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Sind Verhütung und künstliche Befruchtung doch moralisch akzeptabel?

17. Juli 2022 in Weltkirche, 28 Lesermeinungen
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Ein neues Buch der Päpstlichen Akademie für das Leben will den „Dialog zwischen verschiedenen Meinungen“ eröffnen, sagt ihr Präsident, Erzbischof Paglia.


Vatikan (kath.net/LifeSiteNews/jg)

Die Päpstliche Akademie für das Leben hat ein Buch veröffentlicht, in welchem sowohl künstliche Verhütungsmittel als auch künstliche Befruchtung unter bestimmten Umständen als moralisch akzeptabel dargestellt werden, obwohl das kirchliche Lehramt beide Praktiken verurteilt.

Das Buch trägt den Titel „Etica Teologica della Vita – Scrittura, tradizione, sfide pratiche“ (dt. „Theologische Ethik des Lebens – Schrift, Tradition, praktische Herausforderungen“) und wurde von der Libreria Editrice Vaticana, dem Verlag des Vatikan, herausgegeben. Es enthält eine Sammlung von Essays die das Ergebnis eines dreitägigen Seminars der Päpstlichen Akademie für das Leben sind.

Laut La Nuova Bussola Quotidiana hat Erzbischof Vicenzo Paglia, der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, das Seminar und das Buch als „Eröffnung eines Dialogs zwischen verschiedenen Meinungen, auch zu kontroversen Themen“ bezeichnet. Die Akademie leiste dem Lehramt damit einen Dienst, sagte Paglia.

Obwohl die Enzyklika „Humanae vitae“ von Papst Paul VI. Verhütungsmittel in jeder Form ablehnt, wird das Thema im genannten Buch behandelt, als ob es sich um eine offene Frage handle. „Verantwortlichkeit bei der Zeugung verlangt die Fähigkeit zur praktischen Unterscheidung, die nicht die automatische Anwendung und materielle Befolgung einer Norm sein kann, wie es in der Praxis natürliche Methoden evident ist“, heißt es im siebenten Kapitel des Buches.

Die Verwendung von Verhütungsmitteln die nicht abtreibend wirken, würde einer „universaleren Offenheit für das Leben“ nicht widersprechen. Ihre Anwendung sei ein Zeichen „kluger Entscheidung in einem konkreten Fall“. Es gebe Situationen, in denen ein Ehepaar, das Kinder möchte, zu der Erkenntnis gelangt, dass der gegenwärtige Zeitpunkt nicht der richtige sei. Das widerspreche der grundsätzlichen Offenheit für das Leben nicht.

Carlos Castillo Mattasoglio, der Erzbischof von Lima, der das Thema bei dem Seminar behandelte, schrieb, dass die Kirche, wenn sie die menschliche und spirituelle Reife der handelnden Personen ernst nehme, deren Verhalten nicht auf „rein normative Formeln reduzieren“ könne. Es sei hingegen notwendig, das freie Urteilsvermögen im Glauben zu erlauben, welches jedem ermögliche, „angemessene und gerechte Entscheidungen“ zu treffen. Es sei „nicht gesund für die Menschheit“, stets das „Damoklesschwert der ewigen Verdammnis“ über sich zu haben. Andererseits sei es auch nicht sinnvoll, das Tor zu endloser Beliebigkeit offen zu lassen, warnte der Erzbischof.

Maurizio Chodi, ein weiterer Diskussionsteilnehmer zu diesem Thema, sagte, dass die künstliche Verhütung ständig überprüft werden müsse. Sie sollte weder a priori ausgeschlossen oder bejaht werden, sondern von Zeit zu Zeit evaluiert werden auf Grundlage des „weisen Urteilsvermögens des Gewissens“ im Verhältnis zum Guten und zur Norm, die es leitet.

Ähnlich verläuft die Argumentation zur künstlichen Befruchtung. Sie sei moralisch akzeptabel, weil die Zeugung nicht künstlich von der sexuellen Vereinigung getrennt werde. Letztere sei unfruchtbar, daher sei die künstliche Befruchtung eine Möglichkeit der Unfruchtbarkeit abzuhelfen. Gemeint sei hier ausschließlich die homologe künstliche Befruchtung, also unter die Verwendung von Samen und Eizelle der Ehepartner, heißt es in dem Buch der Akademie für das Leben.

Auch sie dürfe nicht a priori abgelehnt werden, sondern müsse Gegenstand des persönlichen Gewissensurteils sein. Werde sie zur Behandlung einer Person angewandt, sei die medizinische Intervention eine Form von Therapie. Sie ermögliche den unfruchtbaren Eltern die volle Verwirklichung als Spender eines neuen Lebens.

Die Glaubenskongregation hat im Dokument Donum Vitae die künstliche Befruchtung auch für Ehepaare ausgeschlossen und die Zusammengehörigkeit des ehelichen Aktes mit der Zeugung erneut betont.

P. Jorge José Ferrer SJ stellte in einem Kommentar zum Buch der Päpstlichen Akademie für das Leben die Spannung zu „Donum Vitae“ fest. Das Buch wolle „neue Horizonte eröffnen“, die dem endgültigen Urteil der Hirten, insbesondere des Lehramtes des Papstes unterliegen, schrieb er.

Die Nuova Bussola Quotidiana merkte hingegen an, dass das „Öffnen von Horizonten“ nichts anderes als ein „euphemistischer Ausdruck“ für eine vorsichtige Vorbereitung der Änderung der Lehre sei. Schließlich hätte das römische Lehramt sein endgültiges Urteil bereits abgegeben.

 


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Lesermeinungen

 hape 18. Juli 2022 

@Paddel

Ich danke Ihnen von ganzem Herzen für diese Klarstellung!


1
 
 Psalm1 18. Juli 2022 
 

@ottokar, Uwe Lay

Mir scheint, Sie vermischen hier etwas. Die HEILUNG von Krankheiten, auch von Unfruchtbarkeit, ist in Ordnung. Wenn also die URSACHE für das Unvermögen, Kinder zu bekommen, medizinisch behoben werden kann, dann spricht u.U. nichts dagegen.
Etwas anderes ist das UMGEHEN der natürlichen Zeugung bei vorliegender Unfruchtbarkeit.
Außerdem ist die künstliche Befruchtung eine Methode, die in Zukunft Selektion nach Wunschmerkmalen und Genmanipulation erleichtert.


2
 
 Paddel 18. Juli 2022 

@ottokar weil dabei menschl. Leben sterben muss

Zur Eizellgewinnung muss die Frau hochdosierte Hormone einnehmen, damit ihre Eierstöcke so angeregt werden, dass gleich mehrere sprungreife Follikel ihre Eizelle freigeben. Das ist für die Frau eine gesundheitliche Tortour. Damit der Mann seine Samenzellen spenden kann muss er so sexuell erregt werden, dass er zum Orgasmus kommt. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten. Das Ejakulat muss dann warm gehalten und möglichst innerhalb weniger Stunden weiterverewendet werden. Der Frau werden mehrere, dabei entstandenen Embryonen in die Gebärmutter eingesetzt. Wenn sie Glück hat bringt sie später ein gesundes Kind zur Welt, dessen Geschwister wurden entweder eingefroren, abgetrieben oder verstarben, weil sie nicht überlebensfähig waren. Was an der ganzen Prozedur Gottes Wille sein soll entzieht sich meiner Logik.Trotzdem wird Gott jeden Embryo beseelt haben, weil Gott jedes Kind bedingungslos liebt. Was nicht heißt, dass die Handlung seinem Willen entsprach. Er hats nur zugelassen.


2
 
 Paddel 18. Juli 2022 

Sonntagsgebot und künstliche Befruchtung

Zum Sonntagsgebot und dessen Auslegung gibt es Beispiele in der Bibel(Heilung am Sabbat, Rettung von Tieren, wenn sie in den Brunnen gefallen sind oder das Pflücken und Essen von Ähren usw.) Der Sabbat ist eben für den Menschen da und nicht der Mensch für den Sabbat.
Künstliche Befruchtung gab es damals nicht, wohl aber haben z.B. Abraham mit Frauen Kinder gezeugt, weil die eigene unfruchtbar war. Natürlich hat Gott diese Kinder gesegnet, aber die zwischenmenschlichen Beziehungen (Hagar und Sara) waren alles andere als harmonisch. Gott selbst hat dann Saras Schwangerschaft ermöglicht, in einem Alter, indem auch fruchtbare Frauen keine Kinder mehr empfangen können. Möchte Gott damit zeigen, dass wir Menschen demütig die Unfruchtbarkeit annehmen sollen? Dass ER allein und nur ER Naturgesetze durchbrechen darf?


2
 
 ottokar 18. Juli 2022 
 

Was ist Gottgewollt? (2)

Bei dieser Diskussion wird übersehen, dass vieles, was dem Menschen hilft zufrieden und glücklich zu sein, im Grunde allein von Gott gegeben und uns zur Verfügung gestellt ist.Dabei lässt er einen seuchenvermeidenden Impfstoff oder ein hochwirksames Antibiotikum, ein blutdrucksenkendes Medikament,einen Herzschrittmacher, ein Auto oder Fahrrad, ja auch Kriegswaffen usw. nicht einfach vom Himmel fallen, sondern lässt sie dem menschlichen Geist entspringen. Dieser Geist trägt allerdings die Verantwortung für den nützlichen Gebrauch oder Einsatz seiner Produkte. Unser menschliches Hauptproblem dabei ist zu erkennen, was der eigentliche Wunsch und Wille Gottes bei unseren Erfindungen ist.Wenn das Ergebnis gut ist und dem Menschen dient und man darin klar Gottes Willen erkennt, dann ist es gottgewollt. Von Gott aus ist der Mensch biologisch ganz sicher als intakt geplant. Erkennt der Mensch eine heilbare Missbildung, dann ist er sogar verpflichte diese gemäss Gottes Plan zu heilen.


2
 
 ottokar 18. Juli 2022 
 

Was ist Gott gewollt? (I)

Natürlich trifft Uwe Lay den Nagel auf den Kopf:Die gelungene Operation eines schweren angeborenen Herzfehlers macht das Leben für das betroffene Kind lebenswert und die Eltern glücklich. Ein im 6.Monat geborenes , eigentlich noch nicht lebensfähiges Kind verbringt viele Wochen auf der neonatologischen Intensivstation, würde sterben, wenn es nicht kardiologisch und pulmologisch intensiv behandelt wird, es muss beatmet werden und braucht oft noch viele Jahre Sauerstoff.Eine Frau, die postentzündlich eine Stenose der Eileiter hat, ein Mann, der zuwenig Spermien produziert, beide aber verheiratet sind , ihren Partner lieben und eine starken Kinderwunsche haben, für die hat Gott den Ärzten und ihren Patienten zu einer ethisch und medizinisch einwandfreien Lösung verholfen, nämlich die künstliche Insemination.Was daran gegen den Willen Gottes sei, verschliesst sich mir vollständig. Dann dürfte man auch keine Krankheit, weil sie ja Fügung ist, mit Fremdstoffen (Medikamenten) heilen .


2
 
 Marloe1999 18. Juli 2022 

Schwierige Frage

Als Betroffener, der sein Leben der künstlichen Befruchtung verdankt, bin ich immer wieder hin und her gerissen. Meine Eltern, die damals auch (noch) nicht katholisch waren, werde ich ganz sicher nicht verurteilen! Ich vertraue in dieser Frage ganz einfach auf Gott, und verlasse mich darauf, dass die Kirche in ihrer bisherigen Ablehnung der in-vitro-Fertilisation sicher nicht die dadurch zur Welt gekommenen Kinder und deren Eltern stigmatisieren möchte, sondern auch hier wieder das große Ganze im Blick hat, und auf die Möglichkeiten zum Missbrauch dieser Technologie hinweist. Persönlich kann ich aber keinem Paar deswegen Vorwürfe machen - das ist einfach meiner Biografie geschuldet.


2
 
 Chris2 18. Juli 2022 
 

@abc1

Eine Institution kann auch "tot" sein, wenn sie fast nur noch inaktive Mitglieder hat. Oder wenn der Apparat selbst noch funktioniert, die Vereinsziele in der Praxis aber schon längst nicht mehr beachtet oder gar das Gegenteil praktiziert wird. z.B., wenn Vorstand und Kassier des Fußballvereins gegen den Willen der Gründer / Stifter / Mitglieder Teile des Vereinsvermögens an den Tennisverein überweisen oder gar zum Kampf gegen den eigenen Verein missbrauchen (wie wir es bei somanchen kirchensteueralimentierten Apparatschiks in D erleben). Falls dies nicht verhindert wird, steht am Endetypischerweise Bankrott, Auflösung oder die feindliche Übernahme...


1
 
 SalvatoreMio 18. Juli 2022 
 

"Was Gott für uns bereitet hat ...

@Lieber hape: Sie legen ein berührendes Zeugnis ab. Herzl. Dank. Und Sie sprechen ein Grundthema an, das fast nie vorkommt, aber viele Nöte lösen könnte: "Was hat mein Schöpfer mir eigentlich zugedacht?" Wenn er mir das eine nicht gewährt, dann wird es einen tieferen Grund haben! Ein Recht haben wir auf nichts, weder auf Ehe, weder auf Kinder noch auf sexuelle Befriedigung außerhalb der Ehe, wie viele meinen. Aber Gott beschenkt jeden mit Gaben, die er weitergeben kann: sei es die Freundlichkeit und Geduld des Kassierers im Supermarkt; sei es das strahlende Lachen eines mongoloiden Kindes.


4
 
 allesneu 18. Juli 2022 
 

Bedenke man doch, dass bei künstlicher Befruchtung im Regelfall Menschen "verworfen "werden...

Meines Erachtens erübrigt sich damit jegliche Diskussion zur Zulässigkeit. Oft können nicht alle befruchteten Eizellen eingesetzt werden...sind es weniger als drei, werden sie "verworfen"(was ein furchtbares Wort für Mord,nichts anderes ist es doch).Drei oder mehr werden "eingefroren" mit unklarem Ausgang...Hier über Zulässigkeit zu diskutieren, verbietet sich vor dem Hintergrund der Gebote. Auch wenn mir ungewollt kinderlose Ehepaare vo Herzen leid tun. Was ist mit der Möglichkeit der Adoption oder Pflegschaft? Das dürfte doch vollständig dem Willen des Herrn entsprechen.


6
 
 Stefan Fleischer 18. Juli 2022 

@ MariaHilfuns

Nicht nur in dieser Diskussion, sondern noch in vielen anderen, wird viel zu wenig unterschieden zwischen dem Tatbestand der Sünde, welcher unter allen Umständen zu verurteilen ist, und der persönlichen Schuld der Täter, welche nur Gott in jedem Fall wahr und gerecht beurteilen kann. Dazu kommt dann noch die unendliche Barmherzigkeit, die Gott allen versprochen hat, die ihn fürchten (PS ???).


4
 
 SalvatoreMio 17. Juli 2022 
 

Ist das Leben doch schwierig ...

Bei dieser Diskussion denke ich an mein ehemaliges Nachbar-Ehepaar, beide kath. Um die Kirche kümmerten sie sich überhaupt nicht. Als das Gespräch mal auf eigene Kinder kam, sagten sie: "Wir hätten gern Kinder gehabt, doch es hat nicht sein sollen. Also haben wir es als gottgegeben akzeptiert!" - Ich habe gestaunt über die beiden.


6
 
 hape 17. Juli 2022 

@MariaHilfuns

Glauben Ihre Bekannten denn, dass sie ein Recht auf ein Kind haben? – Auf meinem Glaubensweg bin ich einem frommen Geschwisterpaar begegnet. Sie fanden im rechten Alter keinen Partner, um eine Familie zu gründen. Irgendwann ererbten sie das Elternhaus und lebte in einer geschwisterlichen Wohngemeinschaft zusammen. Sie waren die Nachbarn meiner Eltern und meine Miterzieher. Nie habe ich erlebt, dass sie unter ihrem Single-Sein gelitten hätten. Nie haben sie geklagt, dass sie zu kurz gekommen wären. Nie habe ich von ihnen ein kritisches Wort über die Sexualmoral der Kirche gehört. Diese Geschwister waren mir Vorbilder im Glauben. Sie lehrten mich Enthaltsamkeit und Genügsamkeit. Ihre Heiterkeit, ihre Warmherzigkeit und ihre Hilfsbereitschaft sind mir in bester Erinnerung. Sie haben mehrfach den Notarzt gerufen, als mein Vater mit Krebs hilflos danieder lag. Jeder Mensch hat eine Aufgabe, die ihm von Gott zugedacht ist. Nicht jedem Menschen gibt Gott die Aufgabe, eine Familie zu gründen.


6
 
 Smaragdos 17. Juli 2022 
 

Vatikan dem Unbefleckten Herzen Mariens weihen

@CusanusG:

PF hat nicht nur die Akademie für das Leben in einem Jahrzehnt degradiert, sondern praktisch alle Eckpfeiler der katholischen Lehre geschleift.

Stück für Stück wird die Lehre der Kirche relativiert, besonders die katholische Sexualmoral, bis am Ende das individuelle Gewissen als allmächtige Instanz das Gesetz Gottes aushebelt und ersetzt.

Ich hätte nie gedacht, dass nach den glanzvollen Pontifikaten von JPII und BXVI solch ein Alptraum über die Kirche hereinbrechen würde... die Diktatur des Relativismus aus dem Herzen der Kirche heraus!

Die Muttergottes sagte in Fatima, man solle Russland ihrem Unbefleckten Herzen weihen, sonst werde es seine Irrtümer über die ganze Welt verbreiten. Heute muss man zusätzlich zu Russland wohl auch den Vatikan dem Unbefleckten Herzen Mariens weihen, sonst verbreitet er seine Irrtümer über die ganze Kirche! Vor allem den Grundirrtum des Relativismus, der seit 2013 in den Vatikan eingezogen ist und von dort in die Weltkirche.


4
 
 Zeitzeuge 17. Juli 2022 
 

Im Link die Glaubenskongregation unter Kardinal Ratzinger

mit Billigung und Anordnung Papst Johannes-Paul II.

u.a. auch über künstliche Befruchtung etc.!

www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_19870222_respect-for%20human-life_ge.html


4
 
 hape 17. Juli 2022 

Lieber @Zeitzeuge,

danke für Ihre Klarstellung. Eb. Paglia versteht sein Buch als „Eröffnung eines Dialogs zwischen verschiedenen Meinungen, auch zu kontroversen Themen“. Das klingt sehr ehrenwert. Aber die Frage ist doch, ob ein Dialog tatsächlich dazu führt, die Kirche in der Welt gegenwärtig zu machen? Oder führt der Dialog am Ende nur dazu, die Welt in die Kirche hineinzutragen, also die Kirche zu verweltlichen? Kann denn etwa die Kultur des Todes (JPII) eine Bereicherung für die Kirche sein? Welche Methode ist besser: Dialog oder Verkündigung?

Andersrum gefragt: ist es nicht nach wie vor die genuine Aufgabe der Kirche, die Welt zu heiligen? – Die Kirche hat doch die Antworten, nach denen die Welt vergeblich sucht! Die Kirche hat sogar den Auftrag, den göttlichen Willen der Welt zu offenbaren. Ist damit nicht eine bestimmte Kommunikationsrichtung vorgegeben?

Welche Scherkräfte mit diesen Fragen verbunden sind, zeigt der unten verlinkte Artikel „Der Konzils-Erbfolgekrieg“ von George Weigel.

beiboot-petri.blogspot.com/2022/07/der-konzils-erbfolgekrieg.html#more


5
 
 MariaHilfuns 17. Juli 2022 
 

Tja …

Das Thema hat es in sich. Klar die Regeln sind bekannt. Aber …. ich kenne ein sehr sehr gut katholisches und frommes Ehepaar von gut Mitte / Ende 30. Sie würden einem Kind ein Wohliges und äußerst christliches Haus bieten. Leider klappt es aus welchen Gründen auch immer nicht mit dem Nachwuchs. Jetzt haben sich die Beiden nach reiflicher Überlegung zur künstlichen Befruchtung entschieden. Soll ich diese total liebenswerten und christlich Lebenden zukünftigen Eltern jetzt als Sündern bezeichnen deswegen ? Sind sie nicht schon gestraft genug dass sie selber kein legen schenken können? Theologisch ist mir alles klar und vollkommen richtig. Nur, wer bin ICH, dass ICH mit dem Finger auf sie zeige und als Sünder betrachte… Es ist ein schweres Thema und es ist nicht leicht wenn man in der Situation steckt aber als Außenstehender erschließt sich manches nicht sofort ..


4
 
 Zeitzeuge 17. Juli 2022 
 

Richtig, lieber hape, diese "Akademie" ist "geistlich tot", hier gilt Math 7,17-20!!

Die Totengräber von 2016 sind bekannt, EB Paglia

ist "nur" der Erfüllungsgehilfe.

Die Taktik, die verbindliche kath. Ehe- und

Sexualmoral durch "Hinterfragen", "Humanwissen-

schaften", "Lebenswirklichkeit" etc. zu relati-

vieren ist uns ja vom Synodalen Irrweg hinläng-

lich bekannt.

Diese Neomodernisten, wandeln in den Spuren

von Bernhard Häring & Co. und müssen sofort

durch ein päpstliches Machtwort zur katholisch-

gläubigen Vernunft gebracht werden.

Falls das nicht geschieht, wird sich der Flächen-

brand bzgl. der verbindlichen kath. Lehre weiter

ausbreiten, wie sollte man dann nicht von päpstl.

Mitschuld reden? Denn 2016 hat der Papst selber

durch eine Deformation (sic!) die Weiche gestellt,

z.B. durch die Auflösung des päpstl. Rates für

die Familie, wo der unvergessene Kardinal

Trujillo so segensreich gewirkt hat.


8
 
 anjali 17. Juli 2022 
 

@Uwe Lay

Was Sie sagen het Sinn,aber es wird missbraucht.Ich will für mich jedenfalls nur Natur.Da das meistens das Beste ist.


1
 
 Tonia 17. Juli 2022 
 

6.Gebot

@ Uwe Lay- Und soll Masturbation,ausgelöst durch pornographisches Material, in Ordnung sein, wenn sie der künstlichen Befruchtung dient?


3
 
 Paddel 17. Juli 2022 

Was ist los?

Wer so argumentiert hat nicht kapiert, was das Ehesakrament bedeutet und damit auch die Hl. Eucharistie nicht verstanden.

Diese Kirchenmänner haben auch den Sinn des Zölibats nicht erfaßt.

Das ist unglaublich traurig.


5
 
 Paddel 17. Juli 2022 

@Uwe Lay

Jesus Christus selbst hat am Sabbat geheilt... Auch darf man am Sabbat eine Kuh aus dem Brunnen holen, wenn sie rein fällt, am Sonntag darf ich auch die Bettwächse waschen, in die sich mein Kind erbrochen hat und das Essen zubereiten. Der Sabbat ist für den Menschen da und nicht der Mensch für den Sabbat.
Die o.g. Beispiele finden sich ähnlich in der Bibel.
Mir ist aber nicht bekannt, dass Jesus irgendwo eine künstliche Befruchtung erlaubt. Heute handelte die Lesung von Abraham. Sara war unfruchtbar. Daraufhin verschaffte sich Abraham eine Leihmutter, mit der er Kinder zeugte. In Folge dessen kam Unfriede, Haß, Streit und Eifersucht in die Familie.
Es geht Gott nicht so sehr um die leibliche Kindschaft, Gott geht es um die Gotteskindschaft. Es gibt auch eine Stelle in der Bibel, in der es als nutzlos beschrieben, wird, wenn eine Frau Kinder gebärt, diese aber nicht in den Glauben einführt. Auch über Judas heißt es" besser, er wäre nicht geboren worden."


4
 
 CusanusG 17. Juli 2022 
 

PF hat ganze Arbeit geleistet

IN nur einem Jahrzehnt hat dieser Papst die Akademie für das Leben in eine niveaulose Spielwiese der Verweltlichung transformiert. Seine STellungnahmen zum Lebensschutz kann er sich angesichts dieses Schadens sparen.


6
 
 Gottfried Paschke 17. Juli 2022 
 

@Uwe Lay

Darf ich fragen, was Sie beim Abfassen Ihres Kommentars geraucht haben?


2
 
 Joachim Heimerl 17. Juli 2022 
 

Es ist nur ein Buch, kein lehramtliches Dokument!

Das Lehramt steht seit Paul VI fest und unverändert in dieser Frage und wird sich nie widersprechen. Daran muss man sich halten, das Buch kann man getrost ignorieren, päpstliche Akademie hin oder her!


5
 
 abc1 17. Juli 2022 
 

@hape - Ach,

und wie erklären Sie Sich, dass eine tote Einrichtung ein Buch herausgibt ?


3
 
 Uwe Lay 17. Juli 2022 
 

Das 1.Gebot

Das erste Gebot, das Gott uns Menschen gab, lautet: Seid fruchtbar und mehret euch! Es muß so gefragt werden, ob, wenn ein Ehepaar auf natürlichem Wege nicht dies Gebot erfüllen kann, es ihm auf künstliche Weise zu ermöglichen ist. Wenn eine künstliche Befruchtung immer verboten wird, hindert man Menschen so, Gottes 1.Gebot zu folgen. Das ist vergleichbar mit der Frage, ob ein Arzt am Sabbat heilen darf, denn wenn er so am Sabbat heilt, arbeitet er und das sei nicht erlaubt.
Wer gesunde Augen hat, sieht natürlich, kranke Augen brauchen eine künstliche Sehhilfe. Müßten dann nicht auch künstliche Sehhilfen verboten werden, weil der Mensch natürlich zu sehen hat? Außerdem wird die Bedeutung des natürlichen Geschlechtsverkehres überschätzt, weil die menschliche Seele nicht aus ihm entsteht sondern von Gott inkarniert wird.
Uwe Lay Pro Theol Blogspot


3
 
 hape 17. Juli 2022 

Die Päpstliche Akademie für das Leben …

ist tot, seit der Umstrukturierung und seit dem Eb. Paglia dort verantwortlich ist.


8
 

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