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Sind Verhütung und künstliche Befruchtung doch moralisch akzeptabel?

17. Juli 2022 in Weltkirche, 24 Lesermeinungen
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Ein neues Buch der Päpstlichen Akademie für das Leben will den „Dialog zwischen verschiedenen Meinungen“ eröffnen, sagt ihr Präsident, Erzbischof Paglia.


Vatikan (kath.net/LifeSiteNews/jg)

Die Päpstliche Akademie für das Leben hat ein Buch veröffentlicht, in welchem sowohl künstliche Verhütungsmittel als auch künstliche Befruchtung unter bestimmten Umständen als moralisch akzeptabel dargestellt werden, obwohl das kirchliche Lehramt beide Praktiken verurteilt.

Das Buch trägt den Titel „Etica Teologica della Vita – Scrittura, tradizione, sfide pratiche“ (dt. „Theologische Ethik des Lebens – Schrift, Tradition, praktische Herausforderungen“) und wurde von der Libreria Editrice Vaticana, dem Verlag des Vatikan, herausgegeben. Es enthält eine Sammlung von Essays die das Ergebnis eines dreitägigen Seminars der Päpstlichen Akademie für das Leben sind.

Laut La Nuova Bussola Quotidiana hat Erzbischof Vicenzo Paglia, der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, das Seminar und das Buch als „Eröffnung eines Dialogs zwischen verschiedenen Meinungen, auch zu kontroversen Themen“ bezeichnet. Die Akademie leiste dem Lehramt damit einen Dienst, sagte Paglia.

Obwohl die Enzyklika „Humanae vitae“ von Papst Paul VI. Verhütungsmittel in jeder Form ablehnt, wird das Thema im genannten Buch behandelt, als ob es sich um eine offene Frage handle. „Verantwortlichkeit bei der Zeugung verlangt die Fähigkeit zur praktischen Unterscheidung, die nicht die automatische Anwendung und materielle Befolgung einer Norm sein kann, wie es in der Praxis natürliche Methoden evident ist“, heißt es im siebenten Kapitel des Buches.


Die Verwendung von Verhütungsmitteln die nicht abtreibend wirken, würde einer „universaleren Offenheit für das Leben“ nicht widersprechen. Ihre Anwendung sei ein Zeichen „kluger Entscheidung in einem konkreten Fall“. Es gebe Situationen, in denen ein Ehepaar, das Kinder möchte, zu der Erkenntnis gelangt, dass der gegenwärtige Zeitpunkt nicht der richtige sei. Das widerspreche der grundsätzlichen Offenheit für das Leben nicht.

Carlos Castillo Mattasoglio, der Erzbischof von Lima, der das Thema bei dem Seminar behandelte, schrieb, dass die Kirche, wenn sie die menschliche und spirituelle Reife der handelnden Personen ernst nehme, deren Verhalten nicht auf „rein normative Formeln reduzieren“ könne. Es sei hingegen notwendig, das freie Urteilsvermögen im Glauben zu erlauben, welches jedem ermögliche, „angemessene und gerechte Entscheidungen“ zu treffen. Es sei „nicht gesund für die Menschheit“, stets das „Damoklesschwert der ewigen Verdammnis“ über sich zu haben. Andererseits sei es auch nicht sinnvoll, das Tor zu endloser Beliebigkeit offen zu lassen, warnte der Erzbischof.

Maurizio Chodi, ein weiterer Diskussionsteilnehmer zu diesem Thema, sagte, dass die künstliche Verhütung ständig überprüft werden müsse. Sie sollte weder a priori ausgeschlossen oder bejaht werden, sondern von Zeit zu Zeit evaluiert werden auf Grundlage des „weisen Urteilsvermögens des Gewissens“ im Verhältnis zum Guten und zur Norm, die es leitet.

Ähnlich verläuft die Argumentation zur künstlichen Befruchtung. Sie sei moralisch akzeptabel, weil die Zeugung nicht künstlich von der sexuellen Vereinigung getrennt werde. Letztere sei unfruchtbar, daher sei die künstliche Befruchtung eine Möglichkeit der Unfruchtbarkeit abzuhelfen. Gemeint sei hier ausschließlich die homologe künstliche Befruchtung, also unter die Verwendung von Samen und Eizelle der Ehepartner, heißt es in dem Buch der Akademie für das Leben.

Auch sie dürfe nicht a priori abgelehnt werden, sondern müsse Gegenstand des persönlichen Gewissensurteils sein. Werde sie zur Behandlung einer Person angewandt, sei die medizinische Intervention eine Form von Therapie. Sie ermögliche den unfruchtbaren Eltern die volle Verwirklichung als Spender eines neuen Lebens.

Die Glaubenskongregation hat im Dokument Donum Vitae die künstliche Befruchtung auch für Ehepaare ausgeschlossen und die Zusammengehörigkeit des ehelichen Aktes mit der Zeugung erneut betont.

P. Jorge José Ferrer SJ stellte in einem Kommentar zum Buch der Päpstlichen Akademie für das Leben die Spannung zu „Donum Vitae“ fest. Das Buch wolle „neue Horizonte eröffnen“, die dem endgültigen Urteil der Hirten, insbesondere des Lehramtes des Papstes unterliegen, schrieb er.

Die Nuova Bussola Quotidiana merkte hingegen an, dass das „Öffnen von Horizonten“ nichts anderes als ein „euphemistischer Ausdruck“ für eine vorsichtige Vorbereitung der Änderung der Lehre sei. Schließlich hätte das römische Lehramt sein endgültiges Urteil bereits abgegeben.

 


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