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Orthodoxe Christen feiern am kommenden Sonntag Ostern

vor 2 Stunden in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Zahlreiche Ostergottesdienste in Wien und in den österreichischen Bundesländern - Bis zu 500.000 orthodoxe Christen leben in Österreich


Wien (kath.net/KAP) In der Orthodoxen Kirche steht am kommenden Sonntag, 12. April, das Osterfest an. Der zur Westkirche unterschiedliche Ostertermin der Orthodoxie geht auf verschiedene Berechnungsarten zurück. So bestimmen die Ostkirchen den Ostertermin nach dem alten Julianischen Kalender und nach einer anderen Methode als die Westkirchen, die sich an die Gregorianische Kalenderreform des 16. Jahrhunderts hält. Die Ostertermine können deshalb bis zu fünf Wochen auseinander fallen. Manchmal feiern Ost- und Westkirche auch zum gleichen Datum das höchste Fest des Christentums. Das nächste gemeinsame Osterfest wird 2028 sein. Die Zahl der orthodoxen Christen in Österreich kann nur geschätzt werden. Sie liegt vermutlich bei etwa 500.000.

Die feierlichen Ostergottesdienste beginnen rund um Mitternacht (Nacht von Samstag auf Sonntag) und dauern bis zu fünf Stunden, "je nachdem, ob die Texte gelesen oder gesungen werden", wie der rumänisch-orthodoxe Theologe Prof. Dorin Oancea in der burgenländischen Kirchenzeitung "Martinus" erläutert. Die Liturgie zeichnet Jesu Aufstieg aus der Unterwelt nach seiner "Höllenfahrt" zwischen Kreuzigung und Auferstehung nach. Die Ikone "Anastasis" zeigt das laut Oancea sehr deutlich: "Jesu Abstieg in die Unterwelt, wo er Adam und Eva als Erste der Erlösten aus der Hölle herausführt. Im Hymnus wird besungen, dass Christus den Tod besiegt hat, auferstanden ist und wir alle durch ihn zum ewigen Leben kommen."


Lange Liturgien

Oancea räumt ein, dass nicht alle Gläubigen bei den langen orthodoxen Liturgien die ganze Zeit anwesend seien. "Insofern existiert in der Orthodoxie viel Freiheit." Wünschenswert sei, "dass zumindest gewisse Elemente mitgefeiert werden wie etwa die Lesungen, die Predigt als Erläuterung dazu oder jener Teil der Liturgie, der mit dem Glaubensbekenntnis beginnt". Die Liturgie sei das Vehikel, "durch das man die Gemeinschaft mit Christus erst vollzieht, und das Gebet ist Mittler zwischen Heiligem und Profanem". Die Abfolge der Worte sei wichtig: "Dadurch wird die Gemeinschaft vollzogen."

Ein weiterer Höhepunkt in der orthodoxen Karwoche ist die Mette am Gründonnerstag mit der Lesung von gleich zwölf Evangelien. Beginnend mit einem langen Johannes-Text zeichnen die nachfolgenden Evangelien die Entwicklung nach, die zur Kreuzigung Jesu führte, so Oancea.

Auf die langen Gebete und Gesänge in orthodoxen Gottesdiensten angesprochen, erläuterte der Theologe, dass die vielen Litaneien zwar oft denselben Wortlaut hätten, aber dennoch keine Wiederholung seien, "weil ich nicht derselbe bleibe. Weder auf geistiger noch auf körperlicher Ebene bin ich derjenige, der ich noch vor einer Minute war." Wie das Leben, so sei auch die Liturgie ein Weg. Oancea: "Jeder Moment, den ich mitfeiere, ist ein Schritt zu Gott, den Menschen und zur Welt."

Die griechisch-orthodoxe Metropolis von Austria hat heuer erstmals die Texte der Gebete und Lesungen der Gottesdienste in der Karwoche und zu Ostern - auch auf Deutsch - auf ihrer Website zum Download zur Verfügung gestellt. (https://www.metropolisvonaustria.at/de)

Ostergottesdienste in ganz Österreich

Metropolit Arsenios (Kardamakis), der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Österreich, steht in der griechisch-orthodoxen Dreifaltigkeitskathedrale im ersten Wiener Gemeindebezirk in der Nacht von Samstag auf Sonntag (ab 22 Uhr) der feierlichen mehrstündigen Osterliturgie vor. Beendet wird der Gottesdienst mit einer Auferstehungsprozession.

In der russisch-orthodoxen Nikolauskathedrale in Wien steht Bischof Aleksij (Zanochkin) in der Nacht von Samstag auf Sonntag dem feierlichen Ostergottesdienst vor. Der Gottesdienst beginnt kurz vor Mitternacht um 23.45 Uhr. In der serbisch-orthodoxen Sava-Kathedrale im dritten Wiener Bezirk beginnt die feierliche Osterliturgie um 23.30 Uhr.

In der rumänisch-orthodoxen Andreas-Kirche in Wien-Simmering beginnt in der Osternacht die große Osterprozession mit anschließender Liturgie um 23 Uhr. In der bulgarisch-orthodoxen Kirche in der Dunklergasse (1120 Wien) beginnt der festliche Gottesdienst in der Osternacht um 21.30 Uhr. Die Ostervesper am Sonntag beginnt um 11 Uhr. Die Gläubigen der Wiener orthodoxen Gemeinde St. Petrus und Paulus (1150, Fünfhausgasse 25), die zum Patriarchat von Antiochien gehören, feiern die Auferstehungsliturgie bereits um 19.30 Uhr.

Nicht nur in Wien, sondern in allen Bundesländern finden zahlreiche orthodoxe Osterliturgien statt. Die Griechisch-orthodoxe, Russisch-orthodoxe, Serbisch-orthodoxe, Rumänisch-orthodoxe, Bulgarisch-orthodoxe, Georgisch-orthodoxe Kirche sowie das Patriarchat von Antiochien haben in Österreich offizielle kirchliche Strukturen.

Auch in einigen in Österreich vertretenen altorientalischen Kirchen steht Ostern vor der Tür. So feiern am 12. April u.a. auch die Koptische und Syrisch-orthodoxe Kirche sowie die Äthiopisch-orthodoxe Kirche das Osterfest.

Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


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