Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  3. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  4. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  5. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  6. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  7. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  8. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  9. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  10. „Das Ende von Maria 2.0“
  11. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  12. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  13. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  14. Bekannte US-Influencerin und Mutter von neun Kindern konvertierte zum Katholizismus
  15. Politisch aber auch innerkirchlich „gibt es derzeit wieder viel Konfliktpotenzial“

‚Wenn die Abtreibung nicht aufhört, hören wir auch nicht auf!’

18. November 2022 in Prolife, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Jonathon Van Maren analysiert warum die Referenden in fünf US-Bundesstaaten Mehrheiten gegen den Lebensschutz erhalten haben.


Washington D.C. (kath.net/jg)

Bei den US-Wahlen am 8. November haben fünf Bundesstaaten Referenden über Abtreibungsfragen abgehalten. Alle Referenden sind zu Gunsten der Abtreibungsbefürworter ausgegangen. Der Autor und Lebensschützer Jonathon Van Maren hat die Situation in den USA für das Magazin First Things analysiert.

Nach der Aufhebung des Urteils „Roe v. Wade“ durch den Obersten Gerichtshof können die US-Bundesstaaten die Abtreibung gesetzlich einschränken oder verbieten. Die Abtreibungsbefürworter in den USA gehen jetzt auf dieselbe Weise vor wie die Pro-Abtreibungsbewegung in Irland, der es 2018 gelungen ist, die Abtreibung zu legalisieren, schreibt Van Maren.

Die Wähler könnten grob in drei Gruppen eingeteilt werden: die überzeugten Lebensschützer, die überzeugten Abtreibungsbefürworter und die zwischen diesen beiden befindliche „weiche Mitte“, welche die Anliegen der Abtreibungsbewegung als zu extrem empfindet, aber Abtreibungen unter bestimmten Bedingungen befürwortet. Die Aktivisten beider Seiten müssen bei Volksabstimmungen versuchen, diese Gruppe auf ihre Seite zu bringen. Die Abtreibungsbewegung habe dabei signifikante Vorteile, schreibt Van Maren.

Zum ersten hätten die Abtreibungsbefürworter die Medien auf ihrer Seite. So habe es etwa beim Abtreibungsreferendum in Irland keine Rolle gespielt, dass mehrere Untersuchungen zu dem Ergebnis gekommen seien, dass Savita Halappanavar nicht gestorben sei weil ihr eine Abtreibung verweigert worden ist. Entscheidend sei gewesen, dass die Medien ein einfaches, schlagkräftiges Narrativ geschaffen hatten: Das Abtreibungsverbot in der irischen Verfassung sei für den Tod einer jungen Frau verantwortlich. Den Medien gelang es, die Wähler davon zu überzeugen, dass Frauen sterben, wenn das Abtreibungsverbot nicht aufgehoben wird. Die Abtreibungsbewegung musste nicht Abtreibung auf Verlangen verkaufen. Es reichte, die Wähler in der Mitte davon zu überzeugen, das Lebensschutzgesetze Frauen töten.


Das gleiche Narrativ habe bei den US-Wahlen 2022 funktioniert. Zahllose Berichte in Zeitungen und Nachrichten sowie die Werbeeinschaltungen in den Medien hätten den Wählern die Botschaft vermittelt, dass sie für legale Abtreibung stimmen müssen – sonst würden Frauen sterben.

Lebensschützer hätten diese Behauptung widerlegt, hätten dafür aber nicht dieselbe Aufmerksamkeit der Medien erhalten. Im Gegenteil, die Medien hätten diesen Erklärungen häufig direkt widersprochen. Es gelte auch hier das Sprichwort: Wenn Du in der Politik etwas erklären musst, hast Du schon verloren. Die Lebensschützer seien ständig zum Erklären gezwungen worden. Ihre komplexeren Antworten hätten gegen die einfache, von den Medien geförderte Pro-Abtreibungs-Botschaft keine Chance gehabt.

Die finanzielle Unterstützung der Pro-Abtreibungsbewegung sei weit größer gewesen als die der Lebensschutzbewegung. Das habe für Irland 2018 ebenso gegolten wie für die USA 2022. In Michigan habe die Organisation Reproductive Freedom for All mehr als 40 Millionen US-Dollar an Spenden erhalten und mindestens 22,5 Millionen für Wahlwerbung ausgegeben. Die Lebensschützer hätten nur 16,9 Millionen US-Dollar zur Verfügung gehabt.

Die Lebensschützer hätten die stärkere Basisbewegung gehabt, um die Wähler direkt anzusprechen. Aber sowohl in Irland als auch in den USA hätte dies nicht ausgereicht, um die Wirkung der Werbung der Pro-Abtreibungsbewegung auszugleichen, die von jedem Bildschirm gekommen sei. Die großen Technologiekonzerne wie Google hätten Einfluss genommen, um den Lebensschützern die Verbreitung ihrer Botschaft schwerer zu machen.

Van Maren hat zwei Vorschläge für die Lebensschutzbewegung. Sie müsse erstens ihre Botschaft vereinfachen. Das wirksamste Argument seien Bilder von Abtreibungen. Umfragen hätten gezeigt, dass die Bilder einen starken Einfluss auf die Einstellung zur Abtreibung hätten. Sie würden das Thema vom abstrakten Bereich der „Gesundheitsversorgung“ lösen und die Wirklichkeit der Abtreibung zeigen. „Wenn wir den Menschen nicht zeigen was Abtreibung ist, können sie nicht verstehen, was auf dem Spiel steht“, schreibt Van Maren wörtlich.

Die Lebensschutzbewegung müsse zweitens die Vorteile, welche die direkte Demokratie derzeit der Pro-Abtreibungsbewegung biete, verringern. Zwar seien die Referenden im November für den Lebensschutz negativ ausgegangen, es gebe aber auch positive Signale. So hätten Gouverneure, die Lebensschutzgesetze unterstützt hätten, deutliche Siege errungen. Nicht wenige Bundesstaaten hätten Gesetze zum Schutz der Ungeborenen verabschiedet, die zu einem Rückgang der Abtreibungszahlen geführt hätten.

Abschließend zitiert er eine Lebensschützerin aus Michigan: „Heute trauern wir. Aber morgen gehen wir wieder an die Arbeit. Wir müssen jetzt alle Anwälte der Ungeborenen werden. Wir werden jetzt mehr als je zuvor gebraucht. Wenn die Abtreibung nicht aufhört, hören wir auch nicht auf.“

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

USA

  1. USA: Frauen klagen Planned Parenthood wegen Druck in Richtung Abtreibung
  2. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein
  3. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter
  4. Eucharistische Evangelisationsbewegung ‚Adore Him‘ in den USA
  5. Präsident Trump nominiert Tochter von Franklin Graham zur Sonderbotschafterin für Religionsfreiheit
  6. Jesus in Hollywood: Eucharistische Prozession in den Straßen der Filmmetropole
  7. Gericht stoppt Zwang zur Suizidhilfe für katholische Nonnen in Illinois

Abtreibung

  1. USA: Frauen klagen Planned Parenthood wegen Druck in Richtung Abtreibung
  2. ‚Man kann nicht ‚Black Lives Matter‘ sagen, wenn das Leben schwarzer Babys nicht zählt‘
  3. US-Lebensschützer ändern Wortwahl nicht: Abtreibung ist Tötung eines Ungeborenen
  4. Argentinien tritt Lebensschutz-Koalition bei
  5. SPÖ-Ministerinnen fordern ‚Schutzzonen‘ um Abtreibungskliniken
  6. US-Senat bestätigt Todd Blanche als Justizminister – Pläne gegen Versandhandel mit Abtreibungspillen
  7. US-Bischöfe rufen Amerikaner zu Gebet und Aktionen gegen Abtreibungspillen auf







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Europas Zukunft im Licht des Evangeliums
  3. Europa kann nur aus seinem Gedächtnis Zukunft gewinnen
  4. Grenzen überwinden, ohne die Wahrheit zu verlieren
  5. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  6. Lichterprozession in Lourdes: Papst betet in Lourdes den Rosenkranz auf Latein
  7. Meloni kündigt Burka- und Niqab-Verbot, Ausländerquoten an Italiens Schulen an
  8. Eucharistische Evangelisationsbewegung ‚Adore Him‘ in den USA
  9. Papst Leo XIV. trifft Missbrauchsbetroffene in Lourdes
  10. Die Würde des Menschen kennt keine Grenze: In den Augen Gottes ist niemand unsichtbar
  11. Den Willen Gottes für den Menschen bedenken und tun
  12. Buße, Hoffnung, ewiges Leben: Lourdes ruft zur Umkehr
  13. Papst Leo zu den Bischöfen: „Die Kirche in Frankreich liegt dem Papst sehr am Herzen!“
  14. Französische Bischöfe: Papst Leo hat das Herz der Franzosen berührt
  15. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz