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Die Nähe Gottes lässt sich nicht als Event organisieren

12. September 2007 in Interview, keine Lesermeinung
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P. Karl Wallner spricht im KATH.NET-Interview über aufregende Stunden mit Papst Benedikt XVI. in Heiligenkreuz.


Heiligenkreuz (www.kath.net)
„Tief berührt“ waren jene Menschen, die durch das vierstündige Glaubensfest in Heiligenkreuz auf die Begegnung mit dem Stellvertreter Christi vorbereitet waren. Das sagt P. Dr. Karl Wallner, Dekan der Päpstlichen Hochschule in Heiligenkreuz, im KATH.NET-Interview. Das Gespräch führte Linda Noé.

KATH.NET: P. Karl, Heiligenkreuz hat einen historischen Tag erlebt: Papst Benedikt XVI. war zu Besuch. Wie erlebten Sie die Vorbereitungszeit auf diesen 9. September 2007?

P. Karl Wallner: Wir in Heiligenkreuz haben von Anfang an in dem Umstand, dass der Papst selbst den Besuch bei uns gewünscht hat, eine besondere Gnade gesehen, etwas Unverdientes und Übernatürliches, zugleich etwas uns tief Beschämendes. Und wir wollten daher den Besuch sowohl organisatorisch als auch geistlich gut vorbereiten.

In einem fast 900 Jahren durchgehend bestehenden Kloster entwickelt man zudem auch ein „historisches Bewusstsein“, sodass wir uns immer gesagt haben: Das war in 874 Jahren noch nie und das werden wir wohl auch nicht wieder erleben, dass ein Papst zu uns kommt. Und so haben wir gebetet und organisiert und alle unsere Talente im Kloster, von unseren Mitarbeitern und Studenten zusammengenommen.

KATH.NET: Was haben jene 15.000 gesagt, die zu Gast in Heiligenkreuz waren? Welches Feedback gab es?

P. Karl Wallner: Die Menschen, die durch ein vierstündiges Glaubensfest auf die Begegnung mit dem Stellvertreter Christi vorbereitet waren, waren tief berührt. Viele Jugendliche haben mir gesagt: Ich habe die Nähe Gottes gespürt. So etwas kann man nicht „eventmäßig“ organisieren, das Angerührtwerden durch die Gnade ist immer ein Geschenk Gottes.

Gott hat wohl auch deshalb seinen Segen geben, weil sich bei uns in Heiligenkreuz wirklich jeder – nicht nur die Mönche, sondern auch unsere Mitarbeiter, unsere Freunde und die Ortsbevölkerung – in einer fast kindlichen Weise über den Besuch des Papstes gefreut hat.

KATH.NET: Wie erlebten Sie jenen Moment, als der Papst endlich in den inneren Stiftshof fuhr und vor der Stiftskirche ausstieg, wo Sie und Abt Gregor Henckel-Donnersmarck ihn erwarteten?

P. Karl Wallner: Ich stand daneben, als der Papst aus dem Auto stieg, und ich hatte das Gefühl: Unser Vater ist da. Und ihm selbst hat es sichtlich Freude gemacht. Er hat regelrecht gestrahlt und so getan, als hätte er alle Zeit der Welt für uns. Es war nicht unsere Schuld, dass der Besuch doppelt so lang gedauert hatte. Die Ansprache, die er vorbereitet hatte, war ja eigentlich noch länger, und er hat einige Passagen nicht vorgelesen, damit die Verspätung nicht noch größer wird.

KATH.NET: In seiner Rede sprach er ja wesentliche Fragen zum Mönchtum, zur Liturgie und zur Theologie an. Was hat Sie beeindruckt?

P. Karl Wallner: Seine Ansprache war typisch „Ratzinger“: theologisch präzise, auf das Wesentliche zielend und erstaunlich umfangreich. Bei den Inhalten dieser Ansprache war der Professor auf dem Papstthron gleichsam zu Hause, hier ging es um die Substanz des geistlichen Lebens, der Theologie, der Frömmigkeit. Der Papst sprach Hirn und Herz an und mahnte dazu, die Komplementarität von beidem, von „fides“ und „ratio“ in der Theologie zu beachten.

KATH.NET: Was wird von dieser Euphorie bleiben, die Heiligenkreuz einen Tag lang erfüllt hat?

P. Karl Wallner: Ich muss mich bei allen Lesern entschuldigen, dass ich in meiner Darstellung des Papstbesuches in Heiligenkreuz so euphorisch klinge. Aber ich bin es wirklich! Ja, ich hatte mir viel erwartet, aber unvorstellbar mehr ist uns geschenkt worden! Was wir erlebt haben war gerade kein Event, kein Kult um eine Person, sondern hier war ein bescheidener und liebevoller Mann bei uns, durch den Petrus zu uns gesprochen hat.

Er hat uns gestärkt, indem er uns auf Christus zu schauen gelehrt hat. Was für uns in Heiligenkreuz bleibt, ist eine große Beschämung, denn diese Auszeichnung vor aller Welt ist - bei allem Guten, das es bei uns gibt – maßlos unverdient. Und es bleibt ein herausfordernder Auftrag: aus der Tiefe des Glaubens heraus weiterzuarbeiten.

Foto: (c) KATH.NET



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