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Sri Lanka: Kardinal fordert Aufklärung von Granatenfund in Kirche - Polizei habe Tathergang erfunden

22. Jänner 2022 in Chronik, keine Lesermeinung
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Erzbischof Ranjith zieht polizeiliche Rekonstruktion des Tathergangs in Zweifel - Kirchengedenken an 1.000 Tage seit den Osteranschlägen von 2019


Colombo (kath.net/KAP) Nach dem Fund einer Granate in einer katholischen Kirche der sri-lankischen Hauptstadt Colombo hat Kardinal Malcolm Ranjith eine gründliche Untersuchung des Vorfalls gefordert. Die Polizei habe dies bislang abgelehnt und stattdessen die Geschichte eines Tathergangs "erfunden", kritisierte Colombos Erzbischof laut einem Bericht der Plattform licas.news (Dienstag) bei einer Pressekonferenz. Er selbst gehe von einer "Verschwörung" aus, welche die Polizei vertuschen wolle.

Vergangene Woche war in Colombos Stadtteil Borella eine Granate aufgefunden worden. Priester der Kirche hätten dies laut Angaben des Kardinals der Polizei gemeldet und die Beamten aufgefordert, sich die Aufnahmen einer Überwachungskamera vom Tatzeitpunkt anzusehen. Diese hätten dies jedoch abgelehnt und gesagt, es reiche die Durchsicht der Videos des Vorabends. Später seien vier Personen verhaftet worden, die seit Jahren in der Kirche arbeiten. Der Mesner habe die Granate in der Kirche platziert, so die Version der Polizei.


Ranjith zufolge habe auf sein Geheiß der zuständige Pfarrer die Aufzeichnungen des gesamten Tages angesehen und dabei einen Mann ausgemacht, der die Kirche mit einer Einkaufstasche betrat und sich "verdächtig" benahm. Später habe der Mesner die Granate bei Reinigungsarbeiten gefunden und sofort Alarm geschlagen.

Erst in der vergangenen Woche hatte die Katholische Kirche in Sri Lanka unter dem Motto "Lass meinen Schrei zu dir kommen, Herr" den 1.000. Tag der verheerenden Osteranschläge des Jahres 2019 begangen. Sie wirft der Regierung vor, Warnhinweisen vor der Serie von Selbstmordanschlägen gegen Kirchen und Luxushotels in und um Colombo mit 269 Toten und rund 500 Verletzten nicht nachgegangen zu sein. Die Ergebnisse der rund zweijährigen Ermittlungen wurden nicht veröffentlicht, doch wurde im November 2021 ein Prozess gegen 25 Personen eingeleitet, denen vorgeworfen wird, Drahtzieher der Bombenanschläge gewesen zu sein.

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
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