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Er ist da – er, der König, der alles in seinen Händen hält.

27. Februar 2021 in Jugend, 1 Lesermeinung
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Sei wie Nehemia – bete und handle. Lass nicht zu, dass Du Knecht von Augenblicken wirst, die nicht mehr oder noch nicht real sind - Die Jugendkolumne von kath.net - Von Magdalena Preineder


Wien (kath.net)

Ich möchte Dir etwas gestehen: Ich bin mit viel Reue in dieses Jahr gestartet. Ja, mit Reue, Schmerz und Angst, denn im vergangenen Jahr haben sich mir viele Möglichkeiten geboten, meine Träume zu leben – doch ich habe sie nicht ergriffen. Ich stand vor Türen, die angelehnt waren – darauf wartend, dass ich sie mit einem kleinen Schubser öffnen würde. Doch stattdessen bin ich davor gestanden und habe maximal durch das Schlüsselloch oder durch einen feinen Spalten zwischen Tür und -rahmen gelugt.

Ich hab all die sich mir darbietenden Türen nicht aufgemacht, ich bin nicht hindurchgeschritten. Ich bin weggelaufen, manchmal ohne auch nur den Türknauf berührt zu haben. Und vielleicht stellst Du Dir jetzt die Frage: Warum? Angst ist die Antwort. Eine Angst, die mich gelähmt hat. Und warum das? Weil ich in der Vergangenheit und in der Zukunft gelebt habe, nicht aber in der Gegenwart.

Im Jetzt konnte man mich nur selten antreffen, denn inmitten all meiner sich um vergangene und zukünftige Aspekte kreisenden Gedanken habe ich eines sehr oft vergessen: Es ist doch gerade dieses Jetzt in dem ich Gott am besten dienen kann. Warum bin ich weggelaufen? Weil ich Angst hatte, vor dem was kommen würde. Weil ich Angst hatte zu versagen. Und dahinter verbirgt sich ein großer, entscheidender Grund: Weil ich nicht auf den Gott geblickt habe, der sich als jener vorgestellt hat, der da ist. Im Jetzt.


Doch er ist auch in der Zukunft, ebenso wie in der Vergangenheit. Es gäbe also keinen Grund furchterfüllt zu sein, wenn man ganz simpel, ohne viel Gefühlstamtam, auf das Wesen Gottes blickt: Da-Sein. Das zeigt uns die Geschichte unserer biblischen Väter und vieler derer, die in ihre Fußstapfen getreten sind.

Er ist da. Lass Dir das auf der Zunge zergehen. Er ist da – er, der König, der alles in seinen Händen hält.

Die entscheidende Frage ist: Bin ich es auch? Bin ich da? In diesem Jetzt, in das der, der die ultimative Kontrolle hat, mich hineingestellt hat? Bin ich mir bewusst, dass ich genau in diesem Jetzt eine Berufung habe und dass es dieses Jetzt ist, in dem ich Gott am besten dienen kann?

Johannes Hartl hält in einem seiner Bücher fest: „Gott ist immer im Jetzt. Gott ist immer aktuell im Hier und Jetzt. Er war früher schon da und er wird in Zukunft auch immer schon da sein, aber er hängt nicht einfach in Deinem Denken rum. Gott ist im Hier und Jetzt. […]Überflüssige Gedanken, Gedanken, die Dich irgendwo in der Vergangenheit oder in der Zukunft rumhängen lassen, hindern Dich daran, im Hier und Jetzt […] genau diese Gottesbegegnung zu haben, die Du nur jetzt haben kannst. Die wirst Du nie in Zukunft haben, auch nicht in der Vergangenheit, nur jetzt kannst du die haben.“

Er trifft den Nagel auf den Kopf. Hier im Jetzt kannst Du, kann ich, Gott begegnen. Hier im Jetzt kann ich ihm dienen und wenn ich das tue, dann gibt es keinen Grund, Türen aus Angst nicht zu öffnen und als Folge dessen mit einem Herzen voll Reue durchs Leben zu gehen.

Sehen wir in das Buch Nehemia: Nehemia möchte die Mauer Jerusalems wiederaufbauen. Kein leichtes Unterfangen, wie man sich denken kann. Er hat dabei mit vielen Bedrohungen zu kämpfen, und er hätte wohl schon im Vorhinein daran denken können, dass es jemanden gibt, der sein Bestreben zunichtemachen möchte. Aber das tat er nicht. Er lebte im Jetzt. Vor jeder seiner Taten betete er zu Gott und handelte dann im Jetzt. Ohne einen Gedanken an das „Was wäre wenn…?“ zu verschwenden. Er hat den Willen Gottes erfragt und handelte. Im Jetzt.

Vielleicht bist Du ganz anders als ich und stehst jeden Tag mit dem Wissen um das Geschenk Deiner Berufung im Jetzt auf – dann freu ich mich sehr für Dich! Vielleicht vergisst Du es aber auch ab und zu und vielleicht merkst Du dann, dass sich etwas in Dir verändert: Angst zieht ein, wo Lobpreis sein sollte. Sorgen, wo eigentlich Schwerelosigkeit sein darf. Gedanken, die in der Zukunft und Vergangenheit ihre Kreise ziehen.

Doch das einzig reale ist genau dieser Moment. Dieses Jetzt. Du kannst in der Vergangenheit und in der Zukunft nicht handeln, sondern nur Jetzt. Und falls es Dir so ergeht wie mir, dann möchte ich Dich einladen mit mir auf Gott zu schauen: Er ist da. Im Jetzt. Du bist nicht alleine und das wichtigste, was Du in eben diesem gegenwärtigen Moment tun kannst ist, Gott zu dienen. Sei wie Nehemia – bete und handle. Lass nicht zu, dass Du  Knecht von Augenblicken wirst, die nicht mehr oder noch nicht real sind. Es gibt nur eines, das real ist: Dieser Moment und genau hier ist Gott. Jetzt bleibt uns die Frage zu stellen: Wo bist Du? Wo bin ich?


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Lesermeinungen

 Diadochus 27. Februar 2021 
 

Bin ich da? Bin ich für Gott da?

Wenn ich nicht da bin, bin ich kein Werkzeug Gottes. Wenn ich im Gebet für Gott da bin, wird Gott alles fügen und uns entsprechend in Seinem Sinne benützen und ändern. Die Fastenzeit ist ein guter Anlass, um Gott unser Leben in Seine Hände zu legen. Ein "Was wäre wenn?" gibt es dann nicht mehr. So wie es ist, ist es gut - in den Händen Gottes.


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