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Erzbischof Chaput: Kritik an Joe Biden nach Kehrtwende bei Abtreibung

21. Juni 2019 in Prolife, 6 Lesermeinungen
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Das ungeborene Kind bedeute nichts im Machtkalkül der Führung der Demokratischen Partei, kritisiert der Erzbischof von Philadelphia.


Philadelphia (kath.net/LSN/jg)
Charles Chaput, der Erzbischof von Philadelphia, hat dem Politiker Joe Biden (76) vorgeworfen, sich der Pro-Abtreibungsdoktrin der Demokratischen Partei völlig unterworfen zu haben. Biden ist einer von mehr als 20 Demokraten, die sich in Vorwahlen um die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei bewerben.

Biden hatte kurz zuvor erstmals das Hyde-Amendment abgelehnt, das die Finanzierung von Abtreibungen aus öffentlichen Mitteln der US-Bundesregierung bis auf wenige Ausnahmen untersagt. Der Politiker war einer der wenigen Demokraten gewesen, die das Hyde-Amendment jahrelang unterstützt hatten. Am 6. Juni hatte das Wall Street Journal berichtet, dass Biden deshalb Kritik von Abtreibungsbefürwortern und der Führung der Demokratischen Partei ausgesetzt sei. Nur 24 Stunden später konnte die Zeitung berichten, dass Biden das Hyde-Amendment jetzt ablehne.


In einer Kolumne für die Internetseite des Erzbistums Philadelphia interpretierte Chaput die Kehrtwendung Bidens als Unterwerfung unter das Machtkalkül der Politik der Demokratischen Partei. Wörtlich schrieb er: „Das ungeborene Kind bedeutet genau nichts im Machtkalkül der Demokratischen Parteiführer und das Recht auf Abtreibung, einst als tragische Notwendigkeit bezeichnet, wird nun zur perversen Form eines ‚allerheiligsten Sakraments’“.

Der Erzbischof zitierte in seiner Kolumne eine Ansprache, die er 2016 an der Universität Notre Dame gehalten hatte. Damals war Hillary Clinton Favoritin für die in diesem Jahr stattfindende Präsidentenwahl gewesen. Der Preis, den Katholiken für den Zugang zur herrschenden Klasse zahlen müssten, sei „der Transfer unserer wahren Loyalität und Überzeugung von der alten Kirche unserer Taufe auf die neue ‚Kirche’ unserer Ambitionen und Wünsche“. Als Beispiele führte er damals namentlich Nancy Pelosi, die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Anthony Kennedy, Richter am Obersten Gerichtshof, und Joe Biden, damals Vizepräsident unter Barack Obama, an. Papst Benedikt XVI. habe dieses Verhalten als „stille Apostasie“ bezeichnet, erinnerte Chaput.

Abschließend zitierte er im Hinblick auf die Präsidentenwahl 2020 einen Satz aus dem Film „Ein Mann zu jeder Jahreszeit“, der das Leben des Märtyrers Thomas Morus zeigt. Morus sagt in diesem Film: „Wenn Staatsmänner ihr eigenes privates Gewissen um des öffentlichen Wohles willen verleugnen, dann führen sie ihr Land schnell und auf dem sichersten Weg ins Chaos.“



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