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Auf dem Weg – die Zwölf im Evangelium und die auf dem synodalen Weg

9. Februar 2020 in Buchtipp, 1 Lesermeinung
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Ich bin nur noch fassungslos, wenn ich sehe, wie sich die Kirche in Deutschland auf dem synodalen Weg bewegt. Gastkommentar von Helmut Müller.


Frankfurt (kath.net)
Fast egal, wo man das Neue Testament aufschlägt, klingt auf dem Weg sein im Evangelium anders. Hat nicht Papst Franziskus, wie alle Päpste davor Evangelisierung angemahnt, aber was geschieht? Schauen wir einmal in die heutige Tageslesung vom 6. 2. 20 (Mk, 6,7 – 13) was im Evangelium auf dem Weg sein heißt.

• Da sind zwölf Männer unterwegs. Auf dem synodalen Weg sind deren Nachfolger fast bis zur Bedeutungslosigkeit schon zu seinem Beginn in die Masse der anderen Christgläubigen „integriert“ und offenbar nach dem Zeugnis der jungen Frau von Maria 1.0 (https://www.kath.net/news/70584) daran gehindert worden im Rahmen des synodalen Weges einer Eucharistiefeier vorzustehen, vermutlich um Wortgottesdienste anbieten zu können.

• Wie sind die Zwölf im Evangelium unterwegs? Mit Vollmacht. Ganz gewiss nicht mit Macht: Mit einem Wanderstab, ohne Brot, keiner Vorratstasche, keinem Geld im Gürtel [ohne Kirchensteuer], keinem zweiten Hemd und an den Füßen nur Sandalen. Machtloser geht es nicht. Und was wurde am Wochenende auf dem synodalen Weg in Frankfurt offensichtlich? Es wird mit Macht Vollmacht gefordert. Diese Macht, die schon im Vorfeld durch die Geschäftsordnung – weder von Gottes Gnaden noch demokratisch legitimiert - erreicht worden ist, wird schon auf dem Weg dahin missbraucht, wie der erschütternde Bericht der genannten jungen Frau von Maria 1.0 gezeigt hat.

• Was ist in Mk, 6,7 – 13 Auftrag der Zwölf? Die unreinen Geister austreiben und ein Aufruf zur Umkehr. Man lässt eher die unreinen Geister, unter denen die Gesellschaft leidet, auch in die Kirche herein. Durch den Missbrauch sind schon unreine Geister in der Kirche. Mir kommt der Gedanke, dass man Beelzebub mit Beelzebub austreiben möchte. Um nicht umkehren zu müssen sollen vor allem Strukturen geändert werden, um „mit besserem Gewissen“ weiterleben zu können wie bisher um Sexualität aus der Enge der Ehe zu befreien, den Zölibat „frei stellen“ und damit die Lebensform Christi weiter marginalisieren zu können. Ist das dem einen oder anderen Bischof bewusst geworden, als er heute Morgen den Text des Evangeliums vorgetragen hat?

Ich will jetzt keinen naiven Umgang mit dem Evangelium predigen. Aber was mich am meisten geschockt hat, war die Annahme einer Resolution, dass man mit Zweidrittel Mehrheit Beschlüsse fassen kann, auch wenn sie der katholischen Glaubenslehre widersprechen. Was ist katholische Glaubenslehre anderes, als das, wozu die Nachfolger der Zwölf auf den Weg geschickten Männer beauftragt worden sind? Nach dem heutigen Tagesevangelium: Dämonen austreiben und zur Umkehr aufrufen: Das sollte von den Nachfolgern der Zwölf zeitgerecht, aber nicht unbedingt zeitgemäß für die jeweilige Zeit umgesetzt werden. Sie haben auch Vollmacht weitere Christen jeglichen Geschlechts mit diesem Auftrag ihrem Taufsakrament gemäß in Dienst zu nehmen.

In dieser Beauftragung ist noch jede Menge Luft nach oben. Wenn man aber die Vollmacht an die zwölf Männer nivelliert, so wie das schon in der Anlage des synodalen Wegs geschehen ist, ist man zwar auch meinetwegen auf einem christlichen Weg, aber auf dem Weg einer anderen Tradition des Christlichen, nämlich einem protestantischen. Wenn das so ist, warum soll man dann das Rad neu erfinden, wenn es sich schon 500 Jahre dreht und bis auf evangelikale Kreise nicht besser dreht? Aber wer will schon von denjenigen, die auf dem synodalen Weg sind, evangelikal werden? Da müsste man doch das Evangelium noch viel strenger beachten, oder?


kath.net-Buchtipp:
Zeitgerecht statt zeitgemäß
Spurensuche nach dem Geist der Zeit im Zeitgeist
Von Helmut Müller
Hardcover, 244 Seiten 2018 Bonifatius-Verlag
Preis Österreich: 15.40 EUR

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Lesermeinungen

 Winrod 9. Februar 2020 
 

"Um nicht umkehren zu müssen",

das ist des Pudels Kern. Um nicht umkehren zu müssen, schiebt man die Misere auf die Strukturen und bildet sich ein, mit deren Änderung sei das Notwendige getan. welch ein Irrtum!
Es werden zwei weitere verlorene Jahre sein, aber immerhin, bis dahin kann man weiter schlafen.


3
 

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