Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  3. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  4. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  5. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  6. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  7. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  8. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  9. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  10. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  11. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  12. Bemerkenswerte Geste: Wenn Papst Leo nach Frankreich kommt, werden alle Kirchenglocken läuten
  13. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  14. Der evangelischen Theologischen Hochschule Basel soll die Akkreditierung entzogen werden
  15. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter

Bischof Fürst: Import-Beschluss legt ethisches Schisma offen

vor Minuten in Deutschland, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Forschung an embryonalen Stammzellen grundsätzlich der falsche Weg


Rottenburg (kath.net/drs)
Bischof Gebhard Fürst hat sich über die Entscheidung desDeutschen Bundestages zur Zulassung des Imports menschlicher embryonalerStammzellen enttäuscht gezeigt. Der Antrag der Import-Befürworter habe zwareine Mehrheit gefunden, für eine so weitreichende Entscheidung bedürfe esaber einer breiteren Zustimmung, um wirkliche tragfähig zu sein, sagte derBischof letzte Woche in Rottenburg.

Die Mehrheitsverhältnisse in der Abstimmung "legen im Hinblick auf denUmgang mit dem menschlichen Leben ein ethisches Schisma in unsererGesellschaft offen und zeigen, dass der ethische Grundkonsens in dieserFrage nicht mehr besteht", sagte Fürst. Ein klares Nein gegen den Import,wofür immerhin 45 Prozent der Abgeordneten votierten, hätte dem Lebensrechtder Embryonen wirklich Rechnung getragen. Der Kompromiss, mit importiertenmenschlichen embryonalen Stammzelllinien zu forschen, während dieHerstellung solcher Linien verboten bleibe, sei in sich widersprüchlich undinkonsequent. Dadurch werde auf lange Sicht auch das Embryonenschutzgesetzausgehöhlt.

Der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) legte der Bischof nahe, aufgrundder Mehrheitsverhältnisse keine Empfehlung zum Import embryonalerStammzellen auszusprechen. Die DFG hatte im Vorfeld derBundestags-Entscheidung einen "breiten Konsens" der Gesellschaft alsVoraussetzung für den Import genannt. Zugleich gab Fürst seiner BefürchtungAusdruck, dass mit dem Beschluss des Bundestages ein Weg beschritten werde,dessen nächste Etappe die verbrauchende Embryonenforschung sein werde.

Der Bischof dankte den Abgeordneten, die sich für einen uneingeschränktenSchutz des menschlichen Lebens von Anfang an eingesetzt haben. Die politischVerantwortlichen forderte er auf, dem Lebensschutz Priorität zu geben undsolche Forschungen zu fördern, die ethisch unbedenklich sind. Diekatholische Kirche werde auf die weitere Entwicklung sehr genau achten, diemit der Entscheidung verbundenen und zugesagten Regelungen einfordern unddie Gefährdungen weiter deutlich zur Sprache bringen.

Grundsätzlich der falsche Weg

Vor der Bundestagsdebatte hatte sich Bischof Fürst, der auch Mitglied desNationalen Ethikrats ist, wiederholt gegen den Import von embryonalenStammzellen ausgesprochen. In einem Interview mit der Wochenzeitung"Rheinischer Merkur" hatte er erklärt, dass die Forschung mit embryonalenStammzellen "grundsätzlich der falsche Weg" sei, weil sie die Tötung vonEmbryonen voraussetze. Es sei eine schreckliche Vorstellung, wenn dieHerstellung von Medikamenten zu einer "Industrialisierung von Embryonen"führe. Heilungschancen müssten auf anderen Wegen gefunden werden.

In einem Streitgespräch mit dem früheren CDU-Generalsekretär Peter Hintze imNachrichtenmagazin "Focus" hatte Fürst auf das moralische Grundprinzipverwiesen, wonach die Pflicht, nicht zu schaden, über dem Recht auf Heilungstehe. Es entspreche eher der Menschenwürde, Embryonen absterben zu lassen,als sie zur Verwertung in der Forschung "aktiv zu töten". Eine Abstufung beider Würde des Menschen in seinen frühen Lebensphasen "liefert denLebensschutz unterschiedlichsten Interessen aus".

In einem Pro-und-Contra mit FDP-Landeschef Walter Döring in den "StuttgarterNachrichten" hatte der Bischof die von der Forschung mit embryonalenStammzellen geweckten Heilungschancen kritisch hinterfragt und ihreUnumgänglichkeit bezweifelt. Für die zunächst anstehende Grundlagenforschungwürden tierische Stammzellen genügen. Für den therapeutischen Einsatz seienadulte Stammzellen, mit denen seit Jahrzehnten erfolgreich Krankheitenbehandelt werden, den embryonalen Stammzellen "weit überlegen", erklärteFürst unter Berufung auf Ernst Ulrich von Weizsäcker, der im Bundestag zurGruppe der Import-Gegner gehörte.

Als "völlig unrealistisch" bewertete der Bischof, dass sich die Forschung,wie vom Bundestag beschlossen, auf die bereits vorhandenen Stammzell-Linienbeschränken lasse. Bereits jetzt würden diese Linien von Wissenschaftlernals nach Quantität und Qualität unzureichend betrachtet. Das ethischeGrundproblem beginne bereits mit der von der katholischen Kirche abgelehntenIn-vitro-Fertilisation, die menschliches Leben verfügbar mache. "Wirbrauchen wieder ein Bewusstsein von der Unverfügbarkeit, Heiligkeit undWürde des menschlichen Lebens von Anfang an", so Fürst. Ansonsten gerate dieGesellschaft auf die "abschüssige Ebene" einer Relativierung des unbedingtenLebensschutzes, "die zur Industrialisierung und Kommerzialisierungmenschlicher Lebewesen führt.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Klonen

  1. Im geheimen Labor
  2. Klonen von Embryonen: 'Kein Durchbruch, sondern Horrormeldung'
  3. Schweiz: Protest gegen Bericht über Klonen von Menschen
  4. Kritik an Klonexperimenten in Südkorea und Großbritannien
  5. Umstrittene Preisvergabe: Machen Steuergelder das Klonen salonfähig?
  6. UN-Generalversammlung verabschiedet Anti-Klon-Deklaration
  7. UNO stimmt für totales Klonverbot
  8. Wirbel um Medizinpreis für Schöpfer des Klonschafs Dolly
  9. Bioethikexperte: Klon-Kompromiss ist Schritt in die richtige Richtung
  10. EU-Abgeordnete vor UNO-Abstimmung für umfassendes Klonverbot







Top-15

meist-gelesen

  1. Die Würde des Menschen kennt keine Grenze: In den Augen Gottes ist niemand unsichtbar
  2. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  3. „Die hl. Märtyrer von Międzyrzecz waren Menschen aus Fleisch und Blut, die bereit waren…“
  4. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  5. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  6. Bemerkenswerte Geste: Wenn Papst Leo nach Frankreich kommt, werden alle Kirchenglocken läuten
  7. Wer ist der Mann auf dem Tuch?
  8. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  9. Programm für Lateinamerika-Reise des Papstes veröffentlicht
  10. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  11. Präsident Trump nominiert Tochter von Franklin Graham zur Sonderbotschafterin für Religionsfreiheit
  12. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  13. Fast der gleiche Glaube?
  14. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter
  15. Slowakei: Papst Leo XIV. grüßt die Teilnehmer des Nationalen Marsches für das Leben in Bratislava

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz