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"Es gab den ganzen Sommer über Gewalt, meist von der anderen Seite, Black Lives Matter, Antifa"

7. Jänner 2021 in Aktuelles, 90 Lesermeinungen
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Jesuitenpater und USA-Kenner Godehard Brüntrup zu den Vorfällen beim US-Kapitol: Man könne hier nicht einfach nur sagen, dass diese von Trump manipuliert und irre geleitet seien


Washington DC. ( kath.net)
Der deutschen Jesuitenpater und USA-Kenner Godehard Brüntrup hat die gestrigen Vorfälle beim US-Kapital in einem Interview mit dem "Domradio" als ein "erschütterndes Ereignis" bezeichnet. Die Rede von Trump davor war, auch wenn er nicht direkt zur Gewalt aufgerufen hatte, für den Jesuiten anstachelnd. "Und wir haben insgesamt gesehen, den ganzen Sommer über, dass in den USA die Demonstrationen dann, meistens von der anderen Seite her, von den Gegnern Trumps, in Gewalt ausgeartet und ausgeufert sind und die Polizei wenig gemacht hat." Der Jesuitenpater erinnerte daran, dass wochenlang nächtlich Gerichtsgebäude, Innenstädte, Geschäfte angezündet wurden. Er wunderte sich, dass in Washington DC. die Polizei so wenig auf das Geschehen vorbereitet war und dass diese doch "überschaubare Menge" so einfach ins Kapitol eindringen konnte.


Er glaube auch nicht, dass dies Inlandsterroristen waren sondern eher relativ normale Menschen waren, die nicht seit längerem an Umsturz oder gar Gewalt gedacht haben. Dass eine Frau ihr Leben verloren hat, dürfte auch von den Demonstrierenden niemand so gewollt haben. Brüntrup erinnert dann an den Konflikt, der tiefer geht. Er stelle sich die Frage, warum Hunderttausende gegen die Wahl protestiert haben und warum 40 Prozent der Amerikaner glauben, dass es bei der Wahl nicht mit rechten Dingen zuging. Man könne hier nicht einfach nur sagen, dass diese von Trump manipuliert und irre geleitet seien. Da gäbe es laut dem Jesuiten ein tiefes Misstrauen darüber, wie die Wahlen in einigen Bundesstaaten abgehalten wurden und ob dies alles verfassungsgemäß war oder ob da im Rahmen von Corona zu schnell und ohne durch die normalen parlamentarischen Wege gehend das Wahlrecht geändert wurde, was im Endeffekt laut Brüntrup Biden genützt habe. "Ich glaube, dass Amerika in Zukunft noch einmal sehr, sehr deutlich da rangehen muss, dass die Menschen wieder Vertrauen in die Wahlen gewinnen. Denn man kann eine Demokratie nicht aufrechterhalten, wenn 30 oder 40 Prozent der Bevölkerung der Meinung sind, dass ihre Stimme nicht zählt."

Brüntrup erinnerte daran, dass es in einigen Staaten kurzfristig gravierende Veränderungen im Wahlrecht gab, besonders im Briefwahlrecht stattgefunden haben. So wurden unverlangt Wahlzettel rausgeschickt und auch ohne größere Prüfung diese dann gewertet. Da sollte in den USA eine Kommission eingerichtet werden, die dies nochmals überprüft und feststellt, ob diese Vorgehensweisen, die die Demokraten bevorzugt haben, verfassungsgemäß waren. Der Jesuitenpater glaubt auch nicht, dass Joe Biden das Ende dieser Polarisierung stemmen könne. Er erinnerte nochmals daran, dass es schon seit Monaten von Anhängern der demokratischen Seite, Black Lives Matter, Antifa und anderen Organisationen eine Bereitschaft zur Gewalt bei Demonstrationen gab, die die amerikanische Gesellschaft so bisher nicht gekannt habe. Es gäbe einen tiefen Spalt zwischen den beiden Lagern, die etwa gleich groß seien.

 

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