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Bischof Voderholzer: Papst Franziskus schätzt die vatikanische Glaubensbehörde sehr

29. Mai 2024 in Weltkirche, 8 Lesermeinungen
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Regensburger Bischof ist als ausgesprochener Kritiker bestimmter Aspekte des Synodalen Weges in Deutschland bekannt, er „habe meine Einschätzung auch in Rom freimütig kundgetan. Das hat offensichtlich der Verlängerung meines Mandats nicht geschadet.“


Regensburg (kath.net/pbr) Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer ist dem Eindruck entgegengetreten, dass Papst Franziskus die Vatikanische Glaubensbehörde weniger schätze, als dies seine unmittelbaren Vorgänger getan hatten. Im Interview mit der Katholischen Sonntagszeitung für das Bistum Regensburg (Ausgabe dieser Woche) sagte Voderholzer: „Nach meiner Beobachtung schätzt Papst Franziskus die Arbeit des Dikasteriums für die Glaubenslehre sehr. Dass er jetzt seinen langjährigen Vertrauten zum Präfekten gemacht hat, spricht auch dafür.“ Der argentinische Kardinal Victor Manuel Fernandez steht der Behörde seit Juli 2023 vor.

Bischof Voderholzer äußerte sich in dem Blatt, nachdem seine Mitgliedschaft im Glaubensdikasterium mit Schreiben vom 10. Mai 2024 bereits zum zweiten Mal um fünf Jahre verlängert worden war.

Kritik am Synodalen Weg „hat nicht geschadet“

Der Regensburger Oberhirte ist nach eigenem Bekunden als einziger deutscher Bischof Mitglied dieser Vatikanbehörde und als ausgesprochener Kritiker bestimmter Aspekte des Synodalen Weges in Deutschland bekannt. Allerdings, so Voderholzer in dem Interview, sollte man die Bedeutung des Synodalen Wegs im Zusammenhang mit seiner römischen Amtsverlängerung „nicht zu hoch veranschlagen“. Denn er sei auch in den Jahren 2014 und 2019 ohne diesen Hintergrund berufen worden. Einschränkend fügte er hinzu: „Ich habe freilich seither meine Einschätzung auch in Rom freimütig kundgetan. Das hat offensichtlich der Verlängerung meines Mandats nicht geschadet.“


Mit Kardinal Fernandez, dem Präfekten des Glaubensdikasteriums, verstehe er sich gut, sagte Voderholzer: „Ich bewundere seine Schaffenskraft, seine ruhige und durch nichts zu erschütternde klare Linie, auf der Basis des nicht antastbaren Depositum fidei die Impulse von Papst Franziskus treu umzusetzen.“ Fernandez' unmittelbaren Vorgänger, Kardinal Luis Ladaria, schätze er „wegen seiner profunden patristischen Kenntnisse und seiner väterlichen Art“. Zu Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Präfekt bei Voderholzers erster Berufung 2014 in die damalige Glaubenskongregation, habe es „einen engen und freundschaftlichen Kontakt“ gegeben. Das Denken Müllers – seines Lehrers und Doktorvaters – liege ihm „vor dem Hintergrund der deutschen Universitätstheologie auch am nächsten“. Dass er auf den Vorschlag aller drei Präfekten hin vom Papst berufen wurde, „freut mich und macht mich auch ein bisschen stolz“, betonte der Regensburger Bischof.

Entscheidung für den Glauben „eine heilsame Provokation“

Vorbehalte einer säkularen Öffentlichkeit gegen das Hauptthema des Dikasteriums – die Glaubenslehre, das Dogma – wies Voderholzer im Interview zurück: „Der dogmatische Antidogmatismus von Teilen der säkularen Gesellschaft ist zum Teil sehr amüsant, ebenso wie die mit größter Leidenschaft behauptete Wahrheitsunfähigkeit des Menschen.“

Der Glaube, so der frühere Dogmatikprofessor an der Universität Trier, sei keine Erfindung der Menschen, sondern „Geschenk Gottes und der Kirche zur Bezeugung und Weitergabe anvertraut“. Der Wahrheitsanspruch der christlichen Botschaft sei kein angemaßter, sondern entspreche dem „demütigen Bekenntnis“ zu Jesus Christus: „In einer Welt, in der alles funktionalisiert erscheint, alles nur vorläufig und zur Probe geschieht, ist die nicht-hypothetische Lebensentscheidung im Glauben eine (heilsame!) Provokation.“

Angesichts einer „nicht aufzuhaltenden“ Säkularisierung erklärte Voderholzer, die unterschiedlichen Arten und Weisen, darauf zu reagieren – durch strukturelle Änderungen oder Anpassung – hätten offensichtlich keine Auswirkung. Daher gebe er als Bischof den Ratschlag, „sich auf die Kernaufgabe zu konzentrieren, den Glauben froh und würdig zu feiern und zu verkünden, Gutes zu tun, den Menschen nahe zu sein“.

Archivfoto Bischof Voderholzer (c) Bistum Regensburg


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Lesermeinungen

 CatoUticensis 29. Mai 2024 
 

Ein Bischof mit Vorbildwirkung

Ich denke dass die Worte der Wertschätzung von Bischof Voderholzer für die drei genannten Präfekten mehr sind als pure Floskeln. Ich für meinen Teil bin in jedem Fall dankbar dass Bischof Voderholzer mit seiner geraden und katholischen Haltung auch eine Stimme im Glaubensdikasterium hat. Wir sind uns alle einig (denke ich mal...) dass die Kirche in Deutschland zur Zeit nicht mit Hirten von diesem Schlag gesegnet ist. Umso dankbarer sollten wir für Bischöfe wie Voderholzer und Oster sein. Sie sind uns Vorbild und Anker in stürmischen Zeiten.


3
 
 heikostir 29. Mai 2024 
 

Drei Berufungen unter drei sehr unterschiedlichen Präfekten (Müller, Ladaria und Fernandez). Das zeigt, dass Voderholzers Qualitäten als Theologe geschätzt werden. Freut mich für ihn und freut mich für die Weltkirche.

In der DBK und beim Synodalen Weg gehört Voderholzer zur theologischen Minderheitsfraktion. Das spricht aber FÜR Vorderholzer und GEGEN die DBK- und ZdK-Mehrheit!

Gottes Segen für die Aufgabe und viele Grüße aus Bayreuth.


4
 
 Wynfried 29. Mai 2024 

@ Jothekieker: „Was soll er auch sonst sagen?“

Nun, rein formal kann man die Auslassungen von Kardinal Fernandez durchaus rechtgläubig interpretieren. Was ist aber mit der Praxis? Ist das nicht alles sehr unübersichtlich und verwirrend?


1
 
 lesa 29. Mai 2024 

Sende der Kirche dein Licht und viel Aufrichtigkeit!

"Sende dein Licht und deine Wahrheit, damit sie mich leiten; sie sollen mich führen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung.
So will ich zum Altar Gottes treten, zum Gott meiner Freude. Jauchzend will ich dich auf der Harfe loben, Gott, mein Gott.
Meine Seele, warum bist du betrübt und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, meinem Gott und Retter, auf den ich schaue" (aus Psalm 43).
Sende allen Hirten DEIN Licht - und mit ihm viel Aufrichtigkeit und Mut, die Wurzeln der Kirchenkrise anzuschauen und um der Herde willen zu benennen. Ressentiments einerseits und Beschönigen und Übertünchen andererseits beenden.


5
 
 Goldengirl 29. Mai 2024 
 

Mein Bischof

Ich bin froh dass ich in der Diözese Regensburg
leben darf ! Ich liebe meinen Bischof und bete für ihn Tag und Nacht...


3
 
 lakota 29. Mai 2024 
 

Gute Ansichten

"Daher gebe er als Bischof den Ratschlag, „sich auf die Kernaufgabe zu konzentrieren, den Glauben froh und würdig zu feiern und zu verkünden, Gutes zu tun, den Menschen nahe zu sein“.

Wenn alle unsere Bischöfe das tun würden, wäre schon viel gewonnen!


3
 
 SalvatoreMio 29. Mai 2024 
 

Kluge und schlichte Worte, die zum Nachdenken einladen!

Der Bischof äußert sich sehr schön zum Wahrheitsanspruch der Kirche bzgl. der Glaubenslehre: "sie sei keine Anmaßung, sondern demütiges Bekenntnis zu Christus". Man könnte auch sagen, sie sei die dankbare Antwort seiner Erlösten. Wir tragen diese Wahrheit in Treue durch die Zeit, egal, was uns dabei blüht.
Es geht um die Wahrheit Gottes, teilweise in "verhasste" Dogmen gefasst. Wir erleben es doch unter uns Christen gelegentlich im Gespräch: "Frau oder Herr Jedermann" weiß dazu seine geringschätzige Meinung zu sagen und ist auch gar nicht daran interessiert, mehr über eine Glaubensoffenbarung zu wissen. (z. B. "Unbefleckte Empfängnis Mariens; Aufnahme Mariens in d. Himmel" usw. usw.)


3
 
 Jothekieker 29. Mai 2024 
 

Was soll er auch sonst sagen?


3
 

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