Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  2. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  3. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  4. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  5. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  6. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  7. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  8. Papst antwortet auf Leserbrief eines Atheisten
  9. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  10. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  11. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  12. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  13. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  14. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden
  15. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"

Stranger Things

2. Jänner 2026 in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Stranger Things ist natürlich kein Einzelfall, wenn es darum geht, wie mediale Unterhaltung als trojanisches Pferd für relativistisch geprägte Ideologie verwendet wird - Gedanken aus dem Auenland - Kommentar von Nikolaus Lobkowicz


Prag (kath.net)

Ich bin eigentlich alles andere als ein Horror Film Fan. Der Gedanke, mir absichtlich etwas anzuschauen das mir Angst einflösst, ist mit meinem Naturell nur schwer zu vereinbaren- ausser, die Geschichte ist extrem gut. Deswegen dauert es oft lange bis ich mich an Geschichten und Filme aus dem Horror Genre ran traue; und so kommt es, dass ich tatsächlich „erst“ vor einigen Jahren zum erstmal sehr zaghaft eine Episode der Serie „Stranger Things“ sah, während ich mit einer schweren Grippe im Bett lag. Drei Tage später hatte ich mir tatsächlich alle Folgen dieser spektakulär unterhaltsamen und auf merkwürdige Weise positiven Serie reingezogen, die erst mal eher als eine klassische und vergleichsweise harmlose Coming of Age Story daherkommt: 

Eine Bande „nerdiger“ und dabei hoch sympathischer Kinder aus den 80ern geraten wieder Willen ins Zentrum einer Entwicklung, bei der eine materielle Manifestation der Hölle immer aggressiver versucht, die natürliche Welt zu überkommen. Wie die Kinder an dieser Herausforderung wachsen und mit welchem Witz und Mut sie ihr begegnen, ist in etwa so glaubwürdig wie Indiana Jones und dabei so charmant wie „Stand by me“. 

Die Serie ist- zunächst- weitestgehend frei von ideologischen Belehrungen und jener semi-subtilen Indoktrinierung, an die wir uns mittlerweile so gewöhnt haben, wie zu Schulzeiten an den Mundgeruch eines Klassenkameraden. Das ändert sich aber, als in Season 4 klar wird, dass eine der männlichen Hauptfiguren offenbar homosexuelle Regungen hat, und gleichzeitig eine neue lesbische Hauptfigur ins Spiel gebracht wird, die natürlich ein starker Sympathieträger ist. In Season 5 wird das „Coming Out“ der männlichen Figur dann unverhohlen zum zentralen Element, sozusagen als der Kiesel, mit dem der Goliath dieser Erzählung zur Strecke gebracht werden soll. Besagte Figur, ein stereotypisch sanfter und sensibler


Junge namens Will, ist auch die am meisten gequälte Figur der ganzen Geschichte- gleich anfangs vom dämonischen Oberbösewicht entführt, gefoltert und für dessen finsteren Zwecke missbraucht, leidet der Bub im Verlauf der Serie (während der er heranwächst) zunehmend stärker an seiner hoffnungslosen Verliebtheit in seinen besten Freund.  Besonders durch die Dialoge mit der lesbischen Mitkämpferin Robin kommt Will nach und nach zu der Einsicht, dass gerade seine homosexuelle Neigung die Quelle seiner neu entdeckten übernatürlichen Fähigkeiten ist. 

Die intensive Eindringlichkeit, mit der dieser Prozess dargestellt wird, ist absolut beeindruckend- eindringlichst wird hier von Robin dafür geworben, dass Will doch endlich „der sein solle, der er wirklich ist“. Dabei wird ganz selbstverständlich so getan, als seien sexuelle Orientierung und Identität ein und dasselbe. 

Diese extrem spannende, durchaus anspruchsvoll gehaltene Serie wird von 12-17 jährigen auf der ganzen Welt gesehen- und aufgrund der immer grösseren Gruppe der durchwegs sympathisch Imperfekten „Guten“ findet bestimmt jeder irgendwo eine Identifikationsfigur. Jugendliche, die in einem relativistischen Umfeld aufwachsen (und daher Richtig und Falsch für rein subjektive Kategorien halten), finden hier wohlmöglich Antworten auf Fragen, die ihnen von ihrem kulturellen und medialen Umfeld sowieso dauernd gestellt werden: 

“Welche sexuelle Orientierung hast du?”

Und:

„Wer bist Du?“

Die verführerische Suggestion ist, dass diese Fragen zusammengehören. Dass ihre Beantwortung  identitätsstiftend sein könnte. Und wenn gleichzeitig die heterosexuelle Beziehung zwischen zwei anderen Hauptfiguren zerbricht- und der männliche Teil seinen Verlobungsring zum Schluss Machen verwendet- dann wird peinlich deutlich, was die Drehbuch Schreiber positiv betonen wollen und was nicht. 

Stranger Things ist natürlich kein Einzelfall, wenn es darum geht, wie mediale Unterhaltung als trojanisches Pferd für relativistisch geprägte Ideologie verwendet wird. Aber, besonders die Vermischung dieser Ideen mit dem Übernatürlichen und dem suggerierten Versprechen von übernatürlicher Macht hat eine besonders ausgeprägte verführerische Note. 

Des jungen Will‘s Leiden an sich selbst, aber eben auch an seinen von aussen kommenden Qualen, hat ganz bestimmt gerade für aufgrund von Pubertät unsichere  Jugendliche gewaltiges Identitfikationspozenzial. Die Figur des Will wird hier ganz bewussten zu einer schwulen Christus Darstellung stilisiert, deren Erlösung ihr Coming Out ist. Gleichzeitig ist diese „Versöhnung mit der sexuellen Orientierung“ hier irgendwie auch der Katalysator dafür, dass Will seine scheinbar enormen übernatürlichen Kräfte entdeckt. Womit das beliebte Genre des „Coming of Age“ sich mit dem esoterischen verbindet, und somit selbst zu genau der Art von sehr realem Einfallstor für unsichtbare Kräfte wird, um die es in dieser fiktiven Serie geht. Diese Serie geistig unbeschadet zu sehen setzt daher meiner persönlichen ein Mass an geistiger Reife und Unterscheidungsgabe voraus, das nur sehr wenige Pubertierende haben dürften. 

 

Nikolaus Lobkowicz lebt mit seiner Familie in Tschechien. Seit  Oktober 2025 erscheint seine neue Kolumne "Gedanken aus dem Auenland" regelmäßig auf kath.net.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Gedanken aus dem Auenland

  1. Bekenntnisse eines Warmduschers
  2. "Als wären wir in einem griechischen Epos"
  3. "Aktuelle Zerrspiegel-Reflexion"
  4. Der Gaza Konflikt - Versuch einer Einordnung
  5. Die Polarisierung unserer Gesellschaft, und was dagegen unternommen werden kann.
  6. "Lieber Herr Bischof Oster, nur ein bisschen mehr Wohlwollen!"







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  4. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  5. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  6. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  7. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  8. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  9. Bischof Erik Varden bei Fastenexerzitien im Vatikan: „Tausende fallen“
  10. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  11. „Es ist verlockend aber zweifelhaft zu glauben, wir müssten mit den Moden der Welt Schritt halten“
  12. Mexiko in Angst: Priester spenden auf einem Dach eucharistischen Segen
  13. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  14. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  15. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz