Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  2. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  3. Vom Elend der Fürbitten
  4. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  5. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  6. Theologe Thomas Söding: „Es braucht eine katholische Internationale!“
  7. Der stumme Gott unserer Zeit
  8. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  9. Realitätsverlust im Bistum Chur
  10. BDKJ Nordrhein-Westfalen will Verbot der AfD
  11. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  12. Bischof Elbs ermutigt zur Beichte: "Herz ordnen und sich auf Ostern vorbereiten"
  13. Muslime wählen SPD und Linke, Christen wählten CDU
  14. Ramadan sorgte für Unfrieden an Wiener Schulen!
  15. Michelle Obama ermutigt Mütter arbeiten zu gehen

Zur Erleichterung und Sicherheit des Heiligen Vaters

16. Oktober 2011 in Chronik, 8 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bei dem feierlichen Pontifikalamt, das Benedikt XVI. am heutigen Sonntag in St. Peter feierte, benutzte der Papst erstmals zum Ein- und Auszug die ‚pedana mobile’. Von Ulrich Nersinger


Rom (kath.net/un) Nein, weder sei der Heilige Vater erkrankt, noch gebe es irgendeinen medizinischen Grund für die Neuerung, die an diesem Sonntag bei der Papstliturgie eingeführt worden sei, versichert Pater Federico Lombardi SJ, der Pressesprecher des Heiligen Stuhls.

Erstmals benutzte Papst Benedikt XVI. die „pedana mobile“, eine fahrbare Plattform, mit der er die Vatikanische Basilika aufsuchte und auch wieder verließ. Das Fahrgestell wird von Bediensteten des Apostolischen Palastes gehandhabt; in Hüfthöhe ist eine Querstange angebracht, die es dem aufrechtstehenden Papst erlaubt sich festzuhalten.

Mit der „pedana mobile“ will man dem Alter des Heiligen Vaters Rechenschaft tragen und ihm weite Wege mit schweren Paramenten und dem päpstlichen Kreuzstab ersparen. Das Gefährt ist aber nicht nur eine sinnvolle Erleichterung für den Pontifex, sondern dient auch dem vatikanischen Sicherheitsapparat zur Beruhigung, wird doch hierdurch auch der Schutz des Papstes erleichtert und erhöht.

Für den Vatikan steht die „pedana“ in der Tradition und Nachfolge des ehemaligen Tragsessels der Päpste. Die Sedia Gestatoria, die auf den Schultern von zwölf, bisweilen auch sechzehn Männern, den „Sediari“, ruhte, gehörte seit dem fünften Jahrhundert zum festgeschriebenen Zeremoniell am Päpstlichen Hof. In der Neuzeit wurde der Tragsessel verwendet, wenn der Papst feierlich zum Gottesdienst zog. Zu den Audienzen in den Sälen des Apostolischen Palastes und der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo nahm man häufig eine kleinere Sedia; sie erforderte nur acht Träger.


Seit dem Mittelalter bilden die Sediari ein eigenes Kollegium. Die Sesselträger des Papstes kamen zumeist aus dem Borgo, dem Stadtviertel, das sich eng an St. Peter schmiegt. Vielfach ging das Amt eines „Sediario“ vom Vater auf den Sohn über. Ihr Dienst in unmittelbarer Nähe zum Oberhaupt der Christenheit machte sie zu „familiares Papae“ (Hausgenossen des Papstes).

Während des II. Vatikanischen Konzils begann Paul VI. (1963-1978) den Gebrauch der Sedia Gestatoria einzuschränken, bis er dann fast ganz auf den Tragsessel verzichtete. Erst gegen Ende seines Pontifikats musste der von Arthrose geplagte und vom Alter gezeichnete Papst wieder auf die Sedia zurückgreifen. Johannes Paul I. (1978) nahm nur zögerlich die Dienste der „Sediari“ in Anspruch.

Sein direkter Nachfolger, der selige Johannes Paul II. (1978-2005) stand der Sedia Gestatoria ablehnend gegenüber. Als es in späteren Jahren für den Heiligen Vater immer schwieriger wurde, größere Wegstrecken zu bewältigen, schuf man ein mobiles Podest, auf dem der Papst stehen konnte und das seit heute auch von Benedikt XVI. genutzt wird.

Die Aufgabe, die „pedana mobile“ zu lenken, ist den „Sediari“ anvertraut: auch hier folgt man der Tradition und hat sie für die heutige Zeit adaptiert. Obschon die „Sediari“ seit 1978 ihren ursprünglichen Dienst nicht mehr ausübten, beließen die Päpste sie weiterhin im Amt. Sie leisten bis zum heutigen Tag Dienste im Apostolischen Palast, geleiten Staatsgäste und Botschafter in einem feierlichen Ehrenzug zur Audienz und stehen bei den verschiedensten Zeremonien dem Papst hilfreich zur Seite.

Im einer Begegnung mit ihnen sagte Benedikt XVI.: „Eure Arbeit fügt sich in einen Kontext ein, in dem alles zu allen Menschen konsequent von der Kirche Christi sprechen und diesen nachahmen muss, denn er ‚ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele’ (Mk 10,45). Auf diesem Hintergrund muss man die Reformen betrachten, die meine verehrten Vorgänger in jüngerer Zeit durchgeführt haben, insbesondere Papst Paul VI., dem die Aufgabe zufiel, die neuen Forderungen, die das Konzil erhoben hatte, in die Tat umzusetzen. Das Zeremoniell ist vereinfacht worden, um es zu größerer Nüchternheit und Schlichtheit zurückzuführen, die der christlichen Botschaft und den Anforderungen der Zeit besser entsprechen.“




Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Vatikan

  1. Nach Randalen und Pinkelattacken: Petersdom installiert Schutz für Hauptaltar
  2. US-Botschafter am Heiligen Stuhl, Burch: „Die moralische Autorität der Kirche ist unübertroffen“
  3. Norwegischer Bischof Varden: Der hl. Bernhard von Clairvaux „war und ist faszinierend“
  4. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  5. Neuerlich ein Vandalenakt im Petersdom
  6. Vatikan prüft Teilnahme an Trumps Friedens-Rat für Gaza
  7. Kurienerzbischof Gallagher: Leihmutterschaft ist eine „neue Form des Kolonialismus“
  8. „Synoden sind gute, nützliche Instrumente zur Entwicklung praktischer pastoraler Strategien, aber…“
  9. Vatikan hebt Pfarraufhebungen in US-Diözese Buffalo auf
  10. Latein nicht mehr erste Amtssprache im Vatikan






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE - 25. MÄRZ!!!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  4. "Er hat meine Pläne durchkreuzt": Warum der Teufel Angst vor Johannes Paul II. hatte
  5. Realitätsverlust im Bistum Chur
  6. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  7. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  8. Heimisch sein im Vatikan - Papst Leo XIV. wohnt wieder in der klassischen Papstwohnung
  9. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  10. Einladung zur Novene zum Hl. Josef
  11. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  12. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  13. Hatte J.D. Vance doch Recht? Wenn Hitler-Vergleiche in Deutschland die Polizei auf den Plan rufen
  14. Vom Elend der Fürbitten
  15. 'Ich verstehe Gott nicht': Ältester Deutscher feiert 110. Geburtstag

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz