Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  3. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  4. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  5. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  6. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  7. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  8. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  9. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  10. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  11. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  12. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"
  13. 'Kirche casht ab' - Immer weniger österreichische Katholiken, immer mehr Millionen!
  14. Abtreibungsbefürworter begehen Farbanschlag auf Malteserklinikum in Flensburg
  15. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme

Jerusalems christliche Schulen in Existenz bedroht

30. März 2026 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Palästinensischen Lehrkräften aus dem Westjordanland droht im kommenden Schuljahr die Aberkennung ihrer Arbeitserlaubnis - Zwangsräumungen in Ostjerusalem


Jerusalem (kath.net/KAP) Die kirchlichen Schulen in Jerusalem haben dieser Tage Post vom israelischen Bildungsministerium bekommen, in der die Behörde ankündigt, Lehrern aus dem Westjordanland ab dem Schuljahr 2026/27 keine Arbeitserlaubnis mehr zu erteilen. Das würde zum einen die berufliche Existenz dieser (meist christlichen) Lehrkräfte zerstören, zum anderen könnten auch die betroffenen Schulen den Unterricht kaum noch aufrecht erhalten, da ihnen wichtiges Lehrpersonal fehlt, das nicht ersetzt werden kann; zumindest nicht in absehbarer Zeit. Die in Medien kolportierten Zahlen der von der Ankündigung betroffenen palästinensischen Lehrkräfte schwanken zwischen 160 und 230.

Das Damoklesschwert der verweigerten Arbeitserlaubnisse hängt schon länger über den christlichen Schulen Jerusalems. Erst im Jänner war es in den rund 15 Schulen zu einem mehrtägigen Streik gekommen, weil zu Jahresbeginn die Arbeitsgenehmigungen für rund 170 Lehrkräfte, die im Westjordanland leben, aber in Jerusalem unterrichten, nicht verlängert bzw. annulliert wurden. Nach einigen Tagen erhielten die Schulen aber die Zusage, dass die Genehmigungen erneut erteilt werden. Auch im Sommer 2025 gab es bereits ähnliche Probleme mit Arbeitserlaubnissen. Kirchliche Vertreter hoffen, dass auch in der aktuellen Causa das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.


Hinter dem Streit um die Arbeitserlaubnisse verbirgt sich ein tiefergehender Konflikt um das palästinensische Bildungssystem in Jerusalem. Es gibt politische Bestrebungen in Israel, Lehrkräften, die in palästinensischen Gebieten studiert haben, die Anstellung generell zu untersagen. So sollen diese Abschlüsse nicht den nötigen israelischen Standards genügen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde schon im Juli 2025 vom Bildungsausschuss des Parlaments (Knesset) verabschiedet.

Zwangsräumungen in Ostjerusalem

Unterdessen haben die israelischen Behörden auch an anderer Stelle ihren Druck auf die palästinensische Bevölkerung in Jerusalem erhöht. Rund 60 palästinensische Bewohner mussten am Mittwoch ihre Häuser im Ostjerusalemer Stadtteil Silwan verlassen. "Dies ist eine der größten Räumungen, die in den letzten Jahren in Ostjerusalem stattgefunden haben", sagte Aviv Tatarsky von der Jerusalemer Nichtregierungsorganisation Ir Amim (Stadt der Völker), die sich für ein friedliches Zusammenleben von Israelis und Palästinensern einsetzt, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

"Als Vorwand für die Zwangsräumungen wird angeführt, dass die Häuser der palästinensischen Familien auf Land stehen, das einer jüdischen Stiftung gehörte", so Tatarsky weiter. Diese habe sich dort Ende des 19. Jahrhunderts niedergelassen. Nach der Zwangsräumung seien die Gebäude an die radikale Siedlerorganisation Ateret Cohanim übergeben worden. Aus Sicht Tatarskys ist ganz Silwan durch Enteignungen, Zwangsräumungen und Siedlergewalt gefährdet. Dies bedrohe Stabilität und Sicherheit der gesamten Gesellschaft und müsse gestoppt werden.

Kritik übte auch die israelische Menschenrechtsgruppe B'Tselem und sprach von ethnischer Säuberung, einer Judaisierung eines der politisch und religiös sensibelsten Stadtteile sowie dem Beginn einer massiven Vertreibungswelle. Insgesamt seien geschätzte 2.200 Palästinenser in Silwan von unmittelbar umsetzbarer Vertreibung bedroht, so B'Tselem.

Batan al-Hawa, jener Teil von Silwan, in dem die vertriebenen Familien bisher lebten, wurde auf dem Gebiet des früheren sogenannten jemenitischen Dorfes gebaut. Dort lebten vom 19. Jahrhundert bis zur arabischen Revolte im Jahr 1938 Juden. Als Besitzer des Landes eingetragen ist der jüdische Benvenisti Trust, der seit rund 20 Jahren durch die Siedlerorganisation Ateret Cohanim kontrolliert wird. In Teilen des Viertels mussten palästinensische Bewohner bereits ihre Häuser verlassen.

Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
(www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Israel

  1. „Fake News über eine Schließung der Grabeskirche oder das Aussetzen von Messfeiern sind falsch“
  2. Deutscher und französischer Außenminister fordern Rücktritt der UN-Sonderberichterstatterin
  3. „Nicht nur Israels Kampf… es ist der Kampf unserer gemeinsamen jüdisch-christlichen Zivilisation“
  4. Trump macht es möglich! Historischer Nahost-Deal zwischen Israel und Hamas!
  5. Israels Botschaft kritisiert Vatikan-Äußerungen zum 7. Oktober
  6. Vatikan fordert Ende der Spirale aus Hass und Gewalt im Nahen Osten
  7. Christen stehen auf der Seite von Israel!

Jerusalem

  1. Einigung: Osterfeiern in Grabeskirche mit Jerusalemer Kirchenführern
  2. Jerusalem hat viele Gesichter
  3. Patriarch Pizzaballa: Heiliges Land ist ohne Pilger unvollständig
  4. Jerusalem: Österreich-Hospizrektor rechnet mit ‘ruhigen’ Ostern
  5. Jerusalem: Hospizrektor erwartet so viele Pilger "wie noch nie"
  6. Jerusalem - Hauptstadt der Welt in Tagen des Zorns
  7. Stein fällt aus der Klagemauer, betende Frau bleibt unverletzt







Top-15

meist-gelesen

  1. Er ist der dritte amtierende Papst in der Grotte von Massabielle/Lourdes: Leo XIV.
  2. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  3. Programm für Lateinamerika-Reise des Papstes veröffentlicht
  4. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  5. Präsident Trump nominiert Tochter von Franklin Graham zur Sonderbotschafterin für Religionsfreiheit
  6. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  7. Fast der gleiche Glaube?
  8. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter
  9. Slowakei: Papst Leo XIV. grüßt die Teilnehmer des Nationalen Marsches für das Leben in Bratislava
  10. Kardinal Koch zu Israel und Gaza: Ehrlich miteinander sprechen
  11. Wenn die Liebe das Gesetz des Kalküls durchbricht…
  12. Stanislaus-Kostka-Wallfahrt von Wien nach Rom erreicht ihr Ziel
  13. Papst: In der Seelsorge auf das Wesentliche konzentrieren
  14. Bruder von Leo XIV.: Papst hilft bei der Steuererklärung
  15. Bischof an Jugend: "Licht des neuen Afrikas liegt in euch"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz