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Die Helden von Wien kommen aus dem Vatikan

22. Juni 2019 in Österreich, 33 Lesermeinungen
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Nach Eklat kein Spiel mit vatikanischem Frauenfußballteam in Wien - Spielerinnen des gegnerischen Teams hatten während der vatikanischen Hymne gegen die kirchliche Position zur Abtreibung protestiert - Vatikan-Frauen sagten ab!


Wien (kath.net/KAP/red) Von einem Eklat rund um das geplante Fußballspiel zwischen dem Frauenteam FC Vatikan und dem FC Mariahilf (FCM) in Wien berichtet der ORF am Samstag: Das neu gegründete vatikanische Frauenfußballteam hätte mit der Begegnung sein internationales Debüt feiern sollen, Botschaften von Abtreibungsbefürworterinnen unter den österreichischen Fußballspielerinnen während der vatikanischen Hymne hätten jedoch zu einer Absage geführt, hieß es. Anwesend am Sportplatz in Wien-Simmering war auch der Vertreter des Papstes in Österreich, Nuntius Pedro Lopez Quintana, der für den Rückzug des Vatikan-Teams gesorgt habe.


Nach einem gemeinsamen Gottesdienst und einer Segnung des Sportplatzes sollte das freundschaftliche Match am frühen Nachmittag stattfinden. "Doch ab der Hymne geht alles ganz schnell", berichtete der ORF. Einige österreichische Sportlerinnen hätten während der Einspielung ihre Trikots hochgezogen "und auf ihre Bäuche gemalte Eierstöcke sowie Botschaften für die Legalisierung der Abtreibung zur Schau gestellt". Ein Funktionär des vatikanischen Teams sei beim Nuntius im VIP-Zelt erschienen, "es folgt ein sichtbar emotionales Gespräch und der Nuntius verlässt mit seinen Begleitern den Platz". Obwohl es noch zum freundschaftlichen Händeschütteln der Teams kam, erfolgte kein Anpfiff, sondern die Spielerinnen wurden von den Trainern zu den Betreuerbänken gerufen. Das Publikum wurde über die Platzlautsprecher darüber informiert, dass das vatikanische Team nicht antrete.

Stellvertretend für die an der Aktion beteiligten Kickerinnen erzählte Luise H. im ORF-Interview, dass sich diese Gruppe der Folgen ihrer Aktion in keiner Weise bewusst gewesen seien und gerne das Fußballmatch gespielt hätten. An die Journalisten wurden die Aktion erläuternde Flugblätter verteilt: Mit der ablehnenden Position der Kirche zur Abtreibung und zur gleichgeschlechtlichen Ehe könnten sich die Aktivistinnen nicht identifizieren, hieß es. "Dass der Zeitpunkt der Aktion während des Abspielens der vatikanischen Hymne und in Anwesenheit des apostolischen Nuntius dem Sportgedanken abträglich sein und viele Arbeitswochen an Vorbereitungen zunichte machen könnte, sei ihnen nicht bewusst gewesen", berichtete der ORF.

UPDATE: Der Vatikan hat am Abend mitgeteilt, dass die Entscheidung nicht vom Nuntius kam, sondern vom Fußball-Team selbst.


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