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"Aktuelle Zerrspiegel-Reflexion"

4. Dezember 2025 in Kommentar, 4 Lesermeinungen
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(Satirische) Gedanken aus dem Auenland - Kommentar von Nikolaus Lobkowicz


Prag (kath.net)
Es ist schon ein ziemlich unglaublicher Vorgang: Die Jugend Organisation der Linken in Deutschland soll gegründet werden („Die Linsen“), und die rechtsextremen Gegner dieser Partei („Die Kommiknautscher“) versuchen dies zu verhindern. Sie maschieren zu Hunderten auf, blockieren die Autobahn mit Baumstämmen, bedrohen diejenigen die an besagtem Akt teilnehmen wollen, verprügeln ein paar Journalisten, deren „linke Gesinnung“ hinreichend bekannt ist und verletzen ganz nebenbei etwa 50 Polizisten. Die vorwiegend rechts gesinnten Mainstream Medien berichten, die Proteste seien „grossteils friedlich“ von statten gegangen. Man lässt durchklingen, dass die paar Linken, die verletzt wurden, im Grunde g‘scheit selber schuld sind. Schliesslich hätten sie ja gar nicht erst zu dieser Veranstaltung kommen müssen, diese verfassungsfeindlichen Kommunisten. 

Skandal? Aber, woher denn. Ist ja fast nichts passiert. Ein paar linken Journalisten wurde ordentlich die Fresse poliert (recht geschieht es ihnen, findet man), und ein paar Parteimitglieder wurden bedroht (gähn, na und!?)… 


Wenn überhaupt, dann war diese ganze Episode nur ein Zeichen davon, dass „Unsere Demokratie“ bumperl gesund und wehrhaft ist. So sehen das jedenfalls die meisten politischen Kommentatoren, von ein paar linken medialen Krakeelern abgesehen, von denen sich aber im rechten Establishment eh niemand was anderes erwartet. Sollen mal lieber nicht so wehleidig rumheulen, diese Linken. „Bald werden sie eh ganz verboten“, ein Gedanke, der manch ein hämisches Grinsen hervorruft. Sogar der Vizekanzler war selber früher auch mal Kommiknautscher, wie er selber sagt. Warum auch nicht, Hauptsache, er war nicht links.

Und der Kanzler, der zwar zwar selber ein „moderater Linker“ ist, aber genau weiss, wie stramm rechts in Deutschland der Wind geht und seinen strammrechten Koalitionspartner bei Laune halten will, dem er seine Kanzlerschaft verdankt, der kommentiert das so: „Heute sind in Giessen einige Linke und einige Rechte aneinander geraten“. Relativierung auf höchstem Niveau dient der rechten Sache, und ist damit gut. Die Rechten verachten den Kanzler dafür, die Linken fühlen sich verraten (nicht zum ersten Mal)… und die Medien geben sich „differenziert“, indem sie sich gegenseitig darin überbieten zu konstatieren wie absolut unappetitlich sie die Linke Partei finden. Man sinniert, dass es ja auch keine Schlägerei geben kann, wenn es kein Kinn gibt, auf welches die Faust drauf kann. So gesehen ist das Kinn mindestens so schuld wie Faust. Ausserdem, jeder Deutsche weiss ja welches Gewaltpotenzial die Linke hat - wegen der Sowiet Union, Nord Korea, China usw, nicht wahr. Das rechte Geschichtsbewusstsein halt. 

Deswegen ist es nur gut, dass es so viele stramm Rechte in Deutschland gibt, die - getreu dem Gedenken an die gute alte SA - immer da schlagkräftig auftauchen, wo die Linken irgendwas unternehmen wollen. 

Das beste ist, dass die stramm rechten Medien die Linken immerzu mit den Bolschewiken vergleichen - und so tun, als gäbe es in Deutschland vor allem linke Gewalt. Ob das stimmt oder nicht, ist im Grunde wurscht: wenn es in den Nachrichten kommt, vorgelesen von einer netten Dame im Hosenanzug, dann glauben die Leute das. Der mediale Gesinnungs Schulterschluss ist so effizient,  dass selbst die meisten der traditionell links tendierenden Leute in Deutschland mittlerweile tatsächlich glauben, dass die Partei der Linken diejenigen sind, die zivile Schlägertrupps en masse auf Abruf bereit stehen haben, um Andersdenkende einzuschüchtern und fertigzumachen. 

Dass diese linken Schlägertrupps im Gegensatz zu ihren rechten Kollegen/Feinden nie zu sehen sind, ist dabei völlig nebensächlich. In den Nachrichten werden die mit vielen Konjunktiven dauernd in Aussicht gestellt. Die rechten Kommiknautscher hingegen werden als eine Art Neuauflage der Pfadfinder dargestellt. 

Fast genauso ist es wirklich. Fast. 

Nikolaus Lobkowicz lebt mit seiner Familie in Tschechien. Seit  Oktober 2025 erscheint seine neue Kolumne "Gedanken aus dem Auenland" regelmäßig auf kath.net.


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