Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  2. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  3. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  4. Katholische Kirche in Island hilft Menschen mit homosexuellen Neigungen enthaltsam zu leben
  5. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  6. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  7. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  8. Niedersachsen plant Religionsunterricht ohne Gott!
  9. Beschließen ohne zu entscheiden?
  10. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  11. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen
  12. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  13. "Herr Kardinal Parolin, wieviele zehntausende Tote brauchen Sie noch im Iran, bis Sie aufwachen?"
  14. Die Nazi-Projektion
  15. Abtreibungs-Aktivisten greifen Profemina-Beratungszentrum an

Spanische Bischofskonferenz beleuchtet Verhältnis von Verstand und Emotion im persönlichen Glauben

vor 2 Stunden in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Dokument „Cor ad Cor loquitur“: Angesichts eines „Wiedererwachens des Glaubens“ betonen die Bischöfe, dass der Glaube keine rein intellektuelle Zustimmung ist, sondern die Antwort des „ganzen Menschen“ (affektiv, intellektuell und gewollt) auf Gott.


Madrid (kath.net/pl) Glaube im christlichen Sinn ist die Hingabe der ganzen Person. Darauf macht die Spanische Katholische Bischofskonferenz in ihrem neuen Dokument mit dem Titel „Cor ad cor loquitur“ (Das Herz spricht zum Herzen) aufmerksam. Der Titel bezieht sich auf den Wahlspruch, den sich der hl. Kirchenlehrer John Henry Newman anlässlich seiner Erhebung zum Kardinal gewählt hatte. Das Schreiben befasst sich mit dem Verhältnis von Emotionen und Lehre im christlichen Glauben. Angesichts eines „Wiedererwachens des Glaubens“, besonders unter der spanischen Generation Z, betonen die Bischöfe, dass der Glaube nicht nur rein intellektuelle Zustimmung sei, sondern die Antwort des „ganzen Menschen“ (affektiv, intellektuell und gewollt) auf Gott.

Dabei ist ein zentraler Aspekt des Schreibens ist die kritische Auseinandersetzung mit der postmodernen Kultur. Während früher „Ich denke, also bin ich“ galt, herrscht heute das Motto „Ich fühle, also bin ich“. Die Bischöfe warnen jedoch vor einer Reduktion des Glaubens auf reine Gefühlserlebnisse und benennen folgende Punkte:

  • Konsumhaltung: Gläubige laufen Gefahr, zu „Konsumenten von Erlebnissen“ zu werden, die ständig nach dem nächsten emotionalen Kick suchen.
  • Instabilität: Wenn der Glaube nur von der Intensität des Augenblicks abhängt, wird er fragil und unfähig zu langfristigen Verpflichtungen.
  • Manipulation: Das Dokument warnt ausdrücklich vor geistlichem Missbrauch. Ein „emotionales Bombardement“ oder falscher Mystizismus könne dazu genutzt werden, Druck auf das Gewissen auszuüben oder Menschen zur Konformität innerhalb einer Gruppe zu zwingen.

Trotz dieser Warnungen ist das Dokument keine Absage an Gefühle. Im Gegenteil, die Bischöfe vertreten eine „Heilung“ der Gefühle durch Christus:


  • Menschlichkeit Jesu: Es wird betont, dass Jesus mit menschlichem Herzen liebte und Gefühle wie Mitleid und Angst (im Garten Getsemani) zeigte. Emotionen im Glauben zu leugnen, hieße, das Menschsein Christi zu leugnen.
  • Das Herz als Zentrum: Das Herz wird als der Ort definiert, an dem alle Kräfte der Person – Verstand, Wille und Gefühl – zusammenlaufen. Ein Glaube „mit dem Herzen“ schütze vor modernen Irrlehren wie dem Neognostizismus (reiner Intellektualismus) oder dem Neopelagianismus (Erlösung durch Eigenleistung).

Es geht, so das Schreiben der Bischöfe, dabei um ganzheitliche Bildung und um die „Nacht des Geistes“. Die Bischofskonferenz fordert eine solide Ausbildung, die über das bloße Wohlbefinden hinausgeht:

  • Integration des Kreuzes: Ein Glaube, der nur auf positiven Gefühlen basiert, weicht dem Leiden aus. Wahre christliche Reife zeigt sich darin, auch in Zeiten der „geistlichen Dunkelheit“ (wie bei Johannes vom Kreuz oder Mutter Teresa) standhaft zu bleiben.
  • Einheit von Wahrheit und Gefühl: Ohne die rettende Wahrheit der Lehre wird der Akt des Glaubens „leer und blind“.

Ein weiterer wichtiger Gedanke des Dokuments ist die Absage an einen rein privaten Individualismus:

  • Kirchliche Vermittlung: Niemand macht sich selbst zum Christen. Der Glaube wird immer durch die Gemeinschaft der Kirche vermittelt („Wir glauben“).
  • Gehorsam und Unterscheidung: Neue Evangelisierungsmethoden müssen sich der Unterscheidung durch die Bischöfe unterziehen. Ein echtes Zeichen für die Echtheit einer geistlichen Erfahrung ist die Integration in die Pfarrei und die Frage nach der eigenen Berufung: „Für wen bin ich da?“

Die spanischen Bischöfe betonten außerdem die Wichtigkeit des „Sehenden Herzens“. Echter Glaube bleibt nicht im Gefühl stecken, sondern muss sich in konkretem Engagement zeigen:

  • Soziale Verantwortung: Die Bischöfe zitieren den Apostel Jakobus („Glaube ohne Werke ist tot“). Der Dienst an den Armen und die Verteidigung der Menschenwürde sind die Kriterien, an denen die Echtheit der inneren Erfahrung gemessen wird.
  • Liturgie: Diese sollte nicht zu einem „sentimentalen Subjektivismus“ verkommen, sondern durch Schönheit und klare Riten zum Geheimnis Gottes führen, statt nur oberflächliche Effekte zu haschen.

Das Dokument ist ein Aufruf zur Balance. Es würdigt die neue Leidenschaft junger Bewegungen, fordert aber gleichzeitig eine tiefe Verwurzelung in der Lehre und im Dienst am Nächsten, um eine oberflächliche „Event-Religiosität“ zu vermeiden.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Glaube

  1. „Broken Mary“ - Papst segnet die außergewöhnliche Marienstatue „Unsere Mutter der Beschädigten“
  2. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970
  3. Rekordjahr für Alpha-Glaubenskurse in Österreich
  4. Wird der katholische Kinohit „Sacré Cœur“ auch in deutscher Version kommen?
  5. Pater Dominikus Kraschl OFM: „Extra Christum nulla salus?“
  6. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  7. Entfremdung und Annäherung – Für einen Katholiken in Deutschland gibt es doch immer noch Rom

Spanien

  1. Telegram-Gründer Pavel Durov: "Bleib wachsam, Spanien"
  2. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  3. Spanien: Offener Schlagabtausch zwischen Regierung und Bischöfen
  4. „Es gibt Anzeichen dafür, dass der Katholizismus wieder im Trend liegt“
  5. Kein Hassverbrechen: spanisches Gericht spricht zwei Priester und einen Journalisten frei
  6. Spanisches Verfassungsgericht erklärt einige Corona-Maßnahmen für verfassungswidrig
  7. Äbtissin kritisiert vorgeschriebene Schließung kleiner Frauenklöster







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Vier von sieben: Die unglaubliche Berufungs-Geschichte der Familie Morrison
  4. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  5. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  6. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  7. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  8. "Herr Kardinal Parolin, wieviele zehntausende Tote brauchen Sie noch im Iran, bis Sie aufwachen?"
  9. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  10. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  11. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  12. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  13. Die Nazi-Projektion
  14. Abtreibungs-Aktivisten greifen Profemina-Beratungszentrum an
  15. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz