Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. ADIOS!
  2. US-Katholiken mehrheitlich für die Todesstrafe
  3. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  4. Vertrauliche Vorlagen des vatikanischen Konsistoriums sind aufgetaucht
  5. ‚Dubia‘ an den Vatikan – US-Priester bitten um Klärung hinsichtlich liturgischer Änderungen
  6. Viel Bla-Bla zum Neuen Jahr!
  7. „Ich kann die Kommunion nicht empfangen. Ist es trotzdem sinnvoll, zur Messe zu gehen?“
  8. Santo subito? - Vatikan untersucht mögliches Wunder durch Benedikt XVI.!
  9. Synodaler Weg führte zu Streit und Verwerfung
  10. Brigitte Bardot bedauerte den Verlust des Geheimnisvollen in der Neuen Messe
  11. Wann enden die perspektivlosen Strukturdebatten?
  12. Papst Leo XIV. bestärkt Bischof Voderholzer auf dem Weg der Neuevangelisierung
  13. Papst Leo wird die Gründonnerstags-Fußwaschung wieder im Lateran vollziehen
  14. Neuer Hirtenstab für Papst Leo XIV. betont die Auferstehung
  15. Das Porträt Leos XIV. wird nun in Mosaik-Galerie der Päpste aufgenommen

Was würde Bileam über den synodalen Weg sagen?

18. Februar 2020 in Spirituelles, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Was antwortet die reichste Kirche der Welt, wenn der Meister sie fragen würde: „Worüber habt ihr unterwegs [auf dem synodalen Weg] gesprochen (Mk 9,33)? - Gastkommentar von Helmut Müller


Vallendar, (kath.net) „Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen“ (Mk 9,34) was einige missbraucht, oder freiwillig abgeben und die anderen haben wollen, Macht. Gleich zwei Aufforderungen aus Rom zu evangelisieren, die frohe Botschaft zu verkünden, wurden nicht befolgt. Selbst die Aufforderung Kardinal Kaspers über Gott zu reden, wurde etwa von Magnus Striet wieder mit Strukturdebatten verknüpft. Auch die „frohe Botschaft für Amazonien“ wurde nur zur Kenntnis genommen. Ganz anders das, was nicht im Schreiben oder anders als erwartet darin stand, fand Aufmerksamkeit bis in die säkulare Presse hinein: Der nicht, wie gewünscht, ermäßigte Ruf in die Nachfolge wurde als Zwang, nicht zeitgemäß und auf Frauen ausgeweitet, als Frauendiskriminierung, verstanden. Einmal mehr wurde gefordert den Ruf nach Umkehr und die radikale Nachfolge in kirchenpolitischen Strukturdebatten, der säkularen „Lebenswirklichkeit“ anzupassen. Wenn man nicht mehr genau weiß, wozu man als Kirche berufen ist und so eigentlich sinnvoll auf dem synodalen Weg sein könnte, hilft manchmal Fremdprophetie.

Zu meinem letzten Beitrag (https://www.kath.net/news/70622) erreichte mich folgende überraschende Zuschrift: Lieber Herr Müller, ich bin muslimischen Glaubens. Wie Sie wissen, spielt Jesus bei uns eine große Rolle. Der Islam kennt keine Vermittler zwischen Gott und Mensch. Sie haben quasi einen direkten Draht, daher ist der Diskurs, der aktuell in der Kirche geführt wird, bedeutungslos, weil er politischer Natur ist. Was hat das mit tiefer Spiritualität und der Liebe zu Gott am Hut? In diesem Sinne wa aleikumo salam.
Geht es noch deutlicher? Bileam könnte es nicht besser formulieren. Und noch einmal „Bileam“. Zur Abwechselung gibt er dieses Mal als ausgewiesener Atheist eine herausragende Antwort auf die gestellte Frage: Es handelt sich um Peter Sloterdijk in seinem Buch „Nach Gott“: Sloterdijk spricht als Atheist von einer „anthropologischen Mystik“, die jeder Mensch erleben könne und schon hat, nämlich die tiefe Geborgenheit, das „Insein“, im Uterus. Das sei ein Vergangenes Insein, aber er versteht Religion, die das auch in die Zukunft denkt und zwar meint er das „Insein in Gott“: In der Religion „wird die Urbekanntschaft erneuert, dann kann die Seele sich zurücksinken lassen an ihren Ort jenseits aller physischen Orte, in der Gewissheit, daß der große Andere [Gott] ihr tiefer innewohnt als sie sich selbst: interior intimo meo“. So zitiert er Augustinus. Im Buch folgen weitere Beispiele tiefen Verständnisses davon, was Religion eigentlich ist.


Auch die essentielle Verschiedenheit von Mann und Frau über jedes Gendern und jeden platten Funktionalismus hinaus kann so verstanden werden. Diese Ursehnsucht nach dem Insein in Gott, kann eigentlich nur der Leib einer Frau sinnfällig abbilden. Deshalb haben auch Männer und Frauen in allen Religionen der Welt unterschiedliche Rollen, die nicht austauschbar sind.

Warum muss man so etwas bei einem Atheisten lesen? Ein Atheist, der nicht einmal daran glaubt, was er tief religiös verstanden hat? (Ich jedenfalls erlebe es als Ansporn ein begonnenes Buch zügig fertig zu schreiben.) Sloterdijk meint um die Ungeheuerlichkeit der Welt bestehen zu können, phantasieren sich Gläubige einen transzendenten Uterus und nennen ihn Gott. Religion wäre dann bloß transzendierte Tiefenpsychologie.

Im Anschluss an Nietzsche, den er überholt, glaubt er, dass wir Gott gar nicht getötet haben. Denn was es gar nicht gibt, kann man ja nicht töten. „Gott“ ist quasi mit dem Menschen auf die Welt gekommen, der es nicht ertragen hat, aus der Geborgenheit des Uterus entlassen zu sein. Deshalb erschafft er sich einen Gott. Welch eine Aufgabe für Theologen und Bischöfe wieder über Gott in dieser säkularisierten Gesellschaft nach zu denken, anstatt sich wie die Jünger kleinkariert darüber zu streiten, wer im neuen Gottesvolk das Sagen hat.

kath.net-Buchtipp:

Zeitgerecht statt zeitgemäß
Spurensuche nach dem Geist der Zeit im Zeitgeist
Von Helmut Müller
Hardcover, 244 Seiten 2018 Bonifatius-Verlag ISBN 978-3-89710-790-8 Preis Österreich: 15.40 EUR


b>Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:

Link zum kathShop

Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus, Linz:
Für Bestellungen aus Österreich und Deutschland: [email protected]

Buchhandlung Provini Berther GmbH, Chur:
Für Bestellungen aus der Schweiz/Liechtenstein: [email protected]

Alle Bücher und Medien können direkt bei KATH.NET in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus (Auslieferung Österreich und Deutschland) und der Provini Buchhandlung (Auslieferung Schweiz und Lichtenstein) bestellt werden. Es werden die anteiligen Portokosten dazugerechnet. Die Bestellungen werden in den jeweiligen Ländern (A, D, CH) aufgegeben, dadurch entstehen nur Inlandsportokosten.

Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Theologie

  1. Weihesakrament und Leitungsvollmacht
  2. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  3. Zahl der Theologiestudenten in Passau in drei Jahren versiebenfacht - Von 21 auf 140 Studienanfänger
  4. US-Theologe: Es ist nicht katholisch, wenn man ständig das Lehramt kritisiere
  5. ‚Veritatis splendor – der 30. Jahrestag einer vergessenen Enzyklika’
  6. Knalleffekt am Aschermittwoch: Vier Synodale verlassen den "Deutsch-Synodalen Irrweg"
  7. Roma locuta causa finita
  8. Es reicht
  9. Liebe kann wachsen
  10. Ratzinger-Preis 2021 für zwei in Österreich lehrende Theologen






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  3. Viel Bla-Bla zum Neuen Jahr!
  4. ADIOS!
  5. Santo subito? - Vatikan untersucht mögliches Wunder durch Benedikt XVI.!
  6. Vertrauliche Vorlagen des vatikanischen Konsistoriums sind aufgetaucht
  7. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  8. „Ich kann die Kommunion nicht empfangen. Ist es trotzdem sinnvoll, zur Messe zu gehen?“
  9. 'Exportweltmeister in Moral, ansonsten Beobachter an der Seitenlinie. Beschämend'
  10. Synodaler Weg führte zu Streit und Verwerfung
  11. Brigitte Bardot bedauerte den Verlust des Geheimnisvollen in der Neuen Messe
  12. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  13. ‚Dubia‘ an den Vatikan – US-Priester bitten um Klärung hinsichtlich liturgischer Änderungen
  14. Wann enden die perspektivlosen Strukturdebatten?
  15. Papst Leo XIV. bestärkt Bischof Voderholzer auf dem Weg der Neuevangelisierung

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz