Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  3. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  4. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  5. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  6. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  7. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  8. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  9. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  10. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  11. „Das Ende von Maria 2.0“
  12. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  13. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  14. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  15. Politisch aber auch innerkirchlich „gibt es derzeit wieder viel Konfliktpotenzial“

Sierra Leone: „Die Armen werden an Covid-19 sterben“

5. Oktober 2021 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Priester beklagt ungleiche Impfstoffverteilung und zieht Parallelen zur Ebola-Epidemie


München-Wien (kath.net/KIN)

„Wir brauchen eine globale Lösung für die Corona-Krise. Die Impfstoffe gelangen zu reichen Ländern und reichen Menschen. Die letztendliche Botschaft lautet, dass die armen Menschen sterben werden.“ Das beklagte Peter Konteh, Caritas-Direktor aus Freetown in Sierra Leone im Gespräch mit dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN). Der Priester, ein langjähriger Projektpartner des Hilfswerks, kritisierte, dass in dem westafrikanischen Land die wenigen ankommenden Impfstoffe „nach Alter, aber auch nach sozialer Schicht“ verabreicht würden.

Ebola hat das Land traumatisiert

In der aktuellen Corona-Krise sieht Konteh viele Parallelen zur Ebola-Epidemie, die in Sierra Leone von 2014 bis 2016 wütete und rund 4000 Menschen das Leben kostete. Die Bevölkerung sei noch immer traumatisiert. Deshalb habe die Bevölkerung sehr diszipliniert auf die Schutzmaßnahmen reagiert. „Man sagt den Menschen, dass sie eine Maske tragen müssen, und sie hören darauf, weil sie die Konsequenzen kennen. Bei Ebola war es schwieriger, die Bevölkerung zu sensibilisieren. Viele haben das Virus nicht ernst genommen und sind gestorben“, führte der Priester aus.


Sierra Leone sei eines der ersten Länder gewesen, das nach Ausbruch von Covid-19 den Flugverkehr kontrolliert und Reisende unter Quarantäne gestellt habe. Während der Kirchen-Schließungen hätten die Priester die Menschen zu Hause besucht und ihnen die Kommunion gebracht. Das habe auch positive Effekte gehabt, meint Konteh: „Wir sind dadurch in engen Kontakt mit den Menschen gekommen. Wir trafen ihre Familien und waren in ihren Häusern. Das bringt uns einander näher.“

„Wir haben erlebt, wir ganze Familien gestorben sind“

Der Priester berichtete auch von seinem Einsatz während der Ebola-Pandemie: „Wir haben erlebt, wie ganze Familien gestorben sind. Einmal waren es 27 Familienmitglieder auf einmal.“ Einer der schwersten Augenblicke während der Ebola-Epidemie für ihn sei gewesen, als er zusammen mit einem anderen Priester einen erkrankten Katecheten besuchen wollte, erzählte Konteh. Als sie ankamen, sei ihnen die Tochter des Katecheten entgegengelaufen. Ihre Eltern würden schlafen, habe sie erklärt. „Wir riefen den Krankenwagen, aber sie waren bereits tot. Ich habe später deswegen Albträume gehabt. Wir haben dem Mädchen so gut geholfen, wie wir konnten. Aber es war nicht in der Lage, die Situation zu begreifen.“ Bis heute gehört die Sorge für Hinterbliebene der Ebola-Epidemie zu den zentralen Aufgaben der Kirche in Sierra Leone.

Auch in der aktuellen Corona-Krise sollten alle Menschen Zugang zu den verfügbaren Hilfen bekommen, forderte der Priester: „Menschliches Leben ist einzigartig – unabhängig von Alter, Geld oder Hautfarbe. Die wissenschaftliche Forschung, die für Covid-19 durchgeführt wurde, gab es für Ebola nicht. Impfstoffe wurden entwickelt, weil Wissenschaftler unermüdlich daran gearbeitet haben.“

Konteh schloss mit einem Dank an die erfahrene Solidarität durch die Wohltäter von „Kirche in Not“: „Wir wissen, dass in allen unseren Schwierigkeiten Menschen für uns beten und Sierra Leone helfen.“

Foto: Verteilung von Hilfsgütern während der Ebola-Pandemie. © Kirche in Not


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 




Mehr zu

Coronavirus

  1. YouTube-Star "MrWissen2go" räumt Fehler bei Corona-Berichterstattung ein
  2. Britische Gesundheitsbehörde gibt Zahlen zu Covid-Impfung und Übersterblichkeit nicht bekannt
  3. Großbritanniens bekanntester Moderator bittet Tennisstar Novak Djokovic um Entschuldigung
  4. Spanisches Verfassungsgericht erklärt einige Corona-Maßnahmen für verfassungswidrig
  5. ARD zeigt Kabarettistin mit schweren Impfschäden nach Corona-Impfung
  6. Covid-Impfung verweigert – Katholikin erhält 12,7 Millionen Dollar nach ungerechtfertigter Kündigung
  7. Virologe Streeck vergleicht Corona-Ungeimpfte mit Juden während der Pest
  8. Evangelischer Bischof bittet um Entschuldigung für Ausgrenzung während Covid-Pandemie
  9. Krach in der Ampel-Regierung: Kubicki fordert Lauterbach zum Rücktritt auf
  10. Covid-19-Pandemie: Ehemalige Proberichterin wegen Rechtsbeugung verurteilt







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Grenzen überwinden, ohne die Wahrheit zu verlieren
  3. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  4. Lichterprozession in Lourdes: Papst betet in Lourdes den Rosenkranz auf Latein
  5. Meloni kündigt Burka- und Niqab-Verbot, Ausländerquoten an Italiens Schulen an
  6. Eucharistische Evangelisationsbewegung ‚Adore Him‘ in den USA
  7. Papst Leo XIV. trifft Missbrauchsbetroffene in Lourdes
  8. Die Würde des Menschen kennt keine Grenze: In den Augen Gottes ist niemand unsichtbar
  9. Den Willen Gottes für den Menschen bedenken und tun
  10. Buße, Hoffnung, ewiges Leben: Lourdes ruft zur Umkehr
  11. Papst Leo zu den Bischöfen: „Die Kirche in Frankreich liegt dem Papst sehr am Herzen!“
  12. Französische Bischöfe: Papst Leo hat das Herz der Franzosen berührt
  13. Er ist der dritte amtierende Papst in der Grotte von Massabielle/Lourdes: Leo XIV.
  14. ‚Trinkt auch ihr aus dieser Quelle!’ Der Durst, den nur Christus stillt
  15. Vatikan bestätigt Sexualverbrechen des toten Ordensgründers Buela

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz