Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  2. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  3. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  4. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  5. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  6. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  7. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  8. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  9. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  10. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  11. Papst antwortet auf Leserbrief eines Atheisten
  12. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  13. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden
  14. Beschließen ohne zu entscheiden?
  15. Die Nazi-Projektion

Armenien: Kirchenkritik an Zugeständnissen an Aserbaidschan

10. Juni 2023 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Armenischer Premierministers Paschinjan kann sich vorstellen, armenische Enklave Berg-Karabach als Teil Aserbaidschans anzuerkennen - Armenisch-apostolische Kirche widerspricht heftig


Jerewan/Zürich (kath.net/KAP) Die Armenische Apostolische Kirche hat die Aussagen des armenischen Premierministers Nikol Paschinjan zu Friedensverhandlungen mit Aserbaidschan und zur Zukunft Berg-Karabachs scharf kritisiert. Das berichtet der "Nachrichtendienst Östliche Kirchen" (NÖK) in seiner aktuellen Ausgabe vom Wochenende. Paschinjan hatte am 22. Mai bei einer Pressekonferenz erstmals explizit seine Bereitschaft geäußert, Berg-Karabach als Teil Aserbaidschans anzuerkennen.

Armenien akzeptiere die "territoriale Integrität Aserbaidschans von 86.600 Quadratkilometern, vorausgesetzt, dass Aserbaidschan die territoriale Integrität Armeniens von 29.800 Quadratkilometern anerkennt", sagte Paschinjan und fügte hinzu, dass zur genannten Fläche des aserbaidschanischen Territoriums auch das von Armeniern bewohnte Berg-Karabach gehöre.


In Reaktion auf die Ausführungen des armenischen Premierministers veröffentlichte der Oberste Geistliche Rat der Armenischen Apostolischen Kirche ein Statement, in dem er "die einseitigen Konzessionen, 'gerechtfertigt' mit dem Vorwand des Friedens" verurteilte. Mit diesem kurzfristigen Schritt setzte die armenische Regierung "unsere Brüder und Schwestern in Berg-Karabach unweigerlich einem neuen Genozid und Verlust des Vaterlands" aus. Die - international nicht anerkannte - Unabhängigkeit Berg-Karabachs und das Territorium Armeniens seien nicht verhandelbar, hieß es in dem Statement weiter.

Außerdem stehe es einer "einzelnen politischen Gruppe" nicht zu, Entscheidungen über die Heimat zu treffen. Der Rat forderte die Machthabenden auf, ihre "defätistische Mentalität" und "destruktiven Schritte" aufzugeben, um würdige Lösungen zu finden. Er rief das Volk und die staatlichen Institutionen auf, die Situation "nüchtern zu beurteilen" und in der "Verfolgung unserer Nationalinteressen standhaft und einig zu bleiben". In der Frage sei eine klare Äußerung des Volkswillens nötig.

Premierminister Paschinjan sprach in der Pressekonferenz ebenfalls die Sicherheit der armenischen Bevölkerung in Berg-Karabach an. Er forderte direkte Verhandlungen zwischen Berg-Karabach und Aserbaidschan, begleitet von "internationalen Garantien", um die "Rechte und Sicherheit" der Bevölkerung sicherzustellen. Sonst werde Aserbaidschan seine "Politik der ethnischen Säuberung und des Genozids gegen die Armenier Berg-Karabachs mit Gewalt fortsetzen", warnte er. Die laufenden Friedensgespräche, die im Mai in den USA, Brüssel und Moskau stattfanden und in Chisinau weitergehen sollen, bezeichnete er als "intensiv" und hoffte, so bald wie möglich ein Abkommen zu unterzeichnen.

Die Pressekonferenz löste in Armenien und Berg-Karabach heftige Reaktionen aus. Armenische Oppositionsparteien und frühere Präsidenten kritisierten den armenischen Regierungschef. Politiker in Berg-Karabach verurteilten die Aussagen ebenfalls und lehnten jedes Friedensabkommen, das Berg-Karabach Aserbaidschan zuschlagen würde, als illegal ab. Dem armenischen Premierminister sprachen sie die Zuständigkeit für solche Entscheide über das souveräne Berg-Karabach ab.

Copyright 2023 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  4. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  5. "Europa hat die Gefahr der islamischen Republik Iran noch immer nicht begriffen"
  6. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  7. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  8. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  9. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  10. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  11. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  12. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  13. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  14. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden
  15. Papst antwortet auf Leserbrief eines Atheisten

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz