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Bischof Küng: Legion Mariens lebt Christsein in säkularisierter Welt vor

6. September 2021 in Österreich, 4 Lesermeinungen
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Bischof würdigt bei Festmesse im Wiener Stephansdom die vor 100 Jahren gegründete katholische Laienapostolats-Bewegung für ihre "Befähigung zur aktiven Teilnahme an der Sendung der Kirche"


Wien  (kath.net/KAP) "Auch mitten in einer weitgehend säkularisierten Gesellschaft ist es möglich, dem christlichen Glauben entsprechend zu leben": Das hat der emeritierte St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng am Samstag im Wiener Stephansdom bei der Festmesse zum 100-jährigen Bestehen der Legion Mariens (bzw. lateinisch "Legio Mariae") betont. Die katholische Laienapostolats-Bewegung liefere den lebendigen Beweis dafür, indem sie trotz einer mitunter traurigen kirchlichen Situation - etwa bei schütterer Zahl von Gläubigen in Gotteshäusern - aktiv zu einem "neuen Sammelvorgang in der Kirche" beitrage. Küng erinnerte an die Anfänge der Legio, die am 6. September 1921 in Dublin in einem Kreis von 15 Personen um den Ministerialbeamten Frank Duff (1889-1980) entstand und sich binnen weniger Jahrzehnte weltweit ausbreitete.

"Mit der Befähigung zur aktiven Teilnahme an der Sendung der Kirche in der heutigen Zeit durch ein fest im Glauben begründetes Laienapostolat war die Legio Mariae ein Vorläufer des II. Vatikanischen Konzils", unterstrich der frühere St. Pöltner Bischof. In ihrer Spiritualität betont die Legio laut Küng besonders die Ganzhingabe an Gott und die Weitergabe des christlichen Glaubens, wofür die Jungfrau Maria das Vorbild liefere. Mitglieder ließen sich auf eine Lebensweihe an Maria ein und damit auf eine eigene "allmählich fortschreitende Veränderung", bei der man wie Maria Jesus im Herzen trage, auch in den Umständen einer weitgehend bis völlig säkularen Gesellschaft. Oft entwickelten Legionäre eine besondere Liebe zu den Sakramenten, um selbst "würdige Wohnstatt für den Herrn" zu sein. Sehnsucht als Potenzial Charakteristisch sei weiters der Wunsch, auch andere auf den Glauben hin anzusprechen, ihnen den Weg zu Gott zu zeigen und ihnen beizustehen.


Selbst in schwierigen Zeiten habe die Gruppe dabei nicht die Hoffnung auf das "Wirken des Heiligen Geistes" aufgegeben. Dies gelte auch heute noch. Bischof Küng: "Mag sein, dass derzeit viele von der Kirche weit entfernt sind und in Bezug auf Glauben wenig Ahnung haben. Sehnsucht ist aber bei den meisten trotzdem vorhanden. Vielleicht wartet sie nur darauf, geweckt zu werden, um sich von Neuem zu entfalten." Viele soziale und missionarische Initiativen seien von Anfang an von den Legionären Mariens ausgegangen, so Küngs eigene Erfahrungen mit der Bewegung. In Wien hätten sich Legionärinnen etwa um Strafentlassene und Gefängnisinsassen bemüht, in Feldkirch wiederum um Hausbesuche bei von der Kirche Ausgetretenen, wobei die Beteiligten "mit großer Geduld und Beharrlichkeit" vorgegangen seien. Auch hier liefere die heilige Maria das Vorbild: Sie sei schließlich für die Verwirklichung des Heilsplans nicht bloß passiv von Gott benutzt worden, sondern habe "in freiem Glauben und Gehorsam zum Heil der Menschen mitgewirkt", zitierte der Bischof aus dem Konzilsdokument "Lumen Gentium". Das 100-jährige Legio-Gründungsjubiläum bezeichnete Küng als Anlass der Freude und des Dankes sowie auch als "Einladung, mit Zuversicht, im Vertrauen auf die Hilfe Mariens, nach vorne zu blicken".

Gemäß dem Gründungscharisma gelte es weiterzugehen und weiter den "herzhaften Einsatz auch in einer oft kalt gewordenen Welt" zu pflegen. Wiener Festwochenende und regionale Feiern Der Festgottesdienst im Stephansdom bildete den zentralen Höhepunkt des in Wien veranstalteten zentralen Jubiläumswochenendes der Legion Mariens Österreich, das am Freitagabend mit religiösen Feiern und Apostolats-Einsätzen begann und am Samstagmorgen mit einer Prozession durch die Innenstadt fortgeführt wurde. Für Nachmittag stand ein Musical über Frank Duff und die Eröffnung einer Wanderausstellung in der Aula der Wissenschaften auf dem Programm, für Sonntag ein Mariologischer Kongress sowie ein weiterer Abschlussgottesdienst. Weitere regionale Jubiläumsfeiern hatten die als "Präsidien" bezeichneten Legio-Gruppen in den verschiedenen österreichischen Pfarren für die Tage danach geplant.

Insgesamt hat die Legion Mariens laut eigenen Angaben rund 10.000 Mitglieder in Österreich, darunter 1.500 aktive "Legionäre", die sich wöchentlich in 250 Präsidien treffen zum Gebet, zum Glaubensstudium und zur Planung von kleinen sozialen und missionarischen Einsätzen in enger Abstimmung mit dem jeweiligen Ortspriester. 8.500 sogenannte "Hilfslegionäre" unterstützen diesen Einsatz durch regelmäßiges Gebet. Die Laienvereinigung führt auch eigene Gruppen für Jugendliche ("Jugendpräsidien"). Insgesamt 550 Priester sind der Legion Mariens als geistliche Adjutoren zur Seite gestellt. Während in Österreich die Legio erst seit 1949 aktiv ist, verweist das 100-Jahr-Jubiläum auf die weltweite Gründung 1921 durch Frank Duff, für den 1998 in Dublin der Seligsprechungsprozess eröffnet wurde. Motiv der von ihm geleiteten Gruppe war es, "Christus in den Armen zu dienen" und dabei nicht nur der materiellen, sondern auch der geistigen Not entgegenzuwirken. Am Anfang standen Besuche im Armenspital Dublins und die Sorge um Frauen, die aus der Prostitution aussteigen wollten. Heute ist die Legion Mariens in mehr als 170 Ländern verbreitet und zählt etwa 2,2 Millionen aktive Legionäre sowie rund 10 Millionen Hilfslegionäre.

 

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