Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. "Wir brauchen eine Debatte über das jüngste Konzil"
  2. Vatikan besorgt über Einbrüche im weltweiten Tourismus
  3. Kontroverse um die "Tagespost"
  4. „Die Grundsatzfrage: Welchen Gott wollen wir?“
  5. Pseudokatholik Joe Biden wählt Katholikenhasserin als Vize-Kandidatin
  6. Kolumnistin: Abtreibung, um im Urlaub Bikini-Figur zu haben, ist völlig berechtigt
  7. Evangelischer Landesbischof Ralf Meister behauptet: "Der Mensch hat ein Recht auf Selbsttötung"
  8. Corona: Ethikerin appelliert zu mehr Spielraum für Pflegeheime
  9. Ich glaube an … Engel?
  10. Kamala Harris - gekauft von der Abtreibungsindustrie
  11. Unser Bischof hat sich nur einseitig informiert!
  12. „Penis-Brunnen“ vor katholischer Kirche
  13. Papst fordert Abschaffung der Atomwaffen
  14. Parteizeitung: Peking und Vatikan werden Abkommen erneuern
  15. Benedikt XVI. und Franziskus haben offenbar dasselbe Grab gewählt

Wie viele Wege gibt es zu Gott?

9. Oktober 2019 in Kommentar, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Ich hoffe und bete dafür, dass auch der „Synodale Weg“, der in Deutschland stattfinden wird, nicht aus der römisch-katholischen Kirche hinausführt, aber ich habe große Zweifel daran.“ Gastbeitrag von Thorsten Paprotny


Hannover (kath.net) Die neue katholische Aufgeregtheit begleitet uns alle seit Monaten. Ob sich hierzulande eine neue katholische, eine neukatholische oder eine deutschkatholische „Synodale Bewegung“ entwickeln wird, das mag sich noch erweisen. Die Kirchenzeitung der Diözese Hildesheim titelte am vergangenen Sonntag: „Alle machen mit.“ Gemeint war damit die Bereitschaft der Bischöfe, den „Synodalen Weg“ mitzugehen. Für Nuancen und Differenzierungen bot die plakative Überschrift wenig Raum. Wir kennen die Vorbehalte einiger Bischöfe und wissen von Gegenstimmen zu dem Statut. Das tröstet jeden Skeptiker hierzulande. Wer Kritik an den Ideen, Plänen und Vorhaben äußert, wird sogleich belächelt oder stigmatisiert – als konservativ, reaktionär oder traditionalistisch. Wollen Sie, liebe Schwester, lieber Bruder im Glauben, nicht auch lieber synodal „mitmachen“?

Ich erinnere mich noch an Weisheiten aus den 1980er- und 1990er-Jahren: „Wer mitmacht, erlebt Gemeinde.“ In der Schule gab es eine Theatergruppe, und in der Kirche, die ein Ort der Zuflucht, des Friedens und der Einkehr, ja eine Gegenwelt war, fanden zuweilen „Mitmachgottesdienste“ statt. Motivationskünstler traten auf, manche mit Gitarre. Andere veranstalteten Spielszenen vor dem Altar. Das war eigenwillig. Ich erinnere mich auch an eine Unterschriftensammlung am Kirchenausgang: „Frohbotschaft statt Drohbotschaft!“ – hieß damals einer dieser Sprüche. Verstanden habe ich das alles nicht. Ich war ein gänzlich unpolitischer Mensch, das gilt besonders für den Bereich der Kirchenpolitik. Auch glaube ich nicht, dass sich das noch einmal ändern wird. Ich wüsste jedenfalls nicht – warum. Natürlich, so scheint es zu sein, sollte man in der Kirche und bei sich selbst nie Entwicklungen ausschließen, auch keine Fehlentwicklungen.


Ich hätte bis vor einem Jahr noch nicht für möglich gehalten, dass ein Bischof mithilfe einer molekulargenetischen Metapher wie „DNA der Kirche“ einen Zusammenhang zwischen der Stiftung Jesu Christi und Formen des institutionellen Machtmissbrauchs herstellen könnte.

Auch hätte ich mir nicht vorstellen können, dass der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz selbstbewusst erklärt, dass die römisch-katholische Weltkirche von den Überlegungen der deutschen Gesprächsforen auf dem „Synodalen Weg“ lernen werde. Im gleichen Zug lehnt der Episkopat mehrheitlich den Wunsch des Papstes ab, dass die Neuevangelisierung im Mittelpunkt stehen sollte. Unvorstellbar.

Wenn wir, als getaufte Christen, als Zeugen unseres Herrn Jesus Christus, aber nicht mehr die Frohe Botschaft verkündigen, wozu überhaupt sind wir noch da? Wäre es nicht dann vielleicht perspektivisch sinnvoll, pragmatisch und zukunftsorientiert, die „Katholische Kirche – Filiale Deutschland“ gleich zu schließen?

In den letzten Wochen habe ich gelegentlich daran gedacht, dass Kardinal Joseph Ratzinger in dem Gesprächsbuch „Salz der Erde“ auf die Frage von Peter Seewald „Wie viele Wege gibt es zu Gott?“ geantwortet hat: „So viele wie es Menschen gibt.“ Viele einfach gläubige Christen, in Deutschland und anderswo, werden den Weg der Kirche wählen. Sie wollen die Kirche nicht belehren, sondern von ihr belehrt werden. Sie sprechen weiterhin das Credo. Mir wird auch bis ans Ende meines Lebens kein besseres Bekenntnis einfallen.

Ich hoffe und bete dafür, dass auch der „Synodale Weg“, der in Deutschland stattfinden wird, nicht aus der römisch-katholischen Kirche hinausführt, aber ich habe große Zweifel daran. Die meisten frommen Katholiken, die ich kenne, möchten einfach nur beten, nicht mehr, die heilige Messe mitfeiern und in gläubiger Demut die Sakramente empfangen. Sie wissen von innen her, dass sie Bettler vor Gott sind.

Wie viele Wege gibt es zu Gott? Ich kenne die Antwort darauf nicht. Ob es einen „synodalen“ Weg zu Gott geben mag, das weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass es einen „außersynodalen“ Weg der Kirche gibt. Darauf vertraue ich. Über das Credo der Kirche bin ich nie hinausgekommen.

Dr. Thorsten Paprotny lehrte von 1998-2010 am Philosophischen Seminar und von 2010 bis 2017 am Institut für Theologie und Religionswissenschaft der Leibniz Universität Hannover. Er publizierte 2018 den Band „Theologisch denken mit Benedikt XVI.“ im Verlag Traugott Bautz und arbeitet an einer Studie zum Verhältnis von Systematischer Theologie und Exegese im Werk von Joseph Ratzinger / Benedikt XVI.

kath.net-Buchtipp
Theologisch denken mit Benedikt XVI.
Von Thorsten Paprotny
Taschenbuch, 112 Seiten
2018 Bautz
ISBN 978-3-95948-336-0
Preis 15.50 EUR

Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:

Link zum kathShop

Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus, Linz:
Für Bestellungen aus Österreich und Deutschland: [email protected]

Buchhandlung Provini Berther GmbH, Chur:
Für Bestellungen aus der Schweiz/Liechtenstein: [email protected]

Alle Bücher und Medien können direkt bei KATH.NET in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus (Auslieferung Österreich und Deutschland) und der Provini Buchhandlung (Auslieferung Schweiz und Lichtenstein) bestellt werden. Es werden die anteiligen Portokosten dazugerechnet. Die Bestellungen werden in den jeweiligen Ländern (A, D, CH) aufgegeben, dadurch entstehen nur Inlandsportokosten.

Symbolbild: Holz spalten




Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Kirchental 9. Oktober 2019 

Darf ich auch in Zukunft

einfach nur - neben den anderen Inhalten des Credo - an die Heilige Katholische Kirche glauben? Wie meine Eltern und Großeltern vor mir?

Das gibt mir Halt und Orientierung. Es strukturiert sogar meinen Tagesablauf und meinen Jahreskreis. Und es gibt mir Hoffnung auf das ewige Leben nach dem Tod in Gottes Herrlichkeit.

Oder muss ich jetzt an die deutsche synodale Kirche glauben?


8

0
 
 Winrod 9. Oktober 2019 
 

Ein Skandal!

Ich halte es für einen Skandal, dass die einfachen , treuen Gläubigen im ganzen "Gemeindeprozess" untergehen und kaum Gehör finden. Der normale, treu-gläubige Christ geht nicht in die Kirche , um Programme der Intellektuellen durchsetzen zu helfen , sondern um Hilfe und Trost für seinen Alltag zu finden und Unterstützung für ein gottgefälliges Leben zu finden.
Man tut so , als wäre die Reformagenda der Wunsch der übergroßen Mehrheit. Dem ist aber nicht so, im Gegenteil, die , die sich aufgrund mangelnder Zungenfertigkeit und aus Demut nicht zu Wort melden, wollen etwas ganz Anderes.


10

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. Irak: Kirchenbau für die Hoffnung
  2. Prominenter US-Priester verteidigt seine offene Unterstützung für Trump
  3. Schwedischer Kardinal Arborelius: „Wir haben nicht diesen Gegensatz zwischen Priestern und Laien“
  4. „Die Grundsatzfrage: Welchen Gott wollen wir?“
  5. Der Aufreger im Sommerloch
  6. Maria 1.0 bittet DBK um einen öffentlichen Akt der Buße und Reue sowie um Marienweihe
  7. Bischof Krautwaschl: Steirische Kirchenreform weitgehend auf Linie mit Rom
  8. Italien: Vatikan-Erklärung zu Spenden für Messen löst Echo aus
  9. „Warum tobt Felix Neumann so gegen katholische Selbstverständlichkeiten?“
  10. Syrien: Wiederaufgebaute maronitische Kathedrale von Aleppo eingeweiht








Top-15

meist-gelesen

  1. Kontroverse um die "Tagespost"
  2. Sommerspende für kath.net - Eine Bitte an Ihre Großzügigkeit
  3. Pseudokatholik Joe Biden wählt Katholikenhasserin als Vize-Kandidatin
  4. Benedikt XVI. und Franziskus haben offenbar dasselbe Grab gewählt
  5. "Wir brauchen eine Debatte über das jüngste Konzil"
  6. Unser Bischof hat sich nur einseitig informiert!
  7. „Penis-Brunnen“ vor katholischer Kirche
  8. Kolumnistin: Abtreibung, um im Urlaub Bikini-Figur zu haben, ist völlig berechtigt
  9. „Die Grundsatzfrage: Welchen Gott wollen wir?“
  10. LEHRMÄSSIGE NOTE zur Abänderung der sakramentalen Formel der Taufe
  11. Kamala Harris - gekauft von der Abtreibungsindustrie
  12. Hartl: „Schau in den Spiegel. Du siehst den Menschen, der für Dein Leben verantwortlich ist“
  13. Benedikt XVI. auf dem Weg der Besserung
  14. Evangelischer Landesbischof Ralf Meister behauptet: "Der Mensch hat ein Recht auf Selbsttötung"
  15. Vatikan besorgt über Einbrüche im weltweiten Tourismus

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz