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Rezeption des Motu proprio Summorum Pontificum ist ruhig verlaufen

22. September 2007 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Kardinal-Staatsekretär Tarcisio Bertone: Bin überzeugt, dass – wenn der gesunde Menschenverstand und nicht Ideologismen verschiedener Natur vorherrschen –es bei der Umsetzung des Motu proprio zu keinerlei Schwierigkeiten kommen wird.


Rom (www.kath.net/Zenit.org)
Kardinal-Staatsekretär Tarcisio Bertone SDB wertet sein erstes Amtsjahr als „nicht leicht“. Gleichzeitig habe das Jahr an der Seite des Papstes seinen Glauben verjüngt. In einem Interview mit der Tageszeitung „Avvenire“ vom 19. September 2007 hat der Kardinal-Staatsekretär Bilanz gezogen.

In Erinnerung an den Tag seiner Amtübernahme am 15. September 2006 – wenige Tage nach der Regensburger Vorlesung Papst Benedikts XVI. und den ihr folgenden Unruhen in der islamischen Welt –, spricht Kardinal Bertone von „turbulenten“ Zeiten. Eine arglistige Interpretation der Rede habe zu Missverständnissen und Besorgnis geführt; die Reise in der Türkei habe jedoch den Dialog mit dem Islam auf die richtigen Schienen gebracht.

Verschiedene Seiten hatten sich im Lauf des vergangenen Jahres kritisch zur Präsenz des Kardinals, zu seinen zahlreichen Reisen sowie zu seinen Eingriffen in den Massenmedien geäußert. Für Bertone hingegen entsprechen die Reisen dem pastoralen Wesen der Diplomatie des Heiligen Stuhls und der besonderen Aufgabe des Staatsekretärs. Um auf die Kritiken zu antworten, verweist der Kardinal auf die Tatsache, das es schon zur Zeit seiner akademischen Tätigkeit nie zu seinen Gewohnheiten gehörte, sich in sein Zimmer zurückzuziehen, um Papiere zu studieren. Die Hirten der Kirche dürften sich nie in einem „Elfenbeinturm“ einschließen, bekräftigt er; sie müssten den Menschen begegnen, und zwar „auf den neuen Areopagen der modernen Gesellschaft“.

Für Kardinal Bertone bedeutet eine pastorale Sichtweise der sozialen und politischen Wirklichkeiten nicht, sich auf Kompromisse hinsichtlich jener Themen einzulassen, die Papst Benedikt als „nicht verhandelbar“ bezeichnet hat. Dazu gehören nach Papst Benedikt „die Achtung und der Schutz des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod, die auf die Ehe zwischen Mann und Frau gegründete Familie, die Erziehungsfreiheit für die Kinder und die Förderung des Allgemeinwohls in all seinen Formen“ (vgl. Sacramentum caritatis, 83).

Auf die Frage zur „Internationalisierung“ der Römischen Kurie und der vorherrschenden Präsenz von Mitarbeitern italienischer Herkunft in Schlüsselpositionen antwortet Kardinal Bertone, dass die Internationalisierung der Kurie eine richtige und gebotene Wahl war und ist. Gleichzeitig verweist er darauf, dass die geographische Herkunft bei der Auswahl der engsten Mitarbeiter des Papstes nicht das einzige Kriterium sein dürfe.

Gerüchte zu einer globalen Umstrukturierung der Römischen Kurie bezeichnet der Staatssekretär als eine Hypothese, die sich noch in der Phase der Auswertung der Erfahrungen der Anwendung der Apostolischen Konstitution Pastor bonus befinde. Mehr sei dazu im Moment nicht zu sagen.

Kardinal Bertone hebt hervor, dass seiner Ansicht nach die Rezeption des Motu proprio Summorum Pontificum zur Liberalisierung des tridentinischen Ritus im Allgemeinen ruhig verlaufen ist. Er ist davon überzeugt, dass – wenn der gesunde Menschenverstand und nicht Ideologismen verschiedener Natur vorherrschten – es bei der Umsetzung des Motu proprio zu keinerlei Schwierigkeiten kommen wird.

Kardinal Bertone stellt bedauernd fest, dass die Lateinkenntnisse in der Kirche immer mehr abnehme. Jetzt bestehe die Möglichkeit, dieses wertvolle Erbe wiederzubeleben.

Foto: (c) kath.net



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