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Die Stunde der Hingabe. Die Freiheit der Liebe im Angesicht der Passion

vor 2 Tagen in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Papst Leo XIV. über die Gefangennahme Jesu. Die Offenbarung der Freiheit, die Liebe bleibt selbst in der Nacht des Leidens frei. Die wahre Hoffnung: zu wissen, dass selbst in der Dunkelheit der Prüfung die Liebe Gottes uns trägt. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Jesus, der alles wusste, was mit ihm geschehen sollte, ging hinaus und fragte sie: Wen sucht ihr? Sie antworteten ihm: Jesus von Nazaret. Er sagte zu ihnen: Ich bin es. Auch Judas, der ihn auslieferte, stand bei ihnen. Als er zu ihnen sagte: Ich bin es!, wichen sie zurück und stürzten zu Boden. Er fragte sie noch einmal: Wen sucht ihr? Sie sagten: Jesus von Nazaret. Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, dass ich es bin. Wenn ihr also mich sucht, dann lasst diese gehen! So sollte sich das Wort erfüllen, das er gesagt hatte: Ich habe keinen von denen verloren, die du mir gegeben hast“ (Joh 18,4-9).

Papst Leo XIV. richtete in seiner Katechese bei der Generalaudienz am Gedenktag der heiligen Monika den Blick auf den Beginn der Passion Jesu, auf den Augenblick seiner Gefangennahme im Garten Getsemani. Der Papst stellte heraus, dass der Evangelist Johannes Jesus nicht als einen darstellt, der sich fürchtet oder flieht, sondern als einen, der frei handelt und die Stunde annimmt, in der sich das größte Geschenk der Liebe zeigt.

Leo XIV. erinnerte an das Wort aus dem Johannesevangelium: „Jesus, der alles wusste, was mit ihm geschehen sollte, ging hinaus und fragte sie: Wen sucht ihr? (Joh 18,4). Jesus wisse, so der Papst, was geschehen werde. Dennoch gehe er nicht zurück, sondern er gebe sich hin. Er lasse sich nicht nehmen, sondern er schenke sich: „Er ist kein Opfer einer Verhaftung, sondern der Urheber eines Geschenks. In dieser Geste verkörpert sich eine Hoffnung auf Erlösung für unsere Menschheit: zu wissen, dass man selbst in der dunkelsten Stunde frei bleiben kann, um von ganzem Herzen zu lieben“.


Ein besonderer Akzent stand auf der Antwort Jesu „Ich bin es“. Leo XIV. erläuterte: „Als Jesus antwortete ‚Ich bin es‘, wichen die Soldaten zurück und fielen zu Boden. Diese Worte erinnern in der Heiligen Schrift an den Namen Gottes selbst: ‚Ich bin‘. So offenbart Jesus, dass die Gegenwart Gottes dort aufleuchtet, wo der Mensch Unrecht, Furcht und Einsamkeit erfährt. Gerade dort will das Licht erscheinen, das nicht überwunden wird durch die Macht der Finsternis“. Der Papst unterstrich, dass die Hoffnung des Christen nicht in der Flucht liege, sondern in der Entscheidung. Sie erwachse aus dem Gebet, das nicht darum bitte, dass das Leiden erspart werde, sondern um die Kraft, in der Liebe auszuharren. Eine frei für die Liebe gegebene Hingabe könne niemand nehmen.

An das Wort Jesu erinnernd, sagte Leo XIV.: „Wenn ihr also mich sucht, dann lasst diese gehen“ (Joh 18,8). Im Moment seiner Gefangennahme denke Jesus nicht an seine eigene Rettung, sondern an die Freiheit seiner Jünger. Sein Opfer sei ein Akt der Liebe: er lasse sich binden, um die Seinen freizulassen. Der Papst wies darauf hin, dass Jesus jeden Tag seines Lebens als Vorbereitung auf diese Stunde gelebt habe. Darum suche er keine Flucht, sondern er nehme die Stunde an. Das Bild vom Weizenkorn sei hier entscheidend: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.“

Leo XIV. machte deutlich, dass Jesus selbst den inneren Kampf erfahre. Auch er empfinde den Weg zum Kreuz als Weg in den Tod. Doch er sei überzeugt, dass nur das Leben, das aus Liebe hingegeben wird, am Ende wiedergefunden wird. Darin liege die wahre Hoffnung des Glaubens: dass selbst im Leid ein Keim eines neuen Lebens verborgen ist.

Der Papst lenkte den Blick auf eine Szene, die das Markusevangelium überliefert: „Ein junger Mann aber, der nur mit einem leinenen Tuch bekleidet war, wollte ihm nachfolgen. Da packten sie ihn; er aber ließ das Tuch fallen und lief nackt davon“ (Mk 14,51f.). Leo XIV. erläuterte, dass dieses rätselhafte Bild an die Erfahrung erinnere, wie der Mensch in seiner Nachfolge Jesu seiner Sicherheiten beraubt werde. Doch am Ende des Evangeliums stehe wiederum ein junger Mann, nun gekleidet in ein weißes Gewand, der den Frauen die Auferstehung verkünde. Darin zeige sich die Hoffnung des Glaubens: dass die Sünde und das Versagen nicht verhindern, dass Gott den Menschen vergibt und neu zur Nachfolge befähigt.

Am Schluss seiner Katechese rief der Papst den Gläubigen zu: „Lernen auch wir, uns dem guten Willen des Vaters zu übergeben, sodass unser Leben eine Antwort wird auf das empfangene Gute. Im Leben ist es nicht nötig, alles unter Kontrolle zu haben. Es genügt, jeden Tag die Liebe frei zu wählen. Das ist die wahre Hoffnung: zu wissen, dass selbst in der Dunkelheit der Prüfung die Liebe Gottes uns trägt und in uns die Frucht des ewigen Lebens reifen lässt“.

Die Katechese von Papst Leo XIV. stellt die Gefangennahme Jesu in den Zusammenhang der Heilsgeschichte. In ihr wird deutlich, dass die Passion nicht als äußerer Zwang verstanden werden kann, sondern als Ausdruck der inneren Freiheit des Sohnes, der den Willen des Vaters annimmt. Damit wird die Stunde von Getsemani zur Offenbarung des Geheimnisses der Erlösung: das Kreuz ist nicht nur Ort des Leidens, sondern Ort der göttlichen Selbsthingabe, durch die sich die Hoffnung auf neues Leben für die Welt eröffnet.

Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum grüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Liebe deutschsprachige Brüder und Schwestern, bitten wir den Heiligen Geist, dass er auch uns in schwierigen und leidvollen Situationen jene Haltung des Vertrauens und der inneren Freiheit schenke, mit der Jesus sich dem guten Willen des Vaters überlassen und sein Leben für uns hingegeben hat.

Foto (c) Vatican Media

 


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