz von Assisi Vian begegne und etwa eine Minute mit ihm spräche. Nach Socci sei dies wahrscheinlich der Moment gewesen, in welchem sich der Papst beschwert habe. Da die Hintergrundgeräusche zu laut waren, sei es allerdings unmöglich, Teile dieser Unterhaltung zu verstehen. Doch zwei Personen seien nah genug gewesen, um die Worte hören zu können, nämlich der Journalist Aldo Cazzullo und der Vizedirektor des Vatikanischen Presseamtes, Pater Ciro Benedettini. Socci selbst sagte in seinem Artikel, dass er aus „zwei verschiedenen Quellen über das Bedauern des Papstes“ informiert worden sei, allerdings nannte er keine Namen.

Socci äußerte in seinem Beitrag auch, dass er Kritiker an den Aussagen von Papst Franziskus als heuchlerisch einstufe. „Glauben Sie denn wirklich, dass Papst Franziskus denkt, jedermann könne seine eigene Vorstellung von gut und böse haben und dadurch seine Handlungen rechtfertigen?“ Oder dass es Papst Franziskus ernsthaft als Unsinn einstufen wolle, wenn jemand an Gott glaube oder wenn er missioniere? Gemäß Socci bewiesen die Lehren von Papst Franziskus über Korruption, Beichte, die Gefahr des Teufels, dass die Standpunkte von Papst Franziskus orthodox seien und dass er die Lehre und Dogmen der Kirche nicht verwässere.


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Lesermeinungen

 Nummer 10 5. November 2013 

Sehr guter Artikel!

Danke an kath.net! Halleluja!


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 Christiane W. 4. November 2013 

Das einzig Richtige wäre

dann auch eine offizielle Korrektur, als da wäre, die Scalfari-Prosa aus der homepage des Hl. Stuhls, wo sie unter "Papstansprachen" veröffentlicht ist, zu entfernen.
http://www.vatican.va/holy_father/francesco/speeches/2013/october/documents/papa-francesco_20131002_intervista-scalfari_ge.html


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 Suarez 4. November 2013 

In unseren medial stets aufgeregten Zeiten

ist es manchmal wirklich sinnvoller, zu schweigen und nicht sofort zu versuchen, etwas wieder geradezurücken, was die stets sprungbereit feindselige Presse bewusst vom Aussagesinn verzerrte.

Vielleicht wollte der Papst mit diesem Interview auch ausloten, wie ehrlich ein Teil der Presse ihm begegnet und musste feststellen, dass die antikirchlichen Reflexe sich nicht geändert haben, sondern die Journalisten nur subtiler vorgehen im Versuch, dem Papst jedes Wort im Munde herumzudrehen.

Dass ein Papst zentrale Glaubenswahrheiten der Katholischen Kirche ernstlich zur Disposition stellt, ist wirklich ein nur aberwitziger Gedanke. Das Gute im Schlechten ist aber, dass der Papst nun weiß, woran er ist, denn es gab ja auch innerhalb der Kirche die merkwürdigsten Interpretationsversuche, um den Papst für einen bestimmten Kurs in der Kirche unter Druck zu setzen.

Papst Franziskus scheint aber nicht der Mann, der sich von solchen Gruppen einschüchtern lässt.


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 Chris2 4. November 2013 
 

Ware es nicht Aufgabe des Pressesprechers

auf die angesprochenen Falschwiedergaben zu reagieren? Umso leichter, als der Text als "Gedächtnisprotokoll" von Haus aus fehleranfällig ist, man also nicht einmal böse Absicht unterstellen muß ...


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