Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  2. Wie wird das „pro multis“ im neuen Messbuch übersetzt werden?
  3. Bischof Wilmer: "Wir wollen keinen deutschen Sonderweg"
  4. „Brot für die Vögel?“ – Können Protestanten zur Hl. Kommunion zugelassen werden?
  5. Bätzing gegen Papst Leo
  6. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  7. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  8. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  9. Kardinal Fernández räumt geringes Interesse an seinem Dokument über Mission ein
  10. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  11. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  12. „Wir werden erwartet“
  13. Auf zu den Friedhöfen! Wir bitten für unsere Verstorbenen um Gottes Gnade!
  14. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  15. Wie Halloween begann: Das Fest wurzelt in einem großen Exorzismus

China und die Religionsfreiheit

25. März 2006 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Joseph Kardinal Zen Ze-Kiun im Interview mit der Tagespost.


Würzburg (www.kath.net/ Tagespost)
Der Bischof von Hongkong, Joseph Zen Ze-Kiun, der am Freitag in Rom von Papst Benedikt XVI. zum Kardinal kreiert wurde, hat von der Regierung in Peking gefordert, China müsse „volle Religionsfreiheit gewähren“. Dies sei die Bedingung für die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China und den Abbruch der Beziehungen zwischen Taiwan und dem Vatikan, sagte Zen Ze-Kiun der in Würzburg erscheinenden „Tagespost“ (Ausgabe vom Donnerstag).

Der Bischof sieht in seiner Ernennung zum Kardinal kein Politikum. Die eigentliche Absicht des Papstes sei „das Wohl der Kirche und der Menschen in China“. Es gehe dem Heiligen Vater um Fortschritte beim Dialog zwischen China und dem Heiligen Stuhl. Außerdem betonte der Bischof, zwischen den beiden katholischen Kirchen Chinas, der Patriotischen Vereinigung und den mit Rom verbundenen Katholiken, gebe es „eigentlich keine wirklichen Probleme“. Beide Seiten seien dem Heiligen Vater gegenüber loyal. Die Schwierigkeit sei, dass die chinesische Regierung „alles kontrollieren will“. Sie sollte „endlich verstehen, dass sich alle Katholiken an das Gesetz halten, auch die Mitglieder der Untergrundkirche“.

Das Interview im Wortlaut:

„China muss volle Religionsfreiheit gewähren“

Dem Heiligen Vater geht es um das Wohl der Menschen und der Kirche, betont Hongkongs Bischof Joseph Zen Ze-Kiun.Beim „Treffpunkt Weltkirche“ in Augsburg sprach Karl-Georg Michel (Tagespost) mit dem Salesianer über die Hintergründe seiner Ernennung und die Beziehungen zwischen China und dem Heiligen Stuhl.

Hongkong gilt als Brücke des Westens nach China. Ist es ein Politikum, wenn der Bischof dieser Stadt zum Kardinal ernannt wird?

Natürlich hat dies alles eine politische Konsequenz, aber ich glaube nicht, dass der Heilige Vater Politik im Kopf hatte, sondern dass er sich um das Wohl der Kirche und der Menschen in China kümmert. Das ist seine eigentliche Absicht.

Sie haben sich in Hongkong für Demokratie, Freiheit und die Menschenrechte eingesetzt. 2003 wurden Sie in Hongkong zum „Mann des Jahres“ gewählt. Ist da Ihre Ernennung zum Kardinal nicht doch eine gewisse Provokation?

Ich kann verstehen, dass die Regierung in Peking alles politisch deutet. Aber dem Heiligen Vater geht es sicher darum, dass beim Dialog zwischen China und dem Heiligen Stuhl Fortschritte erzielt werden. Er möchte für diesen Dialog eine chinesische Stimme haben, die wirklich sagen kann, was Sache ist und die die Hintergründe kennt. Manche fragen, ob meine Ernennung zum Kardinal mit dem zu tun hat, was ich in Hongkong getan habe. Ich glaube das nicht, obwohl der Heilige Vater sicherlich nichts gegen mein Wirken hier in Hongkong hat. Ich habe mich ja immer an der katholischen Soziallehre orientiert.

Der Vizepräsident der Patriotischen Vereinigung der offiziellen Kirche hat auf die Bekanntgabe Ihrer Ernennung gesagt, es gebe Skepsis und Misstrauen ...

Ich habe ihm auf sein Statement, das lächerlich war, ausführlich geantwortet. Zum Glück ist er nicht derjenige, der wirklich die Kirche als solche vertritt. Aber gewiss hat er Macht. Er kontrolliert die Kirche, weil er ein Instrument der Regierung ist.

Wird es mit Ihnen als Kardinal einen Dialog, vielleicht sogar eine Wiedervereinigung der beiden getrennten Gruppen innerhalb der katholischen Kirche Chinas geben?

Es gibt eigentlich keine wirklichen Probleme. Beide Seiten, und das ist auch überall bekannt, sind dem Heiligen Vater gegenüber loyal. Die Schwierigkeit liegt ganz woanders: Wir können nicht miteinander in Kontakt treten, weil die Regierung alles kontrollieren will. Deswegen ist es sehr wichtig, dass der Heilige Stuhl auf beide Seiten zugeht, um die Einheit der Kirche voranzubringen.

Welche Bedeutung spielen bei diesem Versöhnungsprozess die Christen aus der Untergrundkirche, die in Lagern gefangen sind?

Die Regierung sollte endlich verstehen, dass sich alle Katholiken an das Gesetz halten, auch die Mitglieder der Untergrundkirche. Es gibt keinen Grund, sie zu verhaften. Das ist eine der Grundbedingungen für den Dialog zwischen dem Heiligen Stuhl und Peking.

Der Heilige Stuhl unterhält diplomatische Beziehungen mit Taiwan. Welche Konsequenz hat dies für die Kontakte mit Peking?

Die Lösung der Taiwan-Frage ist sehr wichtig. Ohne sie gibt es keine diplomatischen Beziehungen mit Peking. Aber vorher braucht der Heilige Stuhl entsprechende Sicherheiten. China muss volle Religionsfreiheit gewähren, sollte Rom seine Beziehungen zu Taiwan abbrechen. Ohne eine solche Zusicherung wird man kein Abkommen erzielen können.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Menschenrechte

  1. Islamische Menschenrechte
  2. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  3. Lebensschützerin Lila Rose: Abtreibung ist ein Verstoß gegen die Menschenrechte
  4. Vatikan-Diplomat mahnt in Saudi-Arabien zu Menschenrechte-Schutz
  5. Pakistan: Christen wird Corona-Hilfe verweigert
  6. Glettler: Abschiebung von Konvertiten "eklatantes Unrecht"
  7. Asia Bibi – Eine Frau glaubt um ihr Leben
  8. Gloria von Thurn und Taxis warnt vor Einschränkung von Grundrechten
  9. Neue Kommission für Menschenrechte des US-Außenministeriums
  10. Menschenrechte? Ein Spiegel des Menschenbildes







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. „Wir werden erwartet“
  3. Leo XIV. drängt auf internationale Regeln für Künstliche Intelligenz
  4. Papst baut Sekretariat der weltweiten Synode um
  5. Papst dankt Mercedes für "100 Jahre Papamobil"
  6. „Der Kurierfahrer steuerte die falsche Tür an und landete versehentlich in der Kathedrale“
  7. Vatikan warnt vor ‚Extremismus‘ und ‚Spaltung‘ durch Knien beim Kommunionempfang
  8. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  9. „Die ‚Irish Times‘ hat den 3293. Artikel von jemandem veröffentlicht, der nicht mehr zur Messe geht“
  10. Ulf Poschardt warnt vor Islamismus: Erst sind die Synagogen dran, dann die Christen
  11. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  12. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  13. Papst Leo beantragte Briefwahl-Unterlagen für die Midterms - Papst hat tatsächlich gewählt!
  14. „Mit der Unterstützung meiner Schwiegereltern verließ ich eine nicht-sakramentale Beziehung“
  15. Drei Stunden im Fegefeuer

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz