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Das Sakrament der Beichte: ‚Sie aber hat mit Balsam meine Füße gesalbt’

16. September 2021 in Aktuelles, 9 Lesermeinungen
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Benedikt XVI. – Licht des Glaubens: dein Glaube hat dich gerettet. Geh in Frieden! Wer viel Liebe zeigt, dem vergibt Gott alles. Wer auf sich selbst und seine eigenen Verdienste vertraut, ist durch sein Ich wie geblendet. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Donnerstag der 24. Woche im „Jahreskreis“, Gedenktag der heiligen Cornelius und Cyprian.

Cornelius wurde im Jahr 251 zum Bischof der Kirche von Rom gewählt. Er bekämpfte die novatianischen Häretiker und stärkte seine Autorität durch die Unterstützung des heiligen Cyprian. Kaiser Gallus schickte ihn in die Verbannung bei Civitavecchia, wo er 253 starb. Sein Leichnam wurde nach Rom überführt und in der „Calixtus-Katakombe“ (Coemeterium Calixti, „Ruhestätte des Calixtus“) beigesetzt.

Cyprian wurde um 210 in Karthago als Sohn heidnischer Eltern geboren. Er bekehrte sich zum Glauben, wurde zum Priester geweiht und 249 zum Bischof der Stadt gewählt. Er hat die Kirche in schwierigen Zeiten gut geleitet, sowohl durch sein Beispiel als auch durch seine Schriften. In der Valerianischen Verfolgung wurde er zunächst zur Verbannung verurteilt.

Während der Verfolgung des Decius regierte er seine Diözese von einem Versteck aus, so dr „Schott“. Er erwarb sich theologisches Wissen durch das Studium der Heiligen Schrift und der Väter; er selbst hat mehrere Schriften verfasst, darunter eine Erklärung des Vaterunsers. Sein Amt verwaltete er mit Güte und Festigkeit, und er wurde allgemein geliebt und verehrt. In der Frage, ob die von Ketzern gespendete Taufe gültig sei, stellte er sich gegen den Papst Stephan I., der diese Taufen anerkannte.

Papst Cornelius bot den Christen, die dem von Kaiser Decius verordneten Götzenopferzwang erlegen waren, Versöhnung an. Er wandte sich damit gegen die Strenge von Novatian und seinen Anhängern, die den Abtrünnigen die Möglichkeit der Rückkehr in die Gemeinschaft der Kirche verweigerten. Nach einer erneuten Verfolgung wurde er nach Civitavecchia verbannt, wo er starb.

Cyprian, Bischof von Karthago, setzte sich für die Einheit innerhalb seiner Gemeinschaft und für die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen afrikanischen Kirchen ein und entwickelte die Lehre von der Einheit der um die Eucharistie versammelten Kirche unter der Leitung des Bischofs. Den Gläubigen, die sich angesichts der Verfolgung schwach gezeigt hatten, bot er die Möglichkeit eines Bußweges an. Er starb als Märtyrer unter Valerian am 14. September 258. Die beiden Heiligen werden im Römischen Kanon gemeinsam verehrt:


„Communicántes, et memóriam

venerántes, in prímis gloriósæ

semper Vírginis Mariæ, Genitrícis

Dei et Dómini nostri Iesu Christi:

sed et beáti Ióseph eiúsdem Vírginis

Sponsi, et beatórum Apostolórum ac

Mártyrum tuórum: Petri et Pauli,

Andréæ, Iacóbi, Ioánnis, Thomæ,

Iacóbi, Philíppi, Bartholomæi,

Matthæi, Simónis et Thaddæi, Lini,

Cleti, Cleméntis, Xysti, Cornélii,

Cypriáni, Lauréntii, Chrysógoni,

Ioánnis et Pauli, Cosmæ et Damiáni:

et ómnium Sanctórum tuórum“.

***

Der Pharisäer und die Sünderin

„Einer der Pharisäer hatte ihn zum Essen eingeladen. Und er ging in das Haus des Pharisäers und begab sich zu Tisch. Und siehe, eine Frau, die in der Stadt lebte, eine Sünderin, erfuhr, dass er im Haus des Pharisäers zu Tisch war; da kam sie mit einem Alabastergefäß voll wohlriechendem Öl und trat von hinten an ihn heran zu seinen Füßen. Dabei weinte sie und begann mit ihren Tränen seine Füße zu benetzen. Sie trocknete seine Füße mit den Haaren ihres Hauptes, küsste sie und salbte sie mit dem Öl. Als der Pharisäer, der ihn eingeladen hatte, das sah, sagte er zu sich selbst: Wenn dieser wirklich ein Prophet wäre, müsste er wissen, was das für eine Frau ist, die ihn berührt: dass sie eine Sünderin ist. Da antwortete ihm Jesus und sagte: Simon, ich möchte dir etwas sagen. Er erwiderte: Sprich, Meister!

Ein Geldverleiher hatte zwei Schuldner; der eine war ihm fünfhundert Denare schuldig, der andere fünfzig. Als sie ihre Schulden nicht bezahlen konnten, schenkte er sie beiden. Wer von ihnen wird ihn nun mehr lieben? Simon antwortete: Ich nehme an, der, dem er mehr geschenkt hat. Jesus sagte zu ihm: Du hast recht geurteilt. Dann wandte er sich der Frau zu und sagte zu Simon: Siehst du diese Frau? Als ich in dein Haus kam, hast du mir kein Wasser für die Füße gegeben; sie aber hat meine Füße mit ihren Tränen benetzt und sie mit ihren Haaren abgetrocknet. Du hast mir keinen Kuss gegeben; sie aber hat, seit ich hier bin, unaufhörlich meine Füße geküsst. Du hast mir nicht das Haupt mit Öl gesalbt; sie aber hat mit Balsam meine Füße gesalbt. Deshalb sage ich dir: Ihr sind ihre vielen Sünden vergeben, weil sie viel geliebt hat. Wem aber nur wenig vergeben wird, der liebt wenig. Dann sagte er zu ihr: Deine Sünden sind dir vergeben. Da begannen die anderen Gäste bei sich selbst zu sagen: Wer ist das, dass er sogar Sünden vergibt? Er aber sagte zu der Frau: Dein Glaube hat dich gerettet. Geh in Frieden!“ (Lk 7,36-50).

Benedikt XVI., aus der Ansprache an die Teilnehmer des von der Apostolischen Pönitentiarie veranstalteten Kurses über das „Forum Internum“, 7. März 2008:

Simon, ein Pharisäer, ein reicher und »prominenter« Mann der Stadt, gibt in seinem Haus ein Festmahl zu Ehren Jesu. Plötzlich betritt unverhofft von ganz hinten her ein ungeladener und unerwarteter Gast den Raum: eine stadtbekannte Prostituierte. Das Unbehagen der Anwesenden ist verständlich; die Frau scheint sich jedoch nicht um sie zu kümmern. Sie kommt näher und bleibt ziemlich verstohlen zu Füßen Jesu stehen. Seine Worte der Vergebung und der Hoffnung für alle, auch für die Prostituierten, sind ihr zu Ohren gekommen; sie ist innerlich ergriffen und steht schweigend da. Sie netzt mit den Tränen die Füße Jesu, trocknet sie mit ihrem Haar, küßt sie und salbt sie mit lieblich duftendem Öl. Dadurch möchte die Sünderin ihre Liebe und Dankbarkeit gegenüber dem Herrn zum Ausdruck bringen – durch Gesten, die ihr vertraut sind, auch wenn sie gesellschaftlich inakzeptabel sind.

Angesichts der allgemeinen Verlegenheit begegnet Jesus selbst der Situation: »Simon, ich möchte dir etwas sagen.« »Sprich, Meister«, antwortet ihm der Hausherr. Wir kennen alle die Antwort Jesu durch ein Gleichnis, das wir zusammenfassen können in den folgenden Worten, die der Herr dem Sinn nach zu Simon sagt: »Siehst du? Diese Frau weiß, daß sie eine Sünderin ist, und, durch die Liebe bewegt, bittet sie um Verständnis und Vergebung. Du dagegen meinst, daß du gerecht bist, und vielleicht bist du überzeugt, daß dir nichts Schwerwiegendes vergeben werden muß.«

Die Botschaft, die in diesem Abschnitt des Evangeliums deutlich wird, ist vielsagend: Wer viel Liebe zeigt, dem vergibt Gott alles. Wer auf sich selbst und seine eigenen Verdienste vertraut, ist durch sein Ich wie geblendet, und sein Herz verhärtet sich in der Sünde. Wer dagegen erkennt, daß er schwach und sündig ist, vertraut sich Gott an und erhält von ihm Gnade und Vergebung. Es ist notwendig, eben diese Botschaft zu vermitteln: Am wichtigsten ist es, verständlich zu machen, daß man im Sakrament der Versöhnung – ganz gleich, welche Sünde man begangen hat, wenn man sie demütig bekennt und vertrauensvoll zum Beichtvater geht – immer die Freude der Vergebung Gottes erfährt, die inneren Frieden schenkt. In dieser Hinsicht kommt eurem Kurs große Bedeutung zu: Sein Ziel ist es, Beichtväter auszubilden, die unter dem Gesichtspunkt der Lehre gut qualifiziert und in der Lage sind, die Pönitenten die barmherzige Liebe des himmlischen Vaters erfahren zu lassen.

Stimmt es etwa nicht, daß wir heute einer gewissen Entfremdung von diesem Sakrament gegenüberstehen? Wenn man nur auf dem Sündenbekenntnis besteht – das es natürlich geben muß, und man muß den Gläubigen helfen, seine Bedeutung zu verstehen –, dann läuft man Gefahr, den zentralen Punkt dieses Sakraments, also die persönliche Begegnung mit Gott, dem gütigen und barmherzigen Vater, in den Hintergrund zu drängen. Im Mittelpunkt der Feier des Sakraments steht nicht die Sünde, sondern die Barmherzigkeit Gottes, die unendlich größer ist als alle unsere Schuld.

Das Bemühen der Hirten und besonders der Beichtväter muß auch dahin gehen, die enge Verbindung zwischen dem Sakrament der Versöhnung und einem Leben, das wirklich auf die Bekehrung ausgerichtet ist, deutlich zu machen. Zwischen der Praxis des Sakraments der Beichte und einem Leben, das danach strebt, Christus aufrichtig nachzufolgen, muß eine Art unaufhaltsamer »guter Kreislauf« entstehen, in dem die Gnade des Sakraments das Bemühen, treue Jünger des Herrn zu sein, unterstützt und nährt.


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Lesermeinungen

 SalvatoreMio 17. September 2021 
 

Beichten außerhalb des Beichtstuhls ein Sakrileg?

@Seeker: warum denn ein Sakrileg? Ich denke nur Medjugorje und wie die Leute dort Schlange stehen und draußen beichten. Ich denke an Herrn Hubert Liebherr, der vor Jahren fesselnd von seiner Bekehrung erzählte, nachdem er längst nicht mehr nach dem kath. Glauben lebte. Ein Freund überredete ihn zu einer Fahrt nach Medjugorje. Dort "schnappte" ein Priester sich ihn, als er gerade flüchten wollte vor der "Beichterei". Er bekehrte sich! Als ich Herrn Liebherr erlebte, musste ich nur an St. Paulus denken!


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 lakota 17. September 2021 
 

Wenn ich die Kommentare hier lese,

muß ich wieder sehr, sehr dankbar sein!
Unser Pfarrer hat im Pfarrhaus einen Raum, da hielt er die Beichte bzw. Beichtgespräch, auch jetzt trotz Corona. - Ein breiter Tisch zwischen uns, so daß automatisch der Abstand eingehalten wurde.

Wenn ich zum Arzt muß, ist es doch auch so. Wieso soll das dann beim "Arzt der Seele" nicht gehen?


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 Chris2 17. September 2021 
 

Klarer Auftrag Jesu

Der Auftrag, Sünden zu vergeben (und sie unter Umständen auch zu behalten!) stammt glasklar und unmissverständlich von Jesus selbst. Ein Pfarrer, der keine Beichte anbietet, obwohl er es könnte, verstößt sogar gegen den Kern der Menschwerdung Gottes, die Erlösung von unseren Sünden durch Leiden und Tod Jesu Christi...


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 Chris2 16. September 2021 
 

@Seeker2000

Ich bin natürlich für den Beichtstuhl, aber wenn der "nicht erlaubt" ist, muss man eben andere Wege finden. In meiner Pfadfinderzeit hat man meistens irgendwo auf einer Wiese oder an einem Feldweg gebeichtet...


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 Karlmaria 16. September 2021 

Die Sünderin

Auf dem Bild hier läuft die Sünderin sogar nach ihrer Bekehrung noch halb nackt herum. Das war ja zu der damaligen Zeit ziemlich anstößig. Eine für mich ganz wichtige Lehre die ich irgendwo einmal gehört habe und gar nicht mehr weiß bei wem ist dass Gottes Werke hier auf Erden oft eine Art Unvollkommenheit an sich haben. Hier sieht man die Unvollkommenheit dass die Sünderin sogar nach ihrer Bekehrung sich noch anstößig kleidet. Genau das sollen wir bei unseren Mitchristen auch ertragen. Ich denke mal das ist dann der Geist der Sühne. Alles was nicht so ist wie es optimal ist kann als Sühne aufgeopfert werden. Es ist ein Werk der Barmherzigkeit den Lästigen geduldig zu ertragen. Genau das schafft Einheit. Einheit ist der Wille Gottes. Dann brauchen wir keine außerordentliche Form der Heiligen Messe. Und dann brauchen wir kein Vermeiden von Impfung weil man nicht so genau weiß ob sich mit ganz geringer Wahrscheinlichkeit Seine Heiligkeit und die Glaubenskongregation geirrt haben!


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 Maxim 16. September 2021 
 

Seeker2000

Sie meinen das mit dem Sakrileg doch sicherlich nur ironisch ( Priestergehabe!).
Waren nicht früher viele Sterbende froh, wenn sie zu Hause noch beichten konnten.
Da kam doch nie jemand auf die Idee von Sakrileg zu sprechen.
Dass man sich dies heute bei vielen Priestern kaum noch vorstellen kannn, dass sie Personen im Gespräch, wo auch immer, auch noch die Beichte spenden würden, ist sicherlich nicht zu selten.
Unser Pfarrer ( Pole) hat schon Jahre vor Corona keine Beichtgelegenheit mehr angeboten. Busandacht reichte! Auch Beichtaushilfen abgeschaft!


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 Seeker2000 16. September 2021 
 

@Chris2

... erklären Sie das mal so manchem Geistlichen.

Beichten außerhalb eines Beichtstuhles oder gar außerhalb einer Kirche - was für ein Sakrileg!


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 Chris2 16. September 2021 
 

Raumproblem?

Beichten kann man auch in freier Natur. Am Rand einer Wiese z.B. Und Corona bleibt dann :innen vor...


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 Seeker2000 16. September 2021 
 

Gruß an die Bischöfe und Priester!

Wäre schön, wenn man das Bußsakrament nicht seit Frühjahr 2020 (mit dem ersten Lockdown) weltweit mehr oder weniger amtlicherseits für nicht mehr wichtig bzw. vernachlässigbar - gegenüber der physischen Gesundheit - erkärt hätte. Da kann man sich auch mit dem "Generalablass" etc. der Kongregation nicht mehr herausreden nach mehr als 18 Monaten.
Es wäre an der Zeit, dass OFFIZIELL verkündet wird, dass das Busssakrament in ALLEN Kirchen wieder angeboten werden muss und sich die Priester eine Lösung für das Raumproblem einfallen lassen müssen.


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