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Katholische Pastoralreferentin kann Papstaussagen über Abtreibung ‚nicht akzeptieren’

6. Oktober 2022 in Deutschland, 47 Lesermeinungen
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Papst Franziskus’ Vergleich der Abtreibung mit einem Auftragsmord mache sie ‚wahnsinnig wütend’. Mit dem Verbot von Verhütung und Abtreibung entscheide die Kirche über ihre Sexualität und ihren Körper, sagt Katharina Leser.


Stuttgart (kath.net/jg)

Papst Franziskus hat in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters Abtreibung mit dem Anheuern eines Auftragsmörders verglichen. Wenn der Papst so spreche, mache sie das „wahnsinnig wütend“. Sie könne „nicht akzeptieren, was der Papst sagt“, sagt Katharina Leser, eine katholische Pastoralreferentin aus Stuttgart, in einem Beitrag für den Sender SWR3.

Sie fühlt sich bevormundet. Wörtlich sagt sie: „ Wenn die katholische Kirche die Verhütung verbietet und die Abtreibung verurteilt, dann entscheidet sie über mich, über meine Sexualität als Frau und meinen Körper.“


Jede Frau stehe „vor einer großen ethischen Entscheidung“, wenn sie über eine Abtreibung nachdenke. Sie habe es nicht leicht, verdiene individuelle Beratung und respektvolle Unterstützung. Papst Franziskus sage über Frauen, die abtreiben, sie würden einen Mord in Auftrag geben. Ein „Schwangerschaftsabbruch“ sei auch heute noch ein Tabuthema, fährt Leser fort. Die Worte des Papstes würden hier nicht helfen.

Sie glaube an einen Gott, „der uns allen zutraut, verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.“ Hinderlich sei, wenn Themen tabuisiert oder Frauen abgewertet würden. Sie könne daher nicht akzeptieren, was Papst Franziskus über die Abtreibung sage, „Nicht für mich, nicht für meine Töchter, nicht für uns Frauen.“ Seit Jahrhunderten würden sie „systematisch unterdrückt und mundtot gemacht, auch von der katholischen Kirche.“ Deshalb wolle sie sich „klar gegen solche Äußerungen“ stellen, sagt Leser.

Bei Abtreibung gebe es nicht „die eine, gute Lösung für alle Szenarien“. Man müsse darüber „offen und respektvoll sprechen“. Durch die „Vorverurteilung des Papstes“ wird Abtreibung zum Tabuthema. Das müsse verhindert werden, sagt sie abschließend.

Die Kirche hat Abtreibung von Beginn an für moralisch verwerflich erklärt. Diese Lehre hat sich nicht geändert (KKK 2271) Das Zweite Vatikanische Konzil erklärt, „Abtreibung und Tötung des Kindes sind verabscheuungswürdige Verbrechen“ (GS 51,3)

 


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