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Der ‚Big Brother’ der Religionen: Pekings neue Datenbank

11. Februar 2021 in Aktuelles, 7 Lesermeinungen
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China, die totale Überwachung und Unterdrückung und der Vatikan mit seiner ‚pastoralen Übereinkunft’. Von Armin Schwibach


Rom-Peking (kath.net/as/AsiaNews) Die Obsession der harten und die Menschenrechte verachtenden kommunistischen Diktatur Chinas wird einzigartig und auch skurril, wenn es – nach der Rassenfrage – um „die Religion“ geht – will doch eine Partei selbst als einziger Ort der wahren Wirklichkeit und somit allbestimmend gelten. Dies wird für die katholische Kirche deshalb „interessant“, weil Rom vor wenige Monaten ein geheimes Abkommen mit der kommunistischen Diktatur verlängert hat, in dem es um das Verhältnis Kirche-Staat und das Problem der Bischofsernennungen geht. Wahrscheinlich dürften in dem „geheimen Abkommen“ noch andere Aspekte des kirchlichen Lebens „geklärt“ werden.

Auf der Seite der renommierten und auf Asien spezialisierten Nachrichtenagentur der Päpstlichen Missionswerke „Asia News“ wurde nun auf eine weitere „Neuheit“ hingewiesen, die das Regime vorangetrieben hat: die Errichtung eines Database, einer Datenbank besonderer Art. Diese wird alle Informationen über das religiöse Personal enthalten, einschließlich der erhaltenen Strafen und der Aufhebung ihres Dienstes. Ein Dokument über die Führung von Geistlichen, Mönchen, Priestern, Bischöfen, die in erster Linie verpflichtet sind, „die Führung der Kommunistischen Partei Chinas zu unterstützen, das sozialistische System aufrechtzuerhalten“, „illegalen religiösen Aktivitäten und religiösem Extremismus zu widerstehen und sich der Unterwanderung durch ausländische Kräfte unter Verwendung der Religion zu widersetzen“. Die Datenbank behandelt die Religionen weiterhin „als staatliche Institutionen und die Verpflichtungen der religiösen Mitarbeiter als Beamte“. Es bleibt zu bedenken, was dies für den „pastorale“ Wert des chinesisch-vatikanischen Abkommens implizieren wird.

Nachstehender Artikel könnte vor allem auch die deutsche Funktionärskirche nachdenklich machen, auch wenn es diese natürlich mit ganz anderen Verquickungen von Staat und Kirche zu tun hat.


***

Der „Big Brother“ der Religionen, von Wang Zhicheng

Die staatliche Verwaltung für religiöse Angelegenheiten (Sara) hat eine Datenbank eingerichtet, in der alle Informationen über religiöses Personal gesammelt werden. Außerdem werden „Auszeichnungen“, „Bestrafungen“, die sie erhalten haben, einschließlich „Löschung“ ihres Dienstes und „andere Informationen“ ergriffen. All dies wird „zeitnah“ aktualisiert.

Die Einführung der Datenbank ist eine der Neuerungen (Art. 33), die im Dokument „Administrative Maßnahmen für religiöses Personal“ erwähnt werden, das am 9. Februar veröffentlicht wurde und einmal mehr die totale Kontrolle über religiöse Erfahrungen in China demonstriert. Das Dokument besteht aus 7 Kapiteln und 52 Artikeln, die akribisch die Registrierung des religiösen Personals, seine Eigenschaften und die Art seiner Tätigkeit, die „Rechte“, aber vor allem die „Pflichten“ von Bischöfen, Priestern, buddhistischen und taoistischen Mönchen usw. regelt.

Das Dokument war im vergangenen November auf der Website von „Sara“ veröffentlicht worden, um mögliche Vorschläge und Korrekturen zu sammeln. Es wurde am 9. Februar mit nur wenigen Änderungen veröffentlicht. Das Dokument wird am 1. Mai in Kraft treten.

Jede Person, die eine religiöse Funktion ausüben möchte, muss vorher festgelegte Kriterien erfüllen: sie muss „das Vaterland lieben, die Führung der Kommunistischen Partei Chinas unterstützen, das sozialistische System unterstützen, die Verfassung, die Gesetze, Vorschriften und Regeln respektieren, die grundlegenden Werte des Sozialismus praktizieren, das Prinzip der Unabhängigkeit und Selbstverwaltung der Religion befolgen und sich an die Religionspolitik Chinas halten, die nationale Einheit, die ethnische Einheit, die religiöse Harmonie und die soziale Stabilität aufrechterhalten“ (Art. 3).

Es ist anzumerken, dass es Teil der „Verpflichtungen“ ist, „illegalen religiösen Aktivitäten und religiösem Extremismus zu widerstehen und der Infiltration durch ausländische Kräfte, die sich der Religion bedienen, entgegenzuwirken“. Für die Katholiken bedeutet dies, dass offizielle Priester und Bischöfe nicht in der Lage sein werden, die Einheit mit inoffiziellen Priestern und Bischöfen zum Ausdruck zu bringen. Sie müssen damit die vom Regime auferlegte Spaltung billigen und unterstützen.

Auch die katholischen Bischöfe können, obwohl sie vom chinesischen Bischofsrat „approbiert und geweiht“ sind, ihr Amt nur nach Registrierung bei der „Sara“ ausüben. Auf diese Weise wird der pastorale Dienst der Bischöfe vom Staat und nicht von der Kirche geleitet (Art. 16).

Sehr ähnlich ist die Situation der „lebenden Buddhas“ im tibetischen Buddhismus: sie dürfen ohne die Erlaubnis der Kommunistischen Partei Chinas (Art. 15) kein Amt ausüben und sich nicht als wahre Reinkarnationen betrachten.

Von „AsiaNews“ befragt kommentierte ein katholischer Priester in China: „In diesem Dokument gibt es nichts Neues. Es behandelt die Religionen weiterhin als staatliche Institutionen und die Verpflichtungen der religiösen Mitarbeiter als Staatsbeamte. So sehr, dass ihre Arbeit reguliert, kontrolliert und als zivile Beschäftigung registriert werden muss. Die Registrierung erfolgt durch die religiösen Einrichtungen, aber bei den zuständigen zivilen Ämtern. Und das ist besonders für die Bischöfe schmerzhaft“.

Am 8. Februar, beim Neujahrsempfang für das am Heiligen Stuhl akkreditierte diplomatische Korps, erwähnte Papst Franziskus an einer Stelle die Erneuerung des vorläufigen Abkommens zwischen China und dem Heiligen Stuhl: „Es handelt sich um eine Übereinkunft, die im Wesentlichen pastoraler Natur ist. Der Heilige Stuhl hofft, dass der eingeschlagene Weg im Geiste des Respekts und gegenseitigen Vertrauens weitergeht und zur Lösung von Fragen gemeinsamen Interesses weiterhin beiträgt“.

Mehrere Priester in China fragen sich nun, ob dieses neue Dokument über „administrative Maßnahmen“ nicht die „pastoralen“ Errungenschaften der Vereinbarung in Frage stellt, da es das Amt der Bischöfe der Macht der Partei unterstellt und die Trennung zwischen offiziellen und Untergrundgemeinden bekräftigt.

 


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