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Zölibat der Priester ist Verfügbarkeit für Gott und die Menschen

11. Juli 2010 in Deutschland, 2 Lesermeinungen
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Zum 100. Jahrestag der Priesterweihe des Schönstatt-Gründers Pater Josef Kentenich.


Limburg/Vallendar (www.kath.net)
Mit einem Pontifikalamt im Hohen Dom zu Limburg feierte Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst am Donnerstag, 8. Juli den 100. Jahrestag der Priesterweihe von Pater Josef Kentenich, dem Gründer der Schönstatt-Bewegung. In seiner Predigt unterstrich der Bischof dabei auch die Bedeutung des Zölibates für das Profil des priesterlichen Dienstes.

Im Zölibat solle die Quelle des österlichen Glaubens als Zeichen für die Welt anschaulich werden, so der Bischof, der weiter betonte: „Deshalb ist die Kirche gut beraten, verbindlich an ihm festzuhalten.“ Tebartz-van Elst erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die große Verantwortung, die mit dieser Verbindlichkeit einhergeht: „Wir wollen als Kirche alles dafür tun, dass der Zölibat glaubwürdig und treu, erfüllend und einladend gelebt wird.“

In Josef Kentenichs Leben zeige sich die Orientierung an Maria, die sowohl durch ihr inneres Ringen als auch durch ihre Bereitschaft, „Werkzeug der Liebe Gottes“ zu werden, zur „Schwester aller Menschen“ wurde. Kentenich werde für die Kirche zu einer „Gründergestalt“, indem er den Aufbruch wagt und sich auf ihre Ursprünge besinnt. „Wo die Kirche Erneuerung sucht, müssen ihre Fundamente offen gelegt werden“, so Bischof Tebartz-van Elst in seiner Predigt im Hohen Dom zu Limburg. Denn nur der „Blick auf das, was getragen hat und trägt, gibt die Perspektive für das, was weiterführt.“


In Gründergestalten wie Kentenich werde diese „Tuchfühlung mit dem Anfang“ deutlich. In ihrem Aufbruch vermittelt sich die „Belastbarkeit“ des österlichen Glaubens, die sich aus drei Elementen speist: In der Feier der Eucharistie zeigt sich der „innerste Nerv des Priestertums“, denn sie vereint den „Schrecken von Karfreitag“ und das „Staunen über Ostern“. „Die Priesterweihe holt den Priester in den Abendmahlssaal hinein“, so Bischof Tebartz-van Elst.

In der Feier der Eucharistie wird der „österliche Anfang und der Aufbruch der Kirche“ gegenwärtig. Im priesterlichen Dienst zeige sich „die Berufung, den Anfang lebendig zu halten und die Fundamente offen zu legen“. Diese „Initiative Gottes“ trage sich durch Menschen in jede neue Zeit hinein. Gerade wenn Verfehlungen die Grundfesten erschüttern, zeige sich der „Schatz glaubwürdig gelebter Berufung“.

Wie die Jünger zu Pfingsten den nötigen Rückenwind bekommen und ihren Glauben in die Welt hineintragen, so bedarf auch der Priester des nötigen „Rückenwindes“. „Glaube braucht Gestalt und priesterliches Leben braucht eine Form“, so der Bischof von Limburg. Deswegen müsse der Priester sich um ein seelisches „zu Hause“ kümmern. Denn nur wer bei sich zu Hause sei, könne Heimat für andere werden. Diese „Pflege der priesterlichen Lebenskultur“ gehöre sowohl zur Seelsorge der Kirche als auch zur Sorge für die eigene Seele im Dienst des Evangeliums.

Ein dritter Kraftquell zum Aufbruch ist die Verbundenheit mit der Kirche als dem Leib Christi: „Zu bleiben, wo andere gehen, ist wohl das stärkste Zeichen einer Freundschaft, von dem wir Menschen, von dem die Kirche zu allen Zeiten lebt.“ Im „Bleiben“ realisiere sich die Treue im Glauben und wird dadurch zum Zeugnis für andere. Der Zölibat sei ein solches Bleiben, das im Leben der Priester zum Zeugnis für die „radikale Verfügbarkeit für Gott und die Menschen“ nach dem Vorbild Jesu werde.

Wie Jesus seine Jünger zum Bleiben eingeladen habe, so brauche der Zölibat die Gemeinschaft der Gläubigen: die Unterstützung im Gebet. Mit der priesterlichen Lebensweise trage der Geweihte das „Echo des Evangeliums in die Welt“. Wenn er sich der „Resonanz des Gottesvolkes“ sicher sein kann, dann erfüllt sich priesterliches Wirken. Mit dem Zölibat werde das „christliche Zeugnis in einer säkularen Welt“ ebenso zum „unverzichtbaren Brennpunkt“ wie in der sakramental gelebten Ehe und Familie.

Pater Josef Kentenich wurde am 8. Juli 1910 in einer Kapelle geweiht, die heute als großer Saal des Missionshauses der Pallottiner in Limburg genutzt wird.

Der Ursprung der Schönstatt-Bewegung liegt in Schönstatt, einem Ortsteil von Vallendar. Sie geht auf die Initiative von Pater Josef Kentenich zurück, der Anfang des 20. Jahrhunderts als Spiritual in einem Jungen-Internat wirkte. Am 18. Oktober 1914 schloss er mit Jugendlichen ein Bündnis für einen geistlichen Aufbruch, den Glauben wieder in den Alltag der Menschen zurück zu holen. Die Gruppe versammelte sich in der ehemaligen Friedhofskapelle des Augustinerinnen-Klosters Schönstatt, die zum geistlichen Mittelpunkt der Bewegung wurde. Die Schönstatt-Bewegung stützt sich auf Maria als Mittlerin in der Nähe Gottes für die Menschen.

Foto. © Schönstatt.de


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