Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. 'Und ich dachte, es müßte um Gott und das Heil der Seelen gehen. Ich bin ja so naiv'
  2. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘
  3. 'Denn es wird nicht zu dem kommen, was diese Lügner versprechen.'
  4. Liebe 'Deutsche Kirche', ihr seid Heuchler vor dem Herrn!
  5. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  6. ‚Synodalität – ein Wort ohne Begriff? Ein erfundenes Narrativ macht Karriere
  7. Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche
  8. Ein Drittel der 15-Jährigen in Deutschland kann nicht mehr ausreichend lesen oder rechnen!
  9. Wahl in Sachsen-Anhalt: AfD auch bei Kirchenmitgliedern stärkste Kraft
  10. Kritik von Theologen an der Beurlaubung von P. Edmund Waldstein
  11. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  12. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm
  13. US-Präsident Donald Trump gratuliert Katholiken zum Fest Maria Geburt
  14. 'Gott, hilf mir. Jesus, hilf mir. Seid ihr Jungs bereit? Let’s Roll'
  15. Scharfe Kritik von Birgit Kelle an Leihmutterschaftsentschuldigung von Jens Spahn

Bedecke ihn mit deinen Tränen

20. Dezember 2019 in Kommentar, 12 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Stell den Truthahn warm, vertröste die Großfamilie und gib dir am Heiligen Abend ein paar einsame Momente mit Jesus. BeneDicta von Petra Knapp-Biermeier.


Linz (kath.net) Und ich erzähle schon wieder von meinem Gott. Beim Gespräch mit Schulfreunden war das, im Sommer. Unsere Abgründe haben wir nicht mal gestreift, zwischen Weizenbier und Chicken Wings, denn da sitzen wir, lachen, starren uns immer wieder verstohlen an, präsentieren uns, prosten einander zu, und lachen wieder.

Alle sind nach Jahrzehnten irgendwie und irgendwo angekommen. Wie genau, davon erzählen die Falten, die heimlich geweinten Tränen, die Blicke, die wie Irrlichter zwischen den geleerten Flaschen tanzen. Auf dem Heimweg, weit nach Mitternacht, sind wir dann zu zweit. Sie bleibt immer wieder stehen, als gäbe es da noch was.

Sie fragt und fragt nach, und erst zögere ich, dann erzähle ich ihr, von meinem Gott. Ich kann nicht anders. Sorry. Ich stehe jetzt da, und bekenne, dass ein Leben ohne Gott mir immer undenkbarer erscheint, je länger ich seine Nähe suche.

Ein paar Meter neben uns ist ein kleiner Sandstrand, und ein paar Jugendliche hüpfen in die Donau. Es ist wunderschön. Ich lasse die Handtasche sinken. Ich komme da jetzt nicht mehr so schnell weg, und so sage ich gerade heraus, dass ich es nicht mehr kann, dieses Strudeln, Eifern, Suchen, Gieren nach dem Idealen, Bestmöglichen, Perfekten, der selbstgemachten Utopie, alles mal in den Griff zu kriegen.


Es ist nur ein Taumeln von einer Möglichkeit zur nächsten, und die verblassen einfach zu schnell, verdunsten, halten mich hin, versprechen Aussichten und Lösungen. Ich habe es so satt, diese elende Sucherei, dieses fortwährende Aufwachen, nachdem wieder einmal eine vielversprechende Seifenblase geplatzt ist. Erzähle ich und erzähle ich.

Was habe ich da eigentlich gefunden? Einen Gott, der mich erlösen will von allen Utopien. Der mich lösen will von krank machenden Bindungen. Der mir Hoffnung schenkt. Der für mich sorgt. Der meine Gebete erhört. Der mich mag so wie ich bin, und der mich zu viel Größerem verändern will. Je länger ich mit ihm gehe, desto unmöglicher erscheint mir ein Leben ohne ihn. Das ist es schon. Mehr ist es nicht.

So verbleiben wir, um zwei Uhr morgens, in einer Juninacht an der Donau. Jetzt, zu Weihnachten, würde ich ihr sagen: Ich wünsche dir, dass du den Erlöser hautnah spürst. Dass du den neugeborenen Jesus berührst, ihn anschaust und in deinem Herzen aufnimmst. Du suchst Veränderung? Bist unruhig, fühlst dich gefangen durch Verpflichtungen, eigene Verhaltensmuster, geheime Laster?

Der zärtliche Gott wartet auf dich, und er will dich erst einmal lieb haben, bevor er an dir herum nörgelt, über dich urteilt oder dir vorhält, dass du selber schuld bist an deiner Misere. Er will dich einfach nur lieben. Und er bittet dich, ihm zu vertrauen. Ihm Zeit zu schenken, sich auf ihn einzulassen, die Bibel zu lesen und ihn kennen zu lernen.

Du wirst dich ändern, aber nicht aus irgendeinem schrägen Motiv heraus, sondern weil du dich selber nicht mehr erträgst. Gott ist so gut und hat unendlich viel Geduld mit dir. Darum stelle den Truthahn warm, lass die Päckchen noch eine halbe Stunde liegen und sag der Großfamilie, dass du kurz mal weg bist.

Geh hinaus. Dort wo du definitiv nicht hinwillst, wo du einsam bist, wo dein größter Schmerz und deine stärkste Verzweiflung sind. Bringe ihm das, dem neugeborenen Jesus. Lass das Weihnachtsfest nicht an dir vorüberrauschen zwischen Glühweinstand und Christmette, sondern klinke dich aus und schenke Jesus eine einsame Minute oder fünf oder zehn, wo du dein Herz ausschüttest.

Lass ihn Weihnachten nicht in der Krippe frieren, den Erlöser der Welt, deinen Erlöser. Bedecke ihn mit deinen Tränen, deiner Biographie, deinen Fragen. Er hält es aus. Er hält dich aus. Er wird dich anstrahlen und dir ohne Worte sagen: Endlich bist du gekommen! Immer schon warte ich auf dich.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

BeneDicta

  1. Technisch brillant, geistig obdachlos
  2. Beschließen ohne zu entscheiden?
  3. Die große Täuschung
  4. Hoffnung schlägt Optimismus
  5. Kirche zwischen Riss und Rückbindung
  6. Freu dich, Gott liebt dich
  7. 'Sommer ist, was in deinem Kopf passiert'
  8. Denn der Glaube ist kein Leistungssport
  9. Das Glück dieser Welt kauft man nicht mit Geld
  10. Herabsteigen in die „Tiefe unseres Seins“







Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  3. YouTube-Kanal der Erzdiözese Łódź wurde ohne Wissen oder Zustimmung der Administratoren entfernt
  4. 'BILD' greift kath.net-Beitrag von Kardinal Müller auf
  5. Die Würde des Menschen ist unverfügbar
  6. US-Präsident Donald Trump gratuliert Katholiken zum Fest Maria Geburt
  7. Kritik von Theologen an der Beurlaubung von P. Edmund Waldstein
  8. 'Schweigen angesichts des Bösen ist selbst Böses'
  9. „Die fünfsaitige Lyra der Pentarchie neu zum Klingen bringen“
  10. „Bin ich Konvertitin oder von Kindesbeinen an katholisch?“
  11. Auf Christus schauen!
  12. Liebe 'Deutsche Kirche', ihr seid Heuchler vor dem Herrn!
  13. Tschechien: Kirchenkommission warnt vor prorussischer Desinformation
  14. Die Geburt des neuen Antisemitismus aus dem verurteilten alten Antisemitismus
  15. „Ich erwarte die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz