Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  2. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  3. Katholische Kirche in Island hilft Menschen mit homosexuellen Neigungen enthaltsam zu leben
  4. Der stumme Gott unserer Zeit
  5. Niedersachsen plant Religionsunterricht ohne Gott!
  6. Beschließen ohne zu entscheiden?
  7. BDKJ Nordrhein-Westfalen will Verbot der AfD
  8. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  9. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  10. Ramadan sorgte für Unfrieden an Wiener Schulen!
  11. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  12. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen
  13. Frankreich: Neues Gesetz bestraft Versuch, von Suizidhilfe abzuhalten
  14. 'Ich verstehe Gott nicht': Ältester Deutscher feiert 110. Geburtstag
  15. Hatte J.D. Vance doch Recht? Wenn Hitler-Vergleiche in Deutschland die Polizei auf den Plan rufen

Und wieder kein Königreich des Himmels

10. Juni 2005 in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Eine Analyse von Franziskus v.Ritter-Groenesteyn (München) zum Film "Königreich des Himmels"


Wieder einmal - leider - bleiben die Erwartungen hinter dem Dargebotenen zurück. Allein schon der Titel "Kingdom of Heaven", "Königreich des Himmels", versprach großes Kino. Warum der deutsche Vertrieb es nicht bei einem Himmel beließ, sondern daraus "Königreich der Himmel" machte, mag in dem Unbehagen begründet liegen, es sonst zu sehr auf das von Jesus proklamierte Königreich des Herzens, und damit auch die kirchliche Lehre, bezogen zu wissen. Besser also, es auf ein Nirvana der Himmelreiche ausdehnen - ganz im Sinne eines Relativismus, wie er heutzutage immer wieder gern praktiziert, aber zu Recht von Papst Benedikt XVI. kritisiert wird.

Die Angst der Vertreiber ist jedoch unbegründet. Das "Kingdom of Heaven" entpuppt sich letzlich nur als ein Königreich des Humanismus. Wohl mag der Regisseur Ridley Scott schon so, wie in seinem anderen epischen Film "Gladiator", sein Bestes gegeben haben. Doch die beste Regie reicht nicht, wenn das Drehbuch, die Story, nicht stimmt. Während "Gladiator" trotz martialischer Gewalt den Zuschauer tief im Innersten, in seinen Sehnsüchten und in seiner Hoffnung auf religiöse Weise ansprach, tut dies der aktuelle Film wider Erwarten leider nicht.
Er erzählt zwar die religiös motivierte Geschichte des jugendlichen Kreuzritters Balian von Ibelin (Orlando Bloom), der zur Zeit zwischen dem zweiten und dritten Kreuzzug durch eine Wallfahrt nach Jerusalem erhofft, Sühne für seine Sünden zu erhalten (bezeichnenderweise ein Priestermord!); doch findet er an der Kreuzigungsstätte keine Stärkung, keinen Trost, sondern nur Verlassenheit, und das ausgerechnet von Gott.

Überhaupt ist in diesem Film so ziemlich jeder Christ von Gott verlassen. Der Glaube bleibt leer, und Gebete tönen so blechern, wie es Paulus im Brief an die Korinther beschreibt. Man mag dies auch daran ermessen, dass der mit prachtvollen Gewändern und noch herrlicheren Bauten ausgestatte Streifen - Produktionskosten stolze 130 Millionen US-Dollar - sakrale Räume lediglich als Ort der Inszenierung kreuzritterlichen Brauchtums versteht, quasi als Ort der Ohrfeige, nie aber als Ort der Liturgie oder der Besinnung auf Gott. Weder wird in den Kirchen auf die höhere Wirklichkeit Gottes verwiesen, noch ist seine Anwesenheit unter den tapfer kämpfenden Rittern spürbar, und mag da das Gold eines überdimensionalen Kreuzes im Morgenlicht der Wüste noch so erglänzen; eine wahrhaft christlich geprägte Motivation der Protagonisten wird dadurch nicht sichtbar. Im Gegenteil, der ständige Ausruf "Gott will es" schürt im Zuschauer Hass auf die Kirche, denn es sind die übelsten Charaktere, vermeintliche Ritter des Kreuzes, in Wirklichkeit nur primitive Raubritter, die mit diesem Ruf auf ihren Lippen, brennend und mordend das Heilige Land zu einem Vorort der Hölle machen.Balian und der an Lepra erkrankte Jerusalemer König Baldwin IV. gehören gewiss nicht zu ihnen, aber deren Motivation ist letzlich der Mensch und nicht Gott. Da sich Balian nur auf das Menschliche bezieht, kann er auch - vom Zuschauer fast unbemerkt - ungestraft Ehebruch mit Jerusalems Königin Sybilla (Eva Green) begehen, und hat doch all unsere Sympathien.

Unsere Sympathie hat auch der moslemische Gegenspieler Saladin (Ghassan Massoud), der uns als edel, gebildet und weise vorgestellt wird, gibt er doch in einer Schlussszene des Films dem gefallenen Kreuz sogar seinen Platz am Altar zurück und suggeriert uns damit irgendwie, Islam sei nur edel, gut und tolerant. Andererseits - der Ausruf einer von allen als "Heiligkeit" betitelten, als solcher aber nicht nachvollziehbaren, Person: "Konvertiert zum Islam und widerruft es anschließend!" angesichts drohender islamischer Invasion vor Jerusalems gefallenen Mauern, sozusagen als Lösung aller Probleme, hinterlässt im Zuschauer einen schalen Beigeschmack und irgendwie kommt man zu dem Resumee Christentum sei schlecht, schwach und intolerant.

Wie gut, dass es da noch Filme gibt wie etwa Mel Gibsons "Passion", die uns, sogar in der muslimischen Welt, das Gegenteil bewiesen haben. Interessant übrigens, wie der Unterschied auch in der Musik zum Ausdruck kommt. Es gibt in "Kingdom of Heaven" eine Passage, deren orientalisch wehmütige Klänge ein Plagiat aus Mel Gibsons Ölbergszene zu sein scheinen. Doch während sie in der "Passion" die Seele zum Schwingen bringen, wirken sie im Königreich des Relativismus lästig wie "dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke" 1 Kor 13,1.
Bleibt zu hoffen, dass der Produzent vom "Königreich", die in Hollywood mächtige First 20th Century Fox, es beim nächsten Blockbuster "Narnia" besser machen wird. Dem Vernehmen nach sollen die Verantwortlichen in Hollywood aus Marketinggründen "Narnia" bereits seines christlichen Charakters beraubt haben. Hoffen wir, dass dies ein Gerücht bleibt. C.S. Lewis "Narnia" verdient schließlich besseres in Zeiten neu aufbrechenden Trends, denn: "Die Kirche swingt wieder!", wie es Peter Seewald kürzlich so treffend in Bari formulierte.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Film

  1. US-Schauspieler David Henrie sieht ‚neue Renaissance‘ für religiöse Themen in Hollywood
  2. Warteschlangen vor den Kinos: Der Film „Sacré Coeur“ bricht in Frankreich Zuschauerrekorde!
  3. Zehn Jahre ‚Sehnsucht der ewigen Hügel‘
  4. Angel Studios bringen Film mit Jonathan Roumie und Kevin James in die Kinos
  5. Dreharbeiten zu Mel Gibsons ‚Die Auferstehung des Christus‘ sollen im August in Rom beginnen
  6. Netflix kündigt neuen Film der Reihe ‚Die Chroniken von Narnia‘ für 2026 an
  7. Dokumentation über Papst Benedikt XVI. gewinnt Emmy
  8. Die fünf beliebtesten katholischen Filme
  9. ‚Die Passion Christi: Auferstehung’ – Dreharbeiten sollen 2025 beginnen
  10. Mein Sohn – Jenseits des Himmels







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Vier von sieben: Die unglaubliche Berufungs-Geschichte der Familie Morrison
  4. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  5. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  6. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  7. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  8. Abtreibungs-Aktivisten greifen Profemina-Beratungszentrum an
  9. Hatte J.D. Vance doch Recht? Wenn Hitler-Vergleiche in Deutschland die Polizei auf den Plan rufen
  10. "Er hat meine Pläne durchkreuzt": Warum der Teufel Angst vor Johannes Paul II. hatte
  11. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  12. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  13. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen
  14. 'Ich verstehe Gott nicht': Ältester Deutscher feiert 110. Geburtstag
  15. Beschließen ohne zu entscheiden?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz