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Du bist die einzige Bibel, die manche jemals lesen werden

26. Februar 2019 in Jugend, 2 Lesermeinungen
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Die Jugend-Kolumne von kath.net - Diese Woche ein Beitrag von Magdalena Preineder


Wien (kath.net)
Vor vielen Jahren habe ich genau diesen Satz auf Tumblr gelesen, und er schlug bei mir ein wie eine
Bombe. Bis heute lässt er mich nicht los, immer wieder taucht dieser eine Satz in meinen Gedanken
auf.

Ich denke daran, wenn ich in Wien unterwegs bin und manchmal innerlich mit mir selbst ringe, ob ich mich denn nun vor allen Leuten vor dem Essen bekreuzigen „muss“.
Ich denke daran, wenn ein scheinbar obdachloser Mann im Bus zusammenbricht – manche springen
auf um zu helfen, manche nicht.

Ich denke daran, wenn ein Theologieprofessor in einem Seminar, an dem zahlreiche Studierende anderer Studienrichtungen teilnehmen, kein positives Wort über die Kirche findet und sich gegen die
offizielle kirchliche Lehre outet.


Du bist die einzige Bibel, die manche jemals lesen werden.

In deinem Sprechen und Handeln gibst du Zeugnis von dem, an was du glaubst – oder von dem, an den du glaubst. Auch ein fehlendes Wort, das angebracht wäre, doch unterlassen wird – ob eine
Entschuldigung, oder ein brüderlicher Hinweis auf ein verfehltes Handeln – zeugt von etwas. Auch ein Handeln, das unterlassen wird, zeugt von etwas.

Du bist die einzige Bibel, die manche jemals lesen werden. Für manche bist genau du die Tür, um
Gott kennenzulernen, um die Sehnsucht nach ihm in ihnen zu wecken.

Wir dienen einem Gott, der die Liebe ist, der die Gerechtigkeit ist, der die Barmherzigkeit ist, der die Wahrheit ist und der das Leben ist. Genau davon sollte unser ganzes Dasein durchzogen sein, damit alles in unserem Leben den abbildet, der alles für uns gab.

Das ist wohl leichter gesagt, als getan – doch ein Zitat, das oftmals Tolkien zugeschrieben wird, hilft
hier: „Little by little, one travels far.“ Gott in seinen Eigenschaften immer ähnlicher zu werden, wird nicht von heute auf morgen gelingen, es ist eine Lebensaufgabe – sie braucht Gott, der dich formt und sie braucht dich, der sich formen lässt und der bereit ist seinen Beitrag dazu zu leisten. Schon kleine Dinge, wie ein „Tut mir leid“, das man kaum über die Lippen bringt, ein hörendes Herz für den Nächsten, auch wenn man selbst alle Hände voll zu tun hat, oder eine ausgestreckte Hand, um jemanden aufzurichten, lassen das eigene Herz offen werden, um geformt zu werden, damit Gott durch dich für andere sichtbar werden kann.

Lass dich von Gott formen und geh den Weg zu einem Herzen, das mit seinem im Gleichklang schlägt,
denn für manche bist du die einzige Bibel, die sie jemals lesen werden.



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