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Indien: Kardinal mahnt Premier zum Schutz religiöser Minderheiten

24. März 2018 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Erzbischof von Mumbai: Entschiedenes Eingreifen gegen Gewalt an Christen würde "Ängste in Gemeinden lindern" - Papstbesuch "würde unserem Land auf lange Sicht zugute kommen"


Neu-Delhi (kath.net/KAP) Kardinal Oswald Gracias hat den indischen Premierminister Narendra Modi zum entschlossenen Eingreifen bei Gewalt gegen die religiöse Minderheiten im Land aufgerufen. Derartige Übergriffe seien gegen das Gesetz und schädigten Indien, sagte der Erzbischof von Mumbai nach Angaben des römischen Pressedienstes "Fides" bei einer der seltenen Vier-Augen-Gespräche mit Modi, dessen hindu-nationalistische Partei BJP seit 2014 stärkste politische Kraft Indiens ist, in dieser Woche in Neu-Delhi.

Die ökumenische Organisation "Persecution Relief" hat zuletzt eine Verdoppelung der Angriffe auf Christen registriert und führte dies auf die Verunglimpfung von Christen als Feinde des Staates durch Hindu-Nationalisten zurück. Greife die Regierung in solchen Fällen entschieden ein, könne dies "die Ängste in den Gemeinden lindern" und weitere Gewalt verhindern, wurde der jüngst auch zum Vorsitzenden der Indischen Bischofskonferenz gewählte Gracias zitiert.


Modi versicherte dem Kardinal, dass die erste Priorität der Regierung das "Wohlergehen der Menschen und die Bekämpfung der Armut" sei. Er sei "Premierminister aller Inder, ungeachtet der Kaste und des Glaubens", betonte er.

Das Treffen zwischen Gracias und Modi wurde im Anschluss von beiden Seiten als "Vertrauen erweckend" bezeichnet. Er habe die Gelegenheit auch genutzt, um "an den historischen Beitrag der Kirche zum Aufbau der Nation und ihre Arbeit für das Wohlergehen der indischen Bevölkerung, insbesondere in den Bereichen Bildung, Gesundheitsfürsorge und Solidarität" zu erinnern, sagte der Kardinal.

Tauziehen um Papstbesuch

Thema des Gesprächs war demnach auch das anhaltende Tauziehen einen Besuch von Papst Franziskus in Indien. Franziskus werde weltweit von Gläubigen aller Konfessionen und Religionen geschätzt, "sein Besuch würde unserem Land auf lange Sicht zugute kommen", zeigte sich Kardinal Gracias, der als Mitglied des "K9"-Kardinalsrates zu den wichtigsten Beratern von Franziskus zählt, überzeugt.

Ein offizieller Papstbesuch in Indien war für 2018 geplant, soll laut Medienberichten im Vatikan aber mangels einer offiziellen Einladung der Regierung unter Modi zurückgestellt worden sein. Beobachter hielten es für unwahrscheinlich, dass Modi den Papst vor den für April 2019 geplanten allgemeinen Wahlen nach Indien einladen werde, hieß es dazu in dieser Woche im asiatischen katholischen Pressedienst "Ucanews".

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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