Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  3. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  4. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  5. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  6. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  7. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  8. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  9. „Das Ende von Maria 2.0“
  10. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  11. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  12. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  13. Bekannte US-Influencerin und Mutter von neun Kindern konvertierte zum Katholizismus
  14. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  15. Politisch aber auch innerkirchlich „gibt es derzeit wieder viel Konfliktpotenzial“

Ordensmann: "Warum ist Fußball wichtiger als das Elend der Menschen?"

10. Dezember 2022 in Chronik, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Fr. Sabe vom syrischen Hilfswerk der Blauen Maristen berichtet in Schreiben an Initiative Christlicher Orient von unvorstellbarer Not in syrischer Metropole Aleppo.


Aleppo/Linz (kath.net/ KAP)

Wie kann es sein, dass ein Fußballturnier die ganze Aufmerksamkeit der Welt genießt und zugleich unzählige Menschen in Ländern wie Syrien ums Überleben kämpfen - und niemand zeigt dafür Interesse: "Warum ist Fußball wichtiger als das Elend der Menschen?" - Mit dieser anklagenden Frage hat sich Fr. Georges Sabe vom syrischen Hilfswerk der Blauen Maristen in einem Schreiben an die Initiative Christlicher Orient (ICO) gewandt. Das Hilfswerk ist in der nordsyrischen Metropole Aleppo tätig und versucht, u.a. mithilfe der ICO, die Not der Bevölkerung ein wenig zu lindern.

Das Elend in Aleppo sei keine unpersönliche Zahl, das Elend habe viele einzelne Gesichter, so Fr. Sabe. Er berichtete in seinem Kathpress vorliegenden Schreiben von einigen Fallbeispielen, Menschen bzw. Familien, die von den Maristen unterstützt werden. Fr. Sabe: "In einem Raum mit neun Quadratmetern leben eine Großmutter, ihr arbeitsloser Sohn mit seiner schwangeren Frau, die Familie einer Tochter mit ihrem Mann und drei Kindern; dazu noch eine weitere alleinerziehende Tochter mit Kind."


Die Großmutter habe seit Jahren nichts von ihrem Ehemann gehört, der als vermisst gilt. Der dreifache Familienvater arbeite als Lumpensammler, die alleinerziehenden Tochter musste die weiterführende Schule abbrechen, da sie sich nicht einmal mehr den Transport hatte leisten können. Die einzige Lichtquelle im Raum sei eine LED-Lampe, die mit einer Batterie betrieben wird. Das Haus, in dem sich der Raum befindet, wurde ihnen von Freunden zur Verfügung gestellt. Selbst hätten diese Menschen nichts. "Während des Krieges mussten sie mehrmals umziehen, sie haben alles verloren. Sie brauchen alles, Kleidung, Windeln und Milch für das Baby, Lebensmittel, Medikamente und vieles mehr. Und vor allem: Sie brauchen ihre Würde."

Ein anderes Beispiel von Fr. Sabe: "Wir besuchten eine Familie in einem desolaten Haus. Der Eingang und die Küche sind mit einer Plane abgedeckt, doch wenn es regnet, läuft das Wasser durch. Nur das kleine Schlafzimmer ist leidlich geheizt. Auf dem Boden liegt ein 17-jähriger, querschnittsgelähmter Junge. Der Vater beheizt den kleinen Ofen mit Stofffetzen." Von der Regierung gebe es 50 Liter Heizöl pro Jahr und Familie. Das sei längst aufgebraucht. "Die Familien verheizen alles, was sie finden, vor allem Stoff und Plastik; mit erheblichen gesundheitlichen Schäden für die Menschen", so Fr. Sabe. Der Westen müsse seine Gleichgültigkeit gegenüber diesen Menschen endlich überwinden, betonte der Marist, der eindringlich um weitere Hilfe bat.

Die Maristen stellen u.a. für tausende Kinder Milch bzw. Babynahrung zur Verfügung. Für die ärmsten Schichten der Bevölkerung übernehmen sie die Kosten für medizinische Behandlungen und eine rudimentäre Stromversorgung. Mit einer Suppenküche versorgt das Hilfswerk zudem täglich 200 alte Menschen in Not. Freiwillige der Organisation haben zudem einen Besuchsdienst für die alten, alleinstehenden Menschen ins Leben gerufen.

Weiters haben die Maristen verschiedene Hilfsprogramme laufen, mit denen sie kriegstraumatisierten Kindern zurück in ein normales Leben helfen wollen. Hunderte Kinder und Jugendliche werden in Aleppo in unterschiedlichen Kursen betreut. Die ICO unterstützt diese Programme seit einigen Jahren.

Zudem hat die ICO aber auch weitere Nothilfeprogramme am Laufen. Seit gut einem Jahr finanziert etwa das Hilfswerk die Suppenküche der katholischen Pfarre St. Franziskus in Aleppo. Ende Oktober konnte bereits die 300.000ste warme Mahlzeit für Bedürftige ausgegeben werden. Derzeit werden täglich rund 1.200 Mahlzeiten zubereitet. Das Projekt sei allerdings ständig in Gefahr, nicht mehr weitergeführt werden zu können.

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Papst Leo an 80.000 Jugendliche im Stade de France: "Wer mit Gott lebt, ist frei"
  3. „Wenn wir Eucharistie feiern, dürfen wir mit allem zu ihm kommen, was in uns unvollendet ist“
  4. Neuer Schülerkreise Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI. bestätigt bisherigen Vorstand im Amt
  5. Nordische Bischofskonferenz beendet Herbstvollversammlung in Paderborn
  6. Zwischen Stein und Geheimnis: ‚Ohne die Liturgie würde Notre-Dame ihre Seele verlieren‘
  7. Die Menschheitsfamilie zwischen Babel und Pfingsten
  8. Der Mensch ist mehr als eine Maschine - Die Würde des Menschen vor dem Angesicht Gottes
  9. Bischof Erik Varden: „Den Fremden willkommen heißen“
  10. Leo an Bischöfe: „Liebe Brüder, wir müssen immer wieder in die Schule des Kreuzes zurückkehren“
  11. Chefredakteur Philippe Marie: „Ich werfe dem Erzbistum Paris vor, die Pressefreiheit zu verletzen“
  12. Dem Leben verpflichtet: Johanna Gräfin von Westphalen
  13. Kurienkardinal Parolin nennt „Lebensschutz“ eines der Schwerpunktthemen von Leos Frankreichreise
  14. USA: Medienbischof Fulton Sheen ist nun seliggesprochen!
  15. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz