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Wir müssen wieder lernen, auf Christus zu blicken

3. März 2023 in Kommentar, 11 Lesermeinungen
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Auf der letzten Synodalversammlung wird sich zeigen, ob die Kirche mit der Universalkirche mitgeht oder ihren Wahrheitsanspruch aufgibt und damit bedeutungslos wird - BeneDicta am Freitag von Dorothea Schmidt


Regensburg (kath.net)

Die katholische Kirche in Deutschland steht an einem Scheideweg. Bei der letzten Synodalversammlung im März wird sich zeigen, ob die katholische Kirche in Deutschland in Glaube, sakramentaler Ordnung und hierarchischer Gemeinschaft weiter zerbricht — sie tut es objektiv jetzt schon —, oder ob sie sich einfügt in die Universalkirche mit dem Bischof von Rom als Oberhaupt. Eine dritte Option wäre das inoffizielle Schisma, in dem Beschlüsse des Synodalen Weges weiter einfach in den Bistümern umgesetzt werden, wie es ja bereits geschieht.

So hat beispielsweise der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing im Bistum Limburg ein neues Statut kurialer Leitungsstrukturen eingeführt, die eine neue Leitungsform diözesan umsetzt. Er hat ein eigenes teilkirchliches Arbeitsrecht etabliert, das im Widerspruch zu universalkirchlichen Normen steht und zudem — trotz des gescheiterten Papiers des Synodalen Weges zur neuen Sexualmoral — neue Leitlinien zur Sexualmoral veröffentlicht, die mit der christlichen Anthropologie nichts mehr gemein haben. Wie kann es sein, dass wir auf dem Synodalen Weg über Machtmissbrauch sprechen, zugleich der Bischof von Limburg ohne Berechtigung seine Mitarbeiter auf ein neues Leitungskonzept und eine neue Sexualmoral verpflichtet? Und damit alle jene in Gewissenskonflikte bringt, die die Lehre der Kirche achten.

Bätzing wagt Alleingänge, obwohl er bei der kontinentalen Phase der Weltsynode in Prag noch meinte, die Kirche dürfe „keine Sonderwege gehen“. Jetzt spricht er dagegen von einer „neuen Hermeneutik des Katholischen“, einer Kirche mehrerer Geschwindigkeiten. Das würde bedeuten, dass es essentiellen Fragen der Lehre und der kirchlichen Verfassung keine Einheit mehr gibt. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf ist sogar der Ansicht, die Kirche könne nur zusammenbleiben, wenn es regionale Lösungen und Wege geben würde. Von „Einheit in Vielfalt“ war die Rede. Aber kann es eine vielfältige Einheit geben, wenn die Kernfragen dessen, was die Kirche zusammenhält, nicht mehr gelten — für manche? Alle römischen Interventionen und Anordnungen sind auf dem Synodalen Weg einfach unberücksichtigt geblieben. Der letzte römische Einspruch vom 16. Januar 2023 wurde den Mitgliedern der Synodalversammlung nicht einmal direkt zugeleitet, geschweige denn Eingang auf die Tagesordnung gefunden.


Zu sagen, es habe keine Stoppschilder aus Rom gegeben, wie Bätzing es behauptete, ist eine Trivialität (ja, Rom hat nicht formell abgebrochen) — oder Ignoranz. In Rom hatte er noch angekündigt, die römischen Interventionen beherzigen zu wollen, was sich wieder als Nebelkerze erwies.

Man möchte „Ceterum Censio, viam synodalem esse finiendam“? in den Frankfurter Saal rufen, in dem nicht einmal eigene Regeln beachtet wurden; auch das geheime Wahlrecht wurde schlichtweg abgeschafft — und damit jedes Vetorecht all jener, die im Sinne der katholischen Kirche sprechen.

Die eigentliche Frage aber ist nun, ob eine Spaltung überhaupt noch verhindert werden kann? Selbst, wenn Rom den Synodalen Weg offiziell für beendet und die Beschlüsse für nichtig erklären würde — was sie aus kirchenrechtlicher Sicht ohnehin sind —, müsste man mit einem gewaltigen Aufstand der Laienverbände rechnen, und damit, dass sie in den Bistümern die Pläne des Reformprozesses einfach weiter umsetzen.

Dabei braucht niemand eine Kirche, die meint, aus eigener Kraft die Welt retten zu können. Die den Menschen all das anbietet, was sie in jedem Verein finden. Wer braucht eine Kirche, die ihren Wahrheitsanspruch aufgibt und im Namen nicht näher ausgewiesener humanwissenschaftlicher Erkenntnisse den Begriff der Barmherzigkeit überzieht und mit einem falschen Rekus auf die Liebe Gottes zu allen Menschen zu einem zügellosen Leben einlädt?

Wer braucht eine Kirche, die Christus und seine erfrischend herausfordernde, heilbringende, erlösende und erfreuliche Botschaft nicht mehr verkündet? Und das in einer Welt, in der Menschen sich zunehmend von Kirche und Glaube abwenden und doch keine Antworten auf ihre Fragen und Nöte finden in dieser Welt!  So eine Kirche macht sich selbst völlig unrelevant.

Die Kirche war als Kontrapunkt zur Gesellschaft immer Licht und Salz in der Gesellschaft. Wenn die Kirche dagegen Positionen der Welt übernimmt, ist sie nicht Licht und Salz, sondern eher das Schlusslicht. Sie hat der Welt dann nichts mehr zu sagen und entgegenzusetzen, weil sie schlichtweg mit der Gesellschaft verschmilzt. Mit gravierenden Folgen.

Wenn selbst die Kirche sich von der christlichen Anthropologie verabschiedet, die Grenzen der Sexualität sperrangelweit öffnet und eine ethikfreie Ethik implementiert, wendet sie sich damit im Grunde gegen die Familie mit Vater, Mutter, Kind, entwertet und destabilisiert sie. Ohne diesen Kern geraten die Grundfeste einer Gesellschaft ins Wanken. Ganz abgesehen davon, dass Missbrauchsaufarbeitung keine Rede sein kann.

Rom hat die Deutschen angewiesen, bis März Zeit sämtliche Inhalte der Synodenpapiere auf die Linien des katholischen Lehramtes und des Zweiten Vatikanischen Konzils zurückzubringen. Das ist bislang nicht erfolgt. Auch findet sich in der Tagesordnung der letzten Synodalversammlung im März kein einziger Hinweis darauf. Fünf Synodale haben bereits ihr Mandat niedergelegt. Jetzt könnte es auf die bislang schweigenden Bischöfe ankommen. Aber haben sie noch Mut — angesichts des manipulativen Drucks, der in den Versammlungen ausgeübt wurde?

Zweifellos würde das Eingestehen der Niederlage einige Verbandslaien derart verärgern, dass die Situation eskaliert und der Bischof in seinem Bistum inmitten von aufständischen Gläubigen lange Zeit Scherben aufschaufeln müsste, sollte er sich dem überhaupt stellen wollen. Das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) hat bereits durchblicken lassen, dass es den maximalen Konfrontationskurs gegen Rom zu fahren bereit ist, nicht aber zu irgendwelchen auch noch so kleinen Kompromissen. Ist das die Macht- und Gewaltenteilung, von der auf dem Synodalen Weg die Rede ist? Das ist eher die feindliche Machtübernahme der Kirche durch Interessengruppen.

Es scheint abgesehen von einem Wunder schier unmöglich, ohne einen Bruch und massive Kirchenaustritte aus der Krise zu finden. Aber eines ist klar: Nicht wir können das Unmögliche tun, sondern Christus. Wir müssen nur wieder lernen, auf ihn zu blicken.

VIDEOTIPP: Die erste und wichtigste Botschaft unserer Tage ist die Neuevangelisierung. Hirtenbrief von Bischof Rudolf Voderholzer zum 2. Fastensonntag 2023

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