Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbruderschaft kritisiert ‚Doppelmoral‘ nach Verweigerung des Zutritts zur Basilika in Assisi
  2. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  3. Tantum ergo Sacramentum
  4. Kardinal Burke: Sexuelle Unmoral heute erinnert an Sodom und Gomorrha
  5. Eine vergiftete Unterstützungserklärung
  6. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“
  7. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  8. Während Messfeier mit Erstklässlern: Bengalisches Feuer in katholische Kirche geworfen
  9. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  10. ‚Das Exil von Pater Edmund‘
  11. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  12. Spannungen hinter den Kulissen: Papst lehnt gemeinsamen Auftritt mit Macron in Notre-Dame ab!
  13. 'Ich würde mir gerne Sorgen machen, aber ich mache mir keine'
  14. Die katholischen Bischöfe übernehmen die Schirmherrschaft zum Marsch für das Leben/Slowakei
  15. Papst Leo XIV. hebt Gehaltskürzungen im Vatikan auf

„Welt“: Das entschwärzte RKI-Protokoll „sorgt unter Politikern und Wissenschaftlern für Empörung“

16. Juni 2024 in Deutschland, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


FDP-Vizevorsitzende Wolfgang Kubicki kommentiert gegenüber der „Welt“, dass deutlich werde, „wie stark das RKI schon in den ersten Monaten der Pandemie von der Bundesregierung an die Kandare genommen“ worden sei.


Berlin (kath.net) „Das entschwärzte Protokoll einer internen RKI-Sitzung vom Mai 2020“ sorge „für Empörung bei Wissenschaft und Politik“. Das schreibt Elke Bodderas in der „Welt“ in ihrem Beitrag mit dem Titel „Entschwärzte Dokumente: Der Tag, an dem das RKI die Wissenschaft verriet“. Die jetzt endlich in weitgehend ungeschwärzter Form zugänglichen Dokumente informieren, dass es „am 5. Mai 2020 … in Berlin zu einer denkwürdigen Sitzung im Robert-Koch-Institut (RKI)“ gekommen sei, informiert Bodderas. „Das Thema hinter verschlossenen Türen: die ausufernden Corona-Infektionen, und wie mit einem unsinnigen, wissenschaftlich unhaltbaren Vorschlag aus dem Kanzleramt umzugehen ist. Der damalige Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU), aber auch der amtierende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatten vom RKI verlangt, eine aus der Luft gegriffene Zahl wissenschaftlich abzusegnen. Ab einer Inzidenz von 35 Infizierten auf 100.000 Einwohner, so stellten sich das Braun und Spahn vor, sollten in Deutschland harte Maßnahmen in Kraft treten. Vom formal unabhängigen RKI erwarteten die beiden Minister Zustimmung – und die wissenschaftlichen Argumente dazu.“


Bei dieser Sitzung „hielten es die Versammelten nicht für nötig, über den Vorschlag überhaupt erst zu diskutieren: ‚Ein einzelner Schwellenwert ist wenig zielführend.‘ Die RKI-Experten unter der Leitung des amtierenden RKI-Chefs Lothar Wieler und seines heutigen Nachfolgers im Amt, Lars Schaade, waren sich rasch einig: Die Forderung „wird aus fachlicher Sicht weitgehend abgelehnt“, schildert Bodderas nach Einblick in die Protokolle. Das Infektionsgeschehen „in den Landkreisen oder auch den Altersheimen“ sei zu unterschiedlich, um daraus flächendeckende Maßnahmen ableiten zu können. Bodderas schildert weiter, dass das Thema damit hätte erledigt sein können. Doch „die eigentlich unabhängigen Berater der Bundesregierung“ hätten das Feld gewechselt und seien „zum Politischen“ übergegangen. Man habe sich in dieser Expertenrunde gefragt, welche Konsequenzen es haben könnte, „wenn das RKI bei der wissenschaftlichen Wahrheit bliebe, wenn man also Kanzleramt und Minister reinen Wein einschenkte?“

Bodderas kommentiert, dass aus den entschwärzten Papieren hervorgehe, „dass dem RKI der Mut zum Widerspruch gefehlt habe. Im Protokoll wird der Gedankengang geschildert: „Kommt das RKI der politischen Forderung nicht nach“, zöge dies Konsequenzen nach sich, etwa das Risiko, „dass politische Entscheidungsträger „selbst Indikatoren entwickeln“ oder „das RKI bei ähnlichen Aufträgen nicht mehr einbinden“ würden. Doch, so wertet Bodderas, sei damit „die letzte Instanz“ ausgefallen, „die die Bundesregierung vor einer Fehlentscheidung hätte bewahren können“.

Bodderas schildert weiter, dass diese entschwärzten Informationen „unter Politikern und Wissenschaftler“ für Empörung gesorgt hätten. Der FDP-Vizevorsitzende Wolfgang Kubicki kommentiert gegenüber der „Welt“, dass deutlich werde, „wie stark das RKI schon in den ersten Monaten der Pandemie von der Bundesregierung an die Kandare genommen“ worden sei. Während ständig erklärt worden sei, dass „die Maßnahmen wissenschaftlich fundiert und über jeden Zweifel erhaben“ seien, hätten tatsächlich „Spahn und Braun“ „drohend die Linien“ vorgegeben. Kubicki überlegte, ob hier ein Fall von Machtmissbrauch zwischen Dienstherr und Institut vorläge. Jedenfalls fordert er „eine Aufarbeitung der Pandemiepolitik“, dazu brauche es aber „eine Kommission des Parlaments“, nicht etwa der Regierung, erläuterte er gegenüber der „Welt“.

Foto: Symbolbild


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Robert Bellarmin SJ – De gemitu columbae
  3. Marsch fürs Läbe: Together for Life! – Männer übernehmen Verantwortung für das Leben
  4. Während Messfeier mit Erstklässlern: Bengalisches Feuer in katholische Kirche geworfen
  5. ‚Das Exil von Pater Edmund‘
  6. Gericht stoppt Zwang zur Suizidhilfe für katholische Nonnen in Illinois
  7. Slowakei: Aufrufe zu Lebensschutz und Dialog bei Nationalwallfahrt
  8. Damit die nächste Saat aufgehen kann
  9. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“
  10. Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  11. Eine vergiftete Unterstützungserklärung
  12. „Manchmal ist es schwer, den Zusammenhang zwischen meinem Kreuz und dem Kreuz Christi zu erkennen“
  13. 'Ich würde mir gerne Sorgen machen, aber ich mache mir keine'
  14. Die Bibliothek als Herz des kirchlichen Gedächtnisses. ‚Nimm und lies!‘ - Die Unruhe der Wahrheit
  15. „Ich erwarte die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz