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UMFRAGE: Menschen in Deutschland und Österreich haben genug von der Politisierung der Kirchen!

22. Mai 2023 in Aktuelles, 5 Lesermeinungen
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Eine Umfrage (Kirchenaustritt und Kirchensteuer) birgt gewaltigen Sprengstoff für die Kirchen in Deutschland und Österreich - "Jeder Dritte denkt an Kirchenaustritt und nur noch jeder Fünfte ist mit dem umstrittenen Kirchensteuersystem zufrieden."


Wien-Berlin (kath.net/rn

Jeder Dritte denkt an Kirchenaustritt und nur noch jeder Fünfte ist mit dem umstrittenen Kirchensteuersystem zufrieden. Fast alle haben keine Lust mehr auf die Politisierung der Kirchen. Dies zeigt eine brandaktuelle Umfrage für Deutschland und Österreich kurz vor Pfingsten, die von INSA-CONSULERE im Auftrag von "Kontrafunk" durchgeführt wurde. So findet es nur jeder sechste Befragte (17 Prozent) richtig, dass Teile der Evangelischen Kirche in Deutschland sich mit den Aktivitäten des Bündnisses „Letzte Generation“ solidarisiert haben. Unter den Mitgliedern der Evangelischen Landeskirchen ist die Zustimmung zur Solidarität mit der „Letzten Generation“ sogar noch geringer (15 Prozent).

Brisant ist auch die Befragung zum Thema Covid und die Impfung. Jeder zweite (51 %) fand in Deutschland den Aufruf der Kirchen, sich impfen zu lassen, richtig. Bei den unter 30-jährigen war die Zustimmung aber mit nur 34 % sehr niedrig. Besonders skeptisch gegenüber dem Aufruf zur Corona-Impfung waren die freikirchlichen Christen. Nur fand insgesamt nur jeder Vierte (26 Prozent) den damaligen Aufruf als richtig. Deutlich skeptischer zum Aufruf sind hingegen die Österreicher. Dort fanden es nur 28 Prozent richtig, dass die christlichen Kirchen in Österreich dazu aufriefen, sich gegen das Corona-Virus impfen zu lassen. Bei den Altersgruppen zwischen 16 und 59 Jahren sind es weniger als jeder Vierte.


Auch das Aussetzen der Gottesdienste war ein Thema der Umfrage. Nur 43 Prozent der Befragten fanden es richtig, dass während der Corona-Pandemie keine Gottesdienste vor Ort in Kirchen abgehalten werden durften. Bei den unter 30-Jährigen war auch hier die Zustimmung mit 31 Prozent nochmals deutlich niedriger. Unter den freikirchlichen Befragten sogar nur jeder Fünfte (21 Prozent). In Deutschland fanden vor allem Wähler der AfD (57 Prozent) diese Maßnahmen der Kirchen als falsch,

Was soll die Kirche den Menschen verkünden? Die große Mehrheit der Deutschen (56 Prozent) findet, dass sich die christlichen Kirchen in Deutschland stärker als bisher auf ihre geistlich-seelsorgerliche Tätigkeit konzentrieren sollen. Nur jeder Zehnte (10 Prozent) sieht das anders. Dem Rest ist es egal bzw. kann oder möchte sich dazu nicht äußern. Insbesondere die Mitglieder der evangelischen Landeskirchen (67 Prozent) und der römisch-katholischen Kirche (67 Prozent) sprechen sich für eine stärkere Konzentration auf die geistlich-seelsorgerliche Tätigkeit aus. In Österreich spricht sich knapp jeder Zweite (45 Prozent) dafür aus, dass sich die christlichen Kirchen in Österreich stärker als bisher auf ihre geistlich-seelsorgerliche Tätigkeit konzentrieren sollten. In allen christlichen Kirchen gibt es eine Mehrheit für die stärkere geistlich-seelsorgerliche Tätigkeit.

Aus der Umfrage geht auch hervor, dass jeder Vierte (27 Prozent), der aktuell einer christlichen Kirche angehört, hauptsächlich aus persönlicher Überzeugung in der Kirche bleibt. Ein weiteres Drittel (32 Prozent) bleibt hauptsächlich aus traditionellen Gründen in der Kirche. Interessant: 26 Prozent der westdeutschen aber 34 Prozent der ostdeutschen Kirchenmitglieder bleiben hauptsächlich aus persönlicher Überzeugung Mitglied ihrer Kirche. Am seltensten sagen Wähler der Grünen (19 Prozent) und der Linken (12 Prozent), dass sie hauptsächlich aus traditionellen Gründen in der Kirche bleiben. In Österreich blieben nur 22 Prozent hauptsächlich aus persönlicher Überzeugung in der Kirche. 41 Prozent bleiben hauptsächlich aus traditionellen Gründen.

Bristant für die Kirchen ist auch folgende Befragung: So schließt nur jedes zweite derzeitige Mitglied einer christlichen Kirche (52 Prozent) aus, aus der Kirche auszutreten. 15 Prozent sagen, dass sie sicher austreten werden. Weitere 21 Prozent werden es vielleicht tun. Mehr als jedes dritte aktuelle Kirchenmitglied (36 Prozent) sitzt also auf gepackten Koffern. In Österreich ist die Situation aber noch dramatischer als in Deutschland. Fast jedes zweite derzeitige Mitglied einer christlichen Kirche in Österreich (47 Prozent) schließt es derzeit aus, aus der Kirche auszutreten. 17 Prozent sagen, dass sie sicher austreten werden. Weitere 23 Prozent werden es vielleicht tun. Vier von zehn Kirchenmitgliedern sitzen also auf gepackten Koffern.

Und Sprengstoff für die Kirchen in Österreich und Deutschland birgt auch die Einstellung zur Kirchensteuer. Nicht einmal jeder Fünfte (18 Prozent) ist dafür, dass das bisherige Kirchensteuersystem beibehalten wird. Die Mehrheit der deutschen Befragten (51 Prozent) ist dafür, dass die christlichen Kirchen die Kirchensteuer selbst einziehen. Dem Rest ist es egal bzw. er weiß keine Antwort oder möchte nicht antworten. Auch unter den derzeitigen Kirchenmitgliedern ist in Deutschland nur jeder Vierte dafür, dass der Staat weiterhin die Kirchensteuer erhebt.


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