Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. IRRE! – „LifeSiteNews“ postet Papst-Bild mit Henkerstrick auf X
  2. BREAKING NEWS - Der Papst hat Lungen-Krebs!
  3. Kardinal Marx meint: "Die Kirche ist kein sinkendes Schiff, sie wird nur umgebaut"
  4. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  5. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  6. „Warum bin ich Christ“
  7. Böhmermann verhöhnt in seiner Sendung Jesus Christus
  8. Deutsche Caritas-Präsidentin fordert CDU-Annäherung an 'Die Linke'
  9. Meghan Markle-Fans ‚terrorisieren‘ Priester wegen Kritik an ihrem Adventskalender
  10. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  11. Was eine Messe wiegt
  12. 'Christen können Todesstrafe in gutem Gewissen ablehnen'
  13. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  14. Englische Lebensschützerin Vaughan-Spruce plädiert ‚nicht schuldig‘ bei Anklage wegen stillen Gebets
  15. Weltmissionssonntag: Vatikan ermöglicht vollkommenen Ablass

„Die Kirche braucht keine Reformer, sondern Heilige!“

29. Juli 2022 in Kommentar, 18 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die „franziskanische“ Kirche wird eine Reformkirche sein, dachte man vor allem in Deutschland, bis Franziskus verlauten ließ: Die Kirche wird nicht in Deutschland regiert, der Papst ist kein Erfüllungsgehilfe „teutscher“ Reformer. Von Joachim Heimerl


Wien (kath.net/joh) Sowohl der Synodale Irrweg in Deutschland als auch die weltweite Befragung im Vorfeld der Bischofssynode 2023 haben eines klar gemacht: Es gibt unter Klerikern wie Laien ein defizitäres Verständnis davon, was die Kirche im Allgemeinen und der Papst im Besonderen ist.

Zwar hat Franziskus einerseits immer wieder darauf verwiesen, dass eine Synode kein Parlament sei und dass es schon deshalb keine Mehrheitsvoten gibt; andererseits hat die weltweite Umfrage den gegenteiligen Eindruck verstärkt: Die Synode zum Thema „Synodalität“ ist schon vorab zur einer Art „Reformsynode“ geworden und ein Lehrstück darüber, wie tief der Protestantismus in die Kirche eingedrungen und wie nachhaltig der Glaube in ihr verdunstet ist.

Am deutlichsten wird dies daran, dass die Kirche kaum noch als göttliche Stiftung und heilige Gemeinschaft verstanden wird, sondern als maroder Club Ewiggestriger, der dringend überholt werden muss. Von ewigen Wahrheiten ist keine Rede mehr, der offenbarte Glaube scheint relativ geworden zu sein. Gott selbst ist vielen nur noch eine Metapher, eine Projektionsfläche „theologischer“ Kopfgeburten oder eigener Wünsche. Für sie gibt es den Glauben der Kirche nicht mehr, stattdessen glauben sie heute dieses, morgen jenes, ein jeder nach seiner Facon. Was gestern „katholisch“ war, ist heute relativ geworden; kein Wunder, wenn selbst Bischöfe derlei verkünden und dabei den schwarzen Peter geflissentlich Rom zuschieben.


Freilich ist Rom den Reformkräften schon immer verhasst, dennoch meinten sie unter Franziskus dort endlich Gehör zu finden: Die „franziskanische“ Kirche wird eine Reformkirche sein, dachte man vor allem in Deutschland, bis Franziskus zuletzt verlauten ließ: Die Kirche wird nicht in Deutschland regiert, der Papst ist kein Erfüllungsgehilfe „teutscher“ Reformer. Regiert wird die Kirche allerdings auch nicht in Rom, sondern im Himmel. Wir erinnern uns: Nur Jesus Christus ist der Herr Kirche, nicht der Papst.

Das abwegige Kirchenverständnis der „Synodalkatholiken“ wird aberwitzigerweise nirgendwo sichtbarer als gerade hier: An die Stelle Christi ist für sie der Papst gerückt, den sie lediglich als „politische“ Größe dabei gründlich missverstehen. Der Papst ist ja weder ein Monarch noch ist er ein Diktator. Er kann den Daumen nicht heben oder senken; er kann nicht nach seinem Gutdünken Reformen durchwinken oder blockieren, und er kann noch weniger dem Druck irgendeiner „Basis“ nachgeben, da seine einzige Basis Jesus Christus ist.

Mit dem Amt, das der Herr dem Petrus verliehen hat, hat dieser den Päpsten nicht weniger als sein Martyrium vermacht: Die rückhaltlose Zeugenschaft für die Wahrheit, die nur Christus ist und die ER in seine Kirche eingestiftet hat, nicht weniger und auch nicht mehr.

Aus diesem Grunde sind wir auch nicht „franziskanisch“-katholisch oder „synodal-katholisch“, wie manche wohl meinen, sondern wir sind „römisch“-katholisch und bleiben es. Genau deshalb lässt sich der gegenwärtige Papst nicht vor den Karren jener Kirchenfeinde spannen, die unter dem Deckmantel der „Synodalität“ die Kirche in ihrem Inneren bekämpfen und dabei noch behaupten, „katholisch“ zu sein. Dass hierzu nicht nur deutsche und österreichische Verbandskatholiken zählen, sondern auch Priester, Bischöfe und Kardinäle, lässt erahnen, wie weit es inzwischen gekommen ist.

Allerdings – und dies wird der Anfang der Erneuerung der Kirche sein – werden sie alle in der Weise von der Kirche abfallen, wie sie Jesus Christus bereits aufgegeben und sich dem Ungeist der Zeit angedient haben. Ohne Frage wird dies in der allernächsten Zeit geschehen und nach dem Vorbild der Reformation wird der Abfall von der Kirche ein zweites Mal von Deutschland ausgehen.

Niemand kann aufhalten, was sich nicht aufhalten lässt, der Papst vermutlich am wenigsten.

Aber auch von Jesus Christus sind viele abgefallen, und dies obwohl sie die Wunder sahen, die er getan hat. Letztlich blieb nur eine kleine Gruppe verunsicherter Apostel um Petrus zurück. Das war der Anfang der Kirche und ein neuer Anfang der Kirche wird auch in dieser Zeit nicht anders sein. Wer daran nicht glaubt, braucht im Grunde gar nichts mehr zu glauben; die Kirche ist und bleibt eben nicht von dieser Welt. Gerade deshalb kämpfte sie über die Jahrhunderte hinweg gegen Verweltlichung und Sittenverfall und hat sich trotz mancher Defizite in den eigenen Reihen nie der Welt angeglichen, sondern hat im Gegenteil die Welt überwunden. Immer blieb sie sich ihrer göttlichen Stiftung bewusst und bewahrte den Auftrag ihres Herrn und Meisters „Licht der Welt“ und „Salz der Erde“ zu sein. Als „Stadt auf dem Berge“ gelang es ihr so, die Welt mit dem Licht Christi zu erfüllen und das Dunkel hell werden zu lassen. Dafür braucht es keine teutschen Reformatoren. Dafür braucht es nichts anderes als die Ausrichtung auf Jesus Christus.

Um es mit Bernanos zu sagen: Die Kirche braucht keine Reformer. Sie braucht Heilige!

Dr. Joachim Heimerl (siehe Link) ist Priester der Erzdiözese Wien und Oberstudienrat.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. CDU-Politiker mahnt: Kirchen dürfen sich nicht auf ‚Sozialbuden‘ reduzieren
  3. EU finanziert Konferenz, welche die USA als ‚ausländische Informationsbedrohung‘ charakterisiert
  4. 'Christen können Todesstrafe in gutem Gewissen ablehnen'
  5. BREAKING NEWS - Der Papst hat Lungen-Krebs!
  6. Vatikan teilt mit: Papst nach Lungen-Eingriff wohlauf
  7. Papst wird noch am Dienstag-Nachmittag operiert
  8. Was eine Messe wiegt
  9. Eucharistischer Weltkongress 2028 in Sydney - 24. Sept. bis 1. Oktober 2028
  10. IRRE! – „LifeSiteNews“ postet Papst-Bild mit Henkerstrick auf X
  11. EU-Parlament beschließt Resolution gegen Islamismus - Gegenstimmen von Grünen und SPÖ
  12. 100. Stadt in den USA verbietet Abtreibungen
  13. „Taste the North“ - kulinarischen Reise durch den Norden Europas. Ein Kochbuch vom Bonifatiuswerk
  14. Vatikan sagt alle Papstaudienzen bis 20. Oktober ab
  15. Kirchweihfest im Mailänder Dom, während draußen Explosionen und Sirenen zu hören sind

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz