Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Luthers deutsche „Katholiken“
  2. Bistum Speyer: Generalvikar tritt aus der katholischen Kirche aus
  3. Ein Generalvikar gibt auf
  4. Universität Regensburg untersagt Lebensschutz nun auch offiziell
  5. "Wir sind in den Händen von Ideologen"
  6. Bischofskonferenz von England und Wales setzt die Sonntagspflicht wieder ein
  7. Bischofssynode veröffentlicht Zeugnisse homosexueller Paare, die Kinder adoptieren
  8. ‚Amoris laetitia’ und der wahre Thomismus
  9. Medien: 6 Millionen Euro Kirchensteuern für „Synodalen Weg“
  10. Das entkernte Christentum
  11. Das Moskauer Patriarchat und der Vatikan – Eine Tragödie der Polit-Ökumene
  12. Für die Weltkirche ist das nur ein Sturm im Wasserglas
  13. '... um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, der erfasse es"
  14. Bistum Dresden-Meißen: Kinderwallfahrt ohne heilige Messe
  15. Muslimische Studenten ermorden auf bestialische Weise christliche Studentin

Benedikt XVI.: Gegensatz zu Franziskus "törichtes Vorurteil" - UPDATE

13. März 2018 in Weltkirche, 61 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Elfteilige Buchreihe stellt theologisches Werk von Papst Franziskus vor - Benedikt XVI. beschreibt Nachfolger als "Mann von tiefer philosophischer und theologischer Bildung" - UPDATE: Der Brief Benedikts XVI. in voller Länge


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat die Kontinuität zwischen sich und seinem Nachfolger Franziskus betont. Es sei ein "törichtes Vorurteil, demzufolge Papst Franziskus nur ein Praktiker ohne besondere theologische oder philosophische Bildung wäre, während ich einzig ein theoretischer Theologe gewesen sei, der wenig vom konkreten Leben eines heutigen Christen verstanden hätte", schrieb Benedikt XVI. in einem Grußwort aus Anlass der Vorstellung einer Buchreihe zur Theologie von Papst Franziskus am Montag in Rom.

Die elf kleinen Bände zu Aspekten der Lehre und des Denkens von Franziskus zeigten den amtierenden Papst im Gegenteil als "Mann von tiefer philosophischer und theologischer Bildung", so Benedikt XVI. Sie verwiesen damit auch auf "die innere Kontinuität zwischen den beiden Pontifikaten, wenngleich mit allen Unterschieden in Stil und Temperament".

Benedikt XVI., der von 2005 bis 2013 amtierte und als einer der herausragenden christlichen Theologen des 20. Jahrhunderts gilt, begründete in seinem Grußwort auch, weshalb er die Bitte um eine kurze theologische Einleitung zu der Reihe abgelehnt hatte. Er habe sich sein ganzes Leben hindurch nur zu Büchern geäußert, die er auch wirklich gelesen habe, schrieb der bald 91-Jährige.


Die elfteilige Buchreihe stellt eine Einführung in das theologische Denken von Papst Franziskus anlässlich des fünften Jahrestags seiner Wahl dar. Zu den Autoren des Werks mit dem italienischen Titel mit dem Titel "La Teologia di Papa Francesco" (Die Theologie von Papst Franziskus) zählen der emeritierte Münsteraner Fundamentaltheologe Jürgen Werbick mit einem Beitrag über das Gottesbild von Franziskus, der emeritierte Tübinger Dogmatiker Peter Hünermann mit der Anthropologie des Papstes, sowie Lucio Casula, Carlos Maria Galli, Santiago Madrigal Terrazas, Aristide Fumagalli und Juan Carlos Scannone.

Herausgegeben ist die Reihe von Roberto Repole, Vorsitzender der italienischen Theologenvereinigung. Eine Übersetzung der 112 bis 192 Seiten umfassenden Bände im Oktavformat in andere Sprachen ist geplant. Eine deutsche Ausgabe besorge der Patmos Verlag, hieß es; die Originalausgabe erschien in der Vatikanischen Verlagsbuchhandlung.

UPDATE
kath.net dokumentiert den Brief von Papst em. Benedikt XVI. in voller Länge in eigener Übersetzung – Quelle: Sandro Magister/Blog Settimo Cielo:

Sehr geehrter Monsignore,
danke für Ihren freundlichen Brief vom 12. Januar und das beigelegte Geschenk mit den elf kleinen Bänden, die von Roberto Repole herausgegeben wurden.

Ich begrüße diese Initiative, die dem törichten Vorurteil widersprechen und gegensteuern will, wonach Papst Franziskus nur ein Mann der Praxis ohne spezielle theologische oder philosophische Bildung wäre, wohingegen ich nur ein Theoretiker der Theologie mit wenig Verständnis des konkreten Lebens eines zeitgenössischen Christen gewesen wäre.

Die kleinen Bände zeigen zu Recht, dass Papst Franziskus ein Mann von tiefer philosophischer und theologischer Bildung ist und helfen dadurch, die innere Kontinuität zwischen den beiden Pontifikaten aufzuzeigen, trotz aller Unterschiede in Stil und Temperament.

Trotzdem möchte ich keine kurze und dichte theologische Bemerkung zu ihnen schreiben, denn mein ganzes Leben habe ich es immer so gehalten, dass ich mich nur zu Büchern äußerte, die ich wirklich gut gelesen hatte. Unglücklicherweise bin ich, auch aus körperlichen Gründen, unfähig, die elf Bände in naher Zukunft zu lesen, obendrein warten noch andere Verpflichtungen auf mich, die ich bereits eingegangen bin.

Ich bin sicher, dass Sie das verstehen werden und grüße Sie herzlich
Ihr
Benedikt XVI.

Papst Franziskus und die fünf neuen Kardinäle besuchen Papst em. Benedikt XVI. (2017)


Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Carolus 18. März 2018 
 

Huldigungsfake

Heute, 18.3., weiß man ja wieder mehr; z. B. dass der dritte Teil des Briefes, der jetzt erst bekannt wurde, von Medienchef Viganò unterschlagen wurde, während der zweite am Foto nur unkenntlich gemacht war und von Sandro Magister via Tonaufnahme rekonstruiert werden konnte. Viganò hat trotz der Kennzeichnung des Briefes als „vertraulich“ diesen missbraucht, um eine Benedikt-Huldigung für Franziskus herbeizufaken.
Wenn Franziskus Viganò gewähren lässt (oder gar ließ?), steckt er selbst im Fakesumpf.
Bravo an @Zeitzeuge und @Melchisedech, die Hünermann richtig als Kirchenfeind zugeordnet haben.


3
 
 Johannes Evangelista 16. März 2018 
 

Benedikt gegen Buch-Marketing

Der Brief sagt nichts zum theologischen Verhältnis von Benedikt und Franziskus. Er sagt nur, dass Benedikt keine Bücher lesen will, die ihm jemand zuschickt. Er sagt das höflich und ehrlich. Gut so.


6
 
 lakota 15. März 2018 
 

@Kreuz

Sie haben das sehr schön beschrieben. Ich habe P.Joh.Paul II. und Benedikt XVI vom ersten Moment an geliebt und wurde nicht enttäuscht. Bei P.Franziskus war das nicht so, aber ich kam ihm hoffnungsfroh und mit offenem Herzen entgegen. Leider wurde meine Zuneigung nicht größer, sondern wie Sie es schrieben: "meine "Entfremdung" von P.F. "passierte nicht "von heut auf morgen", sondern "jeden Tag ein Blatt Papier". -
Wenn zwischen Benedikt und P.Franziskus kein Blatt Papier passt, muß ich vom Pontifikat Benedikts nichts verstanden haben.


6
 
 kreuz 15. März 2018 

jeder Tag ein Blatt Papier

zu Beginn des Pontifikats wurde öfter geschrieben, daß "kein Blatt Papier" zwischen Benedikt und Franziskus passe.
vielleicht hat das sogar gestimmt?
in m. Beitrag von damals (ich gehörte zu den -nicht Wenigen- Begeisterten) ist wirklich ein unbeschriebenes Blatt Papier als Vorschaubild abgebildet. DIN A 4 Druckerpapier als .jpg gescannt und als Vorschaubild hochgeladen.
übermorgen wird der Beitrag 5 Jahre alt.
es scheint mir, daß jeden Tag dieser 5 Jahre ein Blatt Papier hinzukam, nun allerdings beschriebene Blätter.
meine "Entfremdung" von P.F. "passierte nicht "von heut auf morgen", sondern "jeden Tag ein Blatt Papier".
und jetzt, nachdem ich 5 Jahre lang jeden Tag ein Blatt mehr gelesen habe, weiß ich weniger als vorher.
das ist nicht gut.

www.kathtube.com/player.php?id=30737


5
 
 Hadrianus Antonius 14. März 2018 
 

Zum Inhalt (3)

(cfr. Aktionen, Ernennungen, Schreiben, liturgischeStil, Schreiben und Ansprachen)
5. Was betrifft die "innere Kontinuität": die MUSS vorhanden sein, weil es hier primär die Verpflichtung auf Unseren Herrn Jesus Christus betrifft und sekundär auf die Hl. römisch-Katholische Kirche und das Volk der Gläubigen.
Wenn die "innere Kontinuität" nicht vorliegen würde, wäre der neue Papst kein Papst mehr.
Es zeigt die ganze bedrängnis im Vatikan, daß nach 5 Jahren Pontifikat 11 Bändchen publiziert werden müssen um diese "innere Kontinuität" coram publico zu zeigen, wo das erste munus eines Bischofs (in hoc casu: auch des Bischofs von Rom) die Verkündigung ist.
Irgenddwo scheint diese Verkündigung dann doch etwas defekt verlaufen zu sein.
6. Die correctio filialis wird nicht beanstandet.
Um die alte Römer und Kard. Kasper zu zitieren:
"Dum tacent, consentiunt"- Weil er schweigt, ist er einverstanden.
"Die Front weicht keinen Millimeter" ;-)


4
 
 Hadrianus Antonius 14. März 2018 
 

Zum Inhalt (2)

Der Brief enthält klare Aussagen:
1. P.Benedikt XVI hat dieses 11-bändige Werk nicht gelesen und will/mag es auch nicht lesen: wg. gesundheitlichen Gründen und anderer Verpflichtungen. (So wichtig sind diese 11 Bände dann doch nicht).
2.Es ist ein törichtes Vorurteil, daß P.Benedikt XVI ein "Theoretiker der Theologie" sei "mit wenig Verständnis für das konkreten Lebens eines zeitgenössischen Christens"(das ist Modernistenneusprech und ganz total untypisch f. Ratzinger NdV)
3. Es ist ein törichtes Vorurteil, daß P.Franz. nur "ein Mann der Praxis" sei ohne spezielle theologische und philosophische Bildung": J. Bergoglio durchlief als Jesuit eine gediegene theol. und philosph. Bildung, davon teils in Chile und viel später auch in Deutschland; die Resultate seiner "Praxis" in der argent. Jesuitenprovinz und in Buenos Aires werden sehr kontrovers diskutiert.
4. Es gibt Unterschiede in Stil und Temperament.
4. Es gibt keine äussere Kontinuität zwischen diesen Pontifikaten ff.


6
 
 Hadrianus Antonius 14. März 2018 
 

Verwirrung sähend (1)

Dieser Artikel (über einem Vorwort v. Papst em. Benedikt XVI) hat sehr viel Resonanz auf dem Forum hier ausgelöst: 56 Kommentaren in 36 Stunden, wogegen ein lobender Artikel v. M. Hesemann über P. Franziskus nur 15 Kommentaren in 60 Stunden auslöste (davon 11 vernichtend, 3 positiv und 1 nicht beurteilbar).
Wie frei Papst em. Benedikt XVI ist, wissen wir nicht; es gibt zunehmend mehr Informationen, daß er sehr gut abgeschirmt wird.
Es gibt regelmäßig Kuchen, man ißt auf Goldrandgeschirr, es gibt auch Yoghurt f.d. Gesundheit, alles ist sauber, Besuch von Familienmitgliedern...
Viel schöner und luxuriöser als bei P. Stefano Manelli FFI.
Von Freiheit, freies Reden und Schreiben ist keine Rede.
Der Gehorsam an der Institution steht an erster Stelle.
Und Joseph Ratzinger war nie sehr mutig: vor und in dem Weltkrieg, später nicht in Bonn, sicher nicht in Tübingen - und als Papst sehr gütig- wschl. zu gütig.
Hochbetagt ändert sich das nicht mehr.


6
 
 Federico R. 14. März 2018 
 

@Dalmata

In Deutschland haben die Protestantisierung und damit einhergehend der schleichende Niedergang der Kirche schon vor einem halben Jahrhundert begonnen: Königsteiner Erklärung 1968, Würzburger Synode 1971/75. Zielstrebig verwaltet und weitergeführt von den DBK-Vorsitzenden Lehmann bis Marx! Heute scheint Deutschland die Vorreiterrolle für eine möglichst irreversible Protestantisierung übernommen zu haben. Nicht allen will das gefallen. Manche verlassen auch aus diesem Grund das deutsche Kirchensteuersystem. Die Konversion evangelischer Christen zur kath. Kirche hält sich inzwischen sehr in Grenzen. Ein Blick ins Nachbarland Polen lehrt bis zur Stunde Besseres. Warten wir vertrauensvoll und im Gebet auf die Wiederkunft des Herrn...


7
 
 Bentheim 14. März 2018 
 

Mit @mabedor sehe auch ich keine andere Lösung als dessen hier zitierte u. kommentierte Meinung:te

"Dass er Franziskus tiefe philosophische und theologische Bildung attestiert, HEISST NICHT; DASS ER GUTHEISST, wie dieser seine Bildung anwendet. ...
Die Kontinuität, so lese ich es, bestätigt Benedikt allein durch beider tiefer philosophischer und theologischer Bildung. Bei allen sonstigen Unterschieden."

Diese klare Unterscheidung zwischen BESITZ der Bildung und ihrer praktischen ANWENDUNG hebt den von manchen Foristen beschriebenen Widerspruch zur Realität auf.Denn von Porblemen der Anwendung der Bildung spricht Benedikt nicht.
Die Attestierung der tiefen philosophischen und theologischen Bildung und die Kontinuität zwischen beiden Päpsten bestehen (allein) im Besitz dieses umfassend verstandenen Begriffs der Bildung. So der Wortlaut.

Das "törichte Vorurteil" möchte einen konstruierten Gegensatz zwischen beiden Päpsten aus der Welt schaffen, den Benedikt ja schon um seiner selbst willen nicht gelten lassen kann.Er könnte nachträglich seinen eigenen Rücktritt konterkarieren.


4
 
 lesa 14. März 2018 

Schrecksekunde als Fastenopfer

Der Volltext war hilfreich, danke! @Bernhard Joseph und @wedlerg haben m.E. das Wesentliche zusammengfasst. Die momentan hochgekommenen Sorgen sind verständlich, aber nicht notwendig. Die "Schrecksekunde" könnte als kleines Fastenopfer dienen und der Kirche und Papst em. Benedikt und Papst Franziskus zugute kommen.


4
 
 Dalmata 14. März 2018 
 

Niedergang und Protestantisierung

der römischen Kirche haben nicht erst vor 5 Jahren begonnen. Darüber sollten einige Foristen hier durchaus einmal ohne Voreingenommenheit nachsinnen ...


3
 
 Dottrina 14. März 2018 
 

Merkwürdig, dieser Brief!

Unser Papa Emerito ist demütig, lebt zurückgezogen in Stille und Gebet, hat Franziskus Gehorsam gelobt und auch schon diverse Vorworte geschrieben. Dieses ist eine höfliche Erwiderung einer Anfrage, die an ihn gestellt wurde. Besonders der letzte Absatz lässt mich persönlich stutzig werden. Ich interpretiere es einfach mal so (absolut meine persönliche Ansicht, ich kann gut falsch liegen): Er hat einfach keine Lust, die 11 Bändchen mit deren Ergüssen über sich ergehen zu lassen und lehnt höflichst ab.


8
 
 kreuz 14. März 2018 

ich habe tiefen Respekt vor Benedikts Worten,

und zwar deswegen weil ich Ihm vertraue.
und jetzt kommts: ich verstehe Seine Worte (noch) nicht.
aber ich weiß, daß diese Worte an irgendeinem Tag in der nahen Zukunft völlig klar erscheinen werden.

damit kann ich gut leben - und beten.


10
 
 DamianBLogos 14. März 2018 
 

@Kostadinow "Selbstreferenz"

Ich stimme Ihnen zu, wobei Sie sich noch sehr höflich ausgedrückt haben.
"Ich begrüße diese Initiative, die dem törichten Vorurteil widersprechen und gegensteuern will, wonach ... ich nur ein Theoretiker der Theologie mit wenig Verständnis des konkreten Lebens eines zeitgenössischen Christen gewesen wäre." Lässt man den Papst Franziskus betreffenden Teil aus, wird deutlich: ein solches Eigenlob kann nicht aus der Feder von Papst Benedikt stammen. Benedikt hätte sich auf die in diesem Zusammenhang völlig genügende lobende Aussage des ersten Halbsatzes Papst Franziskus betreffend beschränkt.


6
 
 Federico R. 14. März 2018 
 

Benedikt XVI. hatte erst im Dezember ...

... vergangenen Jahres ein ausführliches Grußwort für eine Festschrift zum 70. Geburtstag von Kardinal Gerhard Ludwig Müller verfasst. Darin würdigt der Papa emerito Müllers 1995 erschienene „Katholische Dogmatik für Studium und Praxis der Theologie“. Zitat: „Dies war damals für mich ein ermutigendes Zeichen, dass auch in der nachkonziliaren Theologengeneration Denker da sind, die den Mut haben, sich um das Ganze zu bemühen - den Glauben der Kirche als Einheit und Ganzheit darzustellen“. Aufgefallen sei der renommierte Theologe vor allem durch den Reichtum an Wissen und die von innen her kommende Treue zur Kirche. „In den verworrenen Zeiten, in denen wir leben, scheint mir das Miteinander von fachlicher Kenntnis und Weisheit das letztlich Entscheidende besonders wichtig zu sein.“
Ich meine, dass das jetzige Grußwort zu Bergoglios Theologie etwas gelassener (und ralativer) gelesen werden sollte. Man kann ja auch, wie von @wedlerg empfohlen, „zwischen den Zeilen“ lesen.


7
 
 Bernhard Joseph 14. März 2018 
 

@Herbstlicht

Wer meine Kommentare hier kennt, wird wissen, dass ich die Nichtbeantwortung der "dubia" durch den Papst keinesfalls billige oder verharmlose.

Papst Benedikt ist ein Mann der eher leisen Töne und so belässt er es bei den rein formalen Gegebenheiten. Offiziell hat Papst Franziskus bislang die Lehre der Kirche nicht geändert, das betont ja auch der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation Kard. Müller. Auch von Kardinal Sarah hört oder liest man nirgens, dass die Lehre durch Papst Franziskus geändert worden sei. Inwieweit Papst Fransziskus bestimmte Interpretationen von AL insgeheim billigt und somit eine Dissonanz von Lehre und Praxis in Kauf nimmt, ist eine ganz andere Frage.

Man vergisst zudem, dass Papst Benedikt bei seiner Rücktrittrede vor den Kurienkardinälen ganz klar seinen Gehorsam gegenüber seinem Nachfolger herausgestellt hat. Was er aber so deutlich versichert hat, wird er doch jetzt nicht zurücknehmen!


8
 
 wedlerg 14. März 2018 
 

Zwischen den Zeilen lesen

das ist für mich eine klare Botschaft:

1. Papst Benedikt XVI. wünscht, dass es keinen Bruch in der Kirche gibt. Das ist begrüßenswert, denn eine Spaltung wäre fatal. Die Richtung der Vorgängerpontifikate wird sich auf Dauer durchsetzen.

2. Der Inhalt der Bücher hat für Benedikt keine Priorität. Sprich: es gibt wichtigeres.

Klarer und zugleich diplomatisch klüger kann man zwischen den Zeilen nicht sagen, worauf es ankommt!


9
 
 Kostadinov 14. März 2018 

Ich weiss es einfach nicht

Die Selbstreferenz in Benedikts Brief ist eigentlich untypisch für ihn. Mein Vertrauen in die vatikanischen Kommunikationskanäle ist nichtexistent. Und selbst wenn der Brief echt wäre - ich erlaube mir die eigene Meinung, dass ich keine Kontinuität zwischen beiden Pontifikaten erkennen kann (vllt bin ich ja blind lol) - Die Aussagen von Ratzinger bzw. später Papst Benedikt waren immer vernünftig und logisch - das passt nicht mit dem 2+2=5 Ansatz des aktuellen Amtsinhabers zusammen, nach dem ein Ehebruch manchmal einer ist, und manchmal dann wieder doch irgendwie nicht - vgl. Kapsers Absurditäten zur Verhütung in einem anderen aktuellen kath.net-Artikel. Ereignis und Gegenereignis können nie identisch sein


12
 
 jaspis71 14. März 2018 
 

@Bootsmann

Man kann natürlich alles, was einem nicht ins Welt- bzw. Glaubensbild passt, als Fälschung oder unauthentisch abtun.
Ob das sinnvoll ist, sei dahingestellt.


5
 
 Herbstlicht 14. März 2018 
 

@Bernhard Joseph

" ... da dieser ja die Antworten auf die "dubia" offen gelassen hat."

Wenn Franziskus die Antworten auf die "dubia" offen gelassen hat und die Folge davon ist, dass es ein heilloses Durcheinander in der anschließenden Einschätzung und Handhabung von AL gibt, kann man das doch nicht nur auf "bestimmte Kräfte in der Kirche" reduzieren.
Jesus spricht von einem klaren Ja oder Nein und nicht von einem sowohl als auch.


12
 
 Bernhard Joseph 14. März 2018 
 

Den Zusammenhang beachten

"Ich begrüße diese Initiative, die dem törichten Vorurteil widersprechen und gegensteuern will, wonach Papst Franziskus nur ein Mann der Praxis ohne spezielle theologische oder philosophische Bildung wäre, wohingegen ich nur ein Theoretiker der Theologie mit wenig Verständnis des konkreten Lebens eines zeitgenössischen Christen gewesen wäre."

Hier geht Papst Benedikt XVI. Emeritus auf die Verkürzungen der Pontifikate in unangemessene Schemata ein. Darüber hinaus wird noch von der inneren Kontinuität der Pontifikate gesprochen, was insofern ja nicht falsch ist, da man z.B. AL auch in der Kontinuität der Lehre lesen und auslegen kann. Dass bestimmte Kräfte in der Kirche dies nicht tun, sondern die Kontinuität der Lehre beiseiteschieben zu Gunsten eines Relativismus des Glaubens, bezieht Papst Benedikt korrekterweise erste einmal nicht auf Papst Franziskus, da dieser ja die Antworten auf die "dubia" offen gelassen hat.


7
 
 hortensius 14. März 2018 
 

Hortensius

Corriere De La Sera schrieb: "Warum hat er diese Botschaft überhaupt geschrieben? Offensichtlich gibt es eine verborgene Realität, die jeden Tag droht, den argentinischen Pontifex anzugreifen und ihm Legitimität abzusprechen - und die Ausmaße annimmt, die den Vatikan alarmieren."


13
 
 Bootsmann 14. März 2018 

Nicht von Papst Benedikt!

Bei dem ominösen Brief, kann es sich nur um eine Fälschung handeln.Da Papst Benedikt sich nie in derartiger geäußert hat. Wer über etwas Hirn verfügt erkennt, das es zwischen den beiden Pontifikaten keine Kontinuität gibt.


9
 
 Phil2 14. März 2018 
 

@pbaldauf

Vielen Dank! Es ist zuweilen echt schwer zu ertragen, wie leichtfertig hier über die Hirten unserer Kirche geurteilt wird und zwar wie sie sagen, ganz ohne die entsprechende Bildung und ebenfalls ohne die mit den Ämtern verbundene Verantwortung, die eben weit über ein paar Partikularinteressen hinausgeht. Und wenn jetzt der bisher hochverdiente Benedikt XVI sich anerkennend über Franziskus und durchaus etwas tadelnd über die Kritik und das Beschwören eines Bruchs äußert, dann ist das Urteil genausoschnell gefällt: Er weiß nicht mehr was er schreibt, er hat das nicht so gemeint, er schreibt das aus Höflichkeit, bis hin zu: er stellt die Wahrheit (wessen Wahrheit?) hinter die Einheit (Klartext dazu wäre: Benedikt lügt). Unglaublich und traurig!


6
 
 Zeitzeuge 14. März 2018 
 

Maßstab ist ausschlieslich die überlieferte Glaubenslehre

und zwar für alle Katholiken, inkl. Papst!

Die unhaltbaren Passagen aus den Scalfari-Interviews (z.B. Vernichtung der Seelen der Bösen) wurden niemals
vom Hl. Vater dementiert, wieso denn nicht?

Was für ein Unheil gewisse Fußnoten bereits angerichtet haben ist offenkundig für jeden denkenden Katholiken!

Die Malteser "Kondomaffäre u. 30 Millionen SFR-Spende" wurde bis heute nicht im theologisch korrekten Sinn aufgearbeitet!

Die belgischen "Krankentötungsbüder",
wurden diese inzwischen zur Vernunft gebracht?

Das alles sind doch eigentlich höchst klärungsbefürftige, offene Wunden, gerne
lasse ich mich belehren, was denn der Papst in diesen Angelegenheiten unternommen hat!

Im übrigen bitte ich die Kritiker der Papstkritiker nochmals um Beantwortung der fünf Dubia, diese sind der eigentliche Gradmesser, spiegeln sie doch die verbindliche, überlieferte kath. Morallehre wieder!


13
 
 PBaldauf 14. März 2018 
 

Ich schließe mich einer bereits geäußerten Auffassung an: Natürlich weiß Benedikt XVI. genau, was er schreibt und meint dies auch so! Die Vorstellung, er habe aus Höflichkeit, anstandshalber, ein paar Floskeln geschrieben, halte ich für grotesk. Schon lange habe ich mich, gelinde gesagt, gewundert, wie manche Leute auf die Idee kommen konnten, Franziskus auf einen volksnahen Papst (also ohne tiefere, größere Bildung) reduzieren zu können. Die weisen Worte seines Vorgängers über die Kontinuität zwischen beiden zu lesen, wie auch über das törichte Vorurteil, das er selbst präzise erläuterte und widerlegte, sind mir, am noch frühen Morgen, eine Wohltat. Papst Franziskus hat schon von seiner Ausbildung, seinen Studien her einen weiten Horizont, einen viel, viel weiteren als viele seiner ihr eigenes Urteil zum Maßstab erhebenden Kritiker.


8
 
 lesa 14. März 2018 

Korrektur

Die scharfsinnige Analyse von MABEDOR musste es heißen. @Polarstern: Zustimmung!


0
 
 jaspis71 14. März 2018 
 

Ja, eine Ohrfeige für alle

die Benedikt XVI als "Gegenpapst" instrumentalisieren wollen und den gegenwärtigen Papst abschätzig und spottend bei seinem weltlichen Namen nennen und damit zu signalisieren, dass sie ihn nicht anerkennen...
Papst Franziskus hat sicher mehr theologische Bildung als 90% all deren, die ihm "ans Bein pinkeln".
Vielleicht wäre bei einigen die vielzitierte Demut notwendig sich als Laie nicht über den Papst zu stellen und seine Worte zu dämonisieren oder gar dem Satan zuzuschreiben.
Franziskus IST Papst und das von Gottes Gnaden.
Nur weil man nicht seiner Meinung ist, ist er es nicht weniger. Es ist auch ein Problem des vielgeschmähten Vat. II, dass nun ein jeder glaubt, er könne über einen Papst urteilen, weil dessen Handlungen und Aussagen nicht ins eigene Glaubensbild passen.
Es ist ebenfalls sehr fragwürdig, wenn sich einzelne über Konzile stellen.
Das vielbeschworene Schisma wird gerade von Personen, die sich selbst über den Papst stellen, gefördert.


5
 
 phillip 14. März 2018 
 

"Papst Franziskus einen "Mann von tiefer philosophischer und theologischer Bildung".

Also, ich sehe keinen Widerspruch zu dieser Ansicht! Denn, ist das nicht notwendige Voraussetzung, um die Katholische Kirche - sukzessive und schleichend - mit der Universalthese eines "Paradigmenwechsels" ihres göttliches Wesens und Wirkens zu berauben und sie in die eine Weltreligion, in der alle Menschen übereinstimmen, zu führen? Welche Erklärung haben die "Franziskaner" für die Tatsache, dass sie und jene Menschen, die aktuell im Hintergrund die politischen Fäden ziehen, stets und immer heftiger von Menschenrechten reden, selbst aber nichts gegen jene unternehmen - ja gerade das Gegenteil tun, nämlich sie in die Staatenbündnisse durch Zulassung, ja Förderung unkontrollierter Massenimigration einzuführen - und doch vorgeben, sich den Menschenrechten verbunden zu fühlen? Welche "Religion" hat das diabolische Potential der gewaltsamen Unterdrückung der Menschheit und bezeichnet sich selbst als "friedlich"? Liebe Leute, denkt nach und gebt Euch die Antworten!


6
 
 priska 14. März 2018 
 

Wir sind nicht alleine.

Jesus sagt:"Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Porten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen ."@Gisterbusch vertrauen wir was Jesus gesagt hat,wir sind nicht alleine ..Jesus ist bei uns ..gehen wir so oft wie möglich zur Heiligen Messe ,Anbetung vor dem Allerheiligsten Sakrament des Altares ,Rosenkranz beten,Beichte,schöpfen wir aus den Sakramenten der Katholischen Kirche Kraft..Jesus sagt auch ,"ich bin bei Euch alle Tage.."Vertrauen wir darauf,wir sind nicht alleine.


13
 
 Ad Verbum Tuum 14. März 2018 

Irritierend

empfinde ich vor allem, dass der Text von einer Unlogik strotzt, die nicht zum Papst em. passt.
Der Satz ab "Die kleinen Bände ..." und die Aussage, dass er die Bücher nicht lesen wird passen nicht zusammen.
Der Zwischensatz liest sich wie ein Stück Klappentext der Autoren.
Will er uns mit diesem Widerspruch etwas sagen?
Unlogik, Unvernunft, war nie die Sache von B16!


6
 
 Stefan Fleischer 14. März 2018 

@ Pirkheimer

Nachdem ich nun den ganzen Brief gelesen habe, fühle ich mich in meiner Meinung bestärkt:
Ich würde diesen Äusserungen kein allzu grosses Gewicht beimessen. Papst Benedikt wurde angefragt und hat anstandshalber ein paar nette Worte geschrieben, bzw. von einem Sekretär schreiben lassen. Das ist alles.


14
 
 Pirkheimer 13. März 2018 
 

@hortensius

Und noch ein geflügeltes Wort:

"Und so schließt er messerscharf,
dass nicht sein kann,
was nicht sein darf ."


2
 
 Der Gärtner 13. März 2018 

@Ginsterbusch ; @freya

Was Sie hier schildern, empfinde ich häufiger, und dies schon einige Jahre. Inhaltlich äußern mag ich mich zu solchen Themen auch eher nicht, da mir Papst- oder Bischof-Bashing zuwider sind und ich mich auch nicht in reinen Spekulationen und Vermutungen ergehen will.
Die Situation ist doch nicht neu.
Sie verstehen nichts mehr? Sie fühlen sich alleine gelassen?
Mein beständiger Trost:
Wie mag sich der junge Johannes unter dem Kreuz gefühlt haben? Er verstand nichts mehr und fühlte sich alleine gelassen, obwohl er gerade von seinem sterbenden Herrn und Meister die schönste aller Aufgaben übertragen bekam. Er blieb einfach unter dem Kreuz stehen, während die Großen alle mächtig mit sich selber beschäftigt waren. Wie immer. Tun wir es ihm gleich. Bleiben wir einfach unter dem Kreuz stehen, tragen die Situation durch und hüten weiterhin die ihm übertragene Aufgabe.
Was kann ich tun Herr Jesus?
Das.


16
 
 christine.klara.mm 13. März 2018 
 

@Ginsterbusch : "Ich fühle mich völlig allein gelassen"

Haben Sie Christus aus dem Blick verloren ????
Gibt es Christus nicht wenn Menschen uns irritieren?
Wenn alles den Bach hinunter ginge, wenn die ganze Welt in Trümmern läge.....
GOTT I S T .
Also jammern Sie nicht. Wir sind nie allein. Wir sehen nur nicht wenn wir auf Menschen bauen.


10
 
 ThomasR 13. März 2018 
 

aus der Enzyklik von Papst Franziskus Laudato SI z.B. Nr. 235 u. 236- es ist einfach wunderbar

In der Eucharistie findet die Schöpfung ihre größte Erhöhung. Die Gnade, die dazu neigt, sich spürbar zu zeigen, erreicht einen erstaunlichen Ausdruck, wenn der menschgewordene Gott selbst so weit geht, sich von seinem Geschöpf
verzehren zu lassen. Auf dem Höhepunkt des Geheimnisses der Inkarnation wollte der Herr durch ein Stückchen Materie in unser Innerstes gelangen. Nicht von oben herab, sondern von innen her, damit wir ihm in unserer eigenen Welt
begegnen könnten. In der Eucharistie ist die Fülle bereits verwirklicht, und sie ist das Lebenszentrum des Universums, der überquellende Ausgangspunkt von
Liebe und unerschöpflichem Leben. Vereint mit dem in der Eucharistie gegenwärtigen inkarnierten Sohn sagt der gesamte Kosmos Gott Dank.
Tatsächlich ist die Eucharistie von sich aus ein Akt der kosmischen Liebe: „Ja, kosmisch! Denn auch dann, wenn .........


6
 
 Mmh 13. März 2018 
 

@martin fohl

Wie es Paul Badde kürzlich im Interview ausdrückte:

Wie sehr mischt sich Benedikt XVI. heute noch ein?

Überhaupt nicht. Gar nicht. Er wird sich hüten und hat natürlich auch Papst Coelestin V. (1209 – 1296) vor Augen, der von Bonifaz VIII. (1235 – 1303) in den Kerker von Fumone gesteckt wurde, damit er nicht hinter dem Rücken seines Nachfolgers eine Art Gegenpontifikat entfaltete.


7
 
 Fatima 1713 13. März 2018 
 

@ecclesiam

Genau das hat mich auch irritiert: Wie kann Papst Benedikt feststellen, dass die elf Bände zeigen, Papst Franziskus sei ein Mann von großer philosophischer und theologischer Bildung, wenn er sie gar nicht gelesen hat?
Den zweiten Teil dieses Satzes unterstütze ich allerdings voll und ganz : Es ist ein törichtes Vorurteil, wenn man meint, Papst Benedikt wäre ein Theoretiker der Theologie mit wenig Verständnis des konkreten Lebens eines zeitgenössischen Christen.


12
 
 martin fohl 13. März 2018 
 

Was soll PBenediktXVI em. auch anderes sagen?

Das Gegenteil wäre ein Affront gegen PFranziskus und könnte unmittelbar zur Kirchenspaltung führen! Die Argumente und sicherlich auch die Wahrheit müssen nun diesen Spagat aushalten! An dieser Stelle sind die Verantwortlichen nicht die Gläubigen gefragt... Dafür hat Gott Ihnen die Macht gegeben und sie müssen dafür auch mehr rechtfertigen als der kleine Pfarrer oder Gläubige aus unseren Gemeinden!


11
 
 lesa 13. März 2018 

Irritationen geklärt

JP2B16: Schön, wie Sie versuchen, sich (als "Mitirritierter"), eventuelle Kleingeistigkeit der "Bewahrer" in Betracht zu ziehen und mit den "größeren Absichten Gottes mit unserer Zeit" rechnen! Ja, Gott hat die Hand im Spiel. Aber nicht, damit ohnehin bestehende Abweichungen von seinem Wort in der Praxis endlich auch (erstmals) von Seiten der Kirchenleitung) abgesegnet werden, damit das Chaos perfekt ist, sondern dass diese bestehenden Wirrsale angeschaut und geklärt werden. Aber Gott hat die "Deutungshoheit" über die Vorgänge. Das Beste unsererseits ist inständig beten, damit der Hl. Geist Regie führt. Im übrigen scheint mir die scharfsinnige Analyse des Grußwortes eine sehr plausible Erklärung, die die irritierenden Widersprüche auflöst.


3
 
 Polarstern 13. März 2018 
 

Wie könnte Stellungnahme möglich sein?

Der em. Papst Benedictus ist freundlich und höflich. Er lobt nicht das Buch (das er nicht gelesen hat), sondern die Bildung von seinem Nachfolger. Er will die Kirche stützen, sofern er kann. Er betont die Kontinuität, so verpflichtet er auch irgendwie für diese Kontinuität. Ausserdem, in den grossen Fragen, Frauenpriestertum und Homoehe, ist Papst Franziskus Konservativ. Beten wir, dass wir nie die Liberaleren in diesem Amt sehen müssen. Und dass auch die modernen Schritte, die wir gesehen haben, in Vergessenheit geraten.


4
 
 JP2B16 13. März 2018 
 

@ allen Irritierten (mich eingeschlossen)

Könnte es denn nicht auch sein, dass wir "Bewahrer" zu kleingeistig mit unseren Urteilen zu Papst Franziskus' Worten und seinem Tun sind? Kann es nicht auch sein, dass Gott dieses besondere Maß an Barmherzigkeit jetzt zulässt, vielleicht sogar will, um am Ende den Menschen, der vor ihn treten wird, daran erinnern zu können: Weil ich Dich so liebe, habe ich Dir aus Barmherzigkeit erlaubt, die Kommunion zu empfangen, obgleich es in meinem ewigen Ratschluss so nicht vorgesehen ist, und Du aber hast mir infolge leichtfertiger Abwesenheit und Gedankenferne Deine Liebe vorenthalten.
Den WvG oder konfessionsverschiedenen Partnern sollte deutlich vor Augen geführt werden, welche Konsequenzen diese Entscheidungsfreiheit eines Tages für sie haben könnte. Papst Benedikt ist schon jetzt ein Heiliger und hat vielleicht tiefe Einblicke in das Eingreifen Gottes in die jetztige! Zeit, die wir nicht einmal zu ahnen in der Lage sind. Vielleicht ist das eine Erklärung zu diesem scheinbaren Widerspruch.


6
 
 7.Oktober1571 13. März 2018 
 

ecclesiam

Der Papst ist nicht unfehlbar in dem Sinn, als ob er nicht sündigen könne. Das behaupte ich doch nicht. Er ist nicht unfehlbar in persönlichen und wissenschaftlichen Ansichten. Er ist auch nicht unfehlbar in Breven und Erlassen an einzelne Personen oder Länder. Er ist nur unfehlbar, wenn er als oberster Hirt und Lehrer aller Christgläubigen vom obersten Lehrstuhl (ex cathedra) Entscheidungen in Glaubens- und Sittenlehren fällt, die für die ganze Kirche bindende Kraft haben sollen. Und das tut er nicht in seinen Äußerungen. Nicht als Privatperson besitzt der Papst die Unfehlbarkeit, sondern als Papst allein. Ein Ausspruch ex cathedra findet dann statt, wenn der Papst, eine Erklärung über eine Frage in Betreff des Glaubens oder der Sitte abgibt. Tut er das gerade, wenn er in seinen Predigten und Überlegungen Anregungen gibt, wenn er nachdenkt? Nein. Übrigens, vielen Dank für Ihren Unterricht. Ich versuche jetzt mal mitzudenken.


3
 
 lesa 13. März 2018 

Ob es hier nicht darum ging, den nicht treffenden Gegensatz "Papst Franziskus, der Herzliche" und "Papst em. der Intellektuelle und Philosoph" etwas zurechtzurücken. Diese Klischees bzw. unbedachten schnellen Schubladisierungen könnten irgendjemanden zu dem Schreiben hier veranlasst haben. Solche Schnellschüsse sind im elektronischen Zeitalter nicht schwer zu gewichten.


3
 
 Melchisedech 13. März 2018 

Die Theologen...

... Jürgen Werbick und Peter Hünermann gehör(t)en zu den deutlichen Kritikern Ratzingers/Benedikts. Erinnert sei u.a. an deren massive Kritik an "Dominus Jesus". Diese Theologen hat Ratzinger/Benedikt gewiss wohl jahrelang "wirklich gelesen" und ihrer Kritik auch klar geantwortet. Da wundert es doch nicht, dass "er die Bitte um eine kurze(!) theologische Einleitung zu der Reihe abgelehnt hatte." Immerhin begründet er dies nicht mit schwindenden Kräften, sondern mit Nicht-Lesen von theol. Inhalten der Professoren, die er zur Genüge kennt.


19
 
 ecclesiam 13. März 2018 
 

@7.Oktober 1571

Bitte lesen Sie die Schriften von Papst Benedikt und dann lesen Sie die Dokumente von Papst Franziskus. Und Sie merken ohne grosse Schwierigkeiten, dass die theologischen Ansichten der Päpste nicht übereinstimmen. Es gibt effektiv keine Kontinuität zwischen den Päpsten.

Versuchen Sie mehr zu interpretieren und mitzudenken und nicht einfach alles 1:1 glauben, was Ihnen vorgesetzt wird. Oder, wenn es Ihren Interessen entspricht, ohne Denken einfach loszujubeln.


19
 
 7.Oktober1571 13. März 2018 
 

Ich liebe

Papst Benedikt XVI. Er hat ja so recht. Er stützt und unterstützt und bestätigt Papst Franziskus. Halleluja!


6
 
 ecclesiam 13. März 2018 
 

Der wahre Inhalt steht wohl zwischen den Zeilen

Der kurze Brief ist inzwischen auf dem Blog von Sandro Magister (auf Italienisch) erschienen. Es steht im Brief nicht viel mehr drin als in diesem Artikel geschrieben steht.

Mir ist aufgefallen, dass Papst em. Benedikt schreibt, er habe die Bücher nicht gelesen. Gleichzeitig schreibt er, dass diese kleinen Bücher zeigen, dass Papst Franziskus ein "Mann von tiefer philosophischer und theologischer Bildung" sei und verweist auf "die innere Kontinuität zwischen den beiden Pontifikaten, wenngleich mit allen Unterschieden in Stil und Temperament".

Es handelt sich hier somit wohl um ein politisches Statement von Papst em. Benedikt. Wie will er auch diese Aussagen machen über Bücher, die er nicht gelesen hat?

Irgend etwas ist doch faul am Ganzen. Er musste wohl die Anfrage beantworten, wobei die wirklichen Aussagen Benedikts "zwischen den Zeilen" zu interpretieren sind, wie @mabedor dies schon versucht hat.


18
 
 Ginsterbusch 13. März 2018 

@freya

Mir geht es wie Ihnen!
Ich fühle mich wie ein verlorenes Schaf und weiß jetzt gerade gar nichts mehr.
Das alles macht mich sehr sehr traurig.
Die Kirche funktioniert wohl nur noch über Grußworte, von Papa Benedikt, Kardinal Sarah, Kardinal Müller etc.
Ich fühle mich völlig alleine gelassen.


16
 
  13. März 2018 
 

Ich verstehe die Welt nicht mehr...

und auch die Kirche wird mir immer mehr zum Rätsel!


8
 
 Stefan Fleischer 13. März 2018 

Ich würde

diesen Äusserungen kein allzu grosses Gewicht beimessen. Papst Benedikt wurde angefragt und hat anstandshalber ein paar nette Worte geschrieben, bzw. von einem Sekretär schreiben lassen. Das ist alles.


23
 
 Mysterium Ineffabile 13. März 2018 

Nun denn,

wenn dieser Brief aus der Feder Benedikts ist, dass gibt es auch quadratische Kreise. Dieses Schreiben ist eine absolute Anomalie in Sprache, Form und Inhalt. Es bleibt zu hoffen, dass die kommenden Tage eine Klärung zu dieser absurden PR- Masche bringen werden. Abgesehen davon: die Tatsache, DASS der Vatikan derartiges veranstaltet, ist ein bedrückendes Zeichen dafür, wie tief der Vatikan und seine Promoter gefallen sind. Wie gesagt: ich hoffe, dass die kommenden Tage klären, was in dem "Brief " wirklich steht (er wurde noch nicht ganz veröffentlicht, nur diese paar Sätze, um sie "nutzen" zu können). Für mich ist es unmöglich, dass Benedikt derartiges geschrieben hat. Unmöglich.


17
 
 elisabetta 13. März 2018 
 

Kontinuität?

Ganz ffensichtlich ist sie nicht glaubwürdig, deshalb muss sie immer und immer wieder aufs neue betont werden. Das aber macht das ganze nicht glaubwürdiger, eher das Gegenteil ist der Fall.


21
 
 Smaragdos 13. März 2018 
 

Diese Aussage von Papst em. Benedikt ist in der Tat etwas verwirrend... doch Verwirrung hat ja seit Papst Franziskus fast Heimatrecht in der Kirche. Soviel Verwirrung in fünf Jahren Pontifikat hat wohl kein anderer Papst in den letzten 500 Jahren geschafft. Das ist kein Lob für diesen Papst.

Dass PF kein großer Theologe ist, wie er tatsächlich selbst gesagt hat, dafür kann er nichts. Aber dass er mit aller Gewalt eine links-ideologische Agenda in der Una Sancta durchdrücken will, und zwar anhand von unredlichen Tricks und Manipulationen, ist ganz und gar nicht akzeptabel. Denn um zu wissen, dass man z.B. die Ehe nicht brechen darf, reicht es vollkommen, ein einfacher Gläubiger zu sein.


22
 
 mabedor 13. März 2018 
 

zwischen den Zeilen

Bezeichnend finde ich, dass Papst Benedikt sich nicht dafür hergab, eine theologische Einleitung zum Werk seines Nachfolgers beizusteuern. Das sagt bereits sehr viel. Dass er Franziskus tiefe philosophische und theologische Bildung attestiert, heißt nicht, dass er gutheißt, wie dieser seine Bildung anwendet. Das „törichte Vorurteil“, von dem Benedikt spricht könnte sehr gut verstanden werden als Hinweis, dass Franziskus sehr wohl weiß, was er macht und wir uns nicht immer damit trösten sollten, bei all dem, was wir erleben müssen, dass der amtierende Papst es halt nicht besser weiß, weil er nunmal ein nicht so großer Theologe sei. Die Kontinuität, so lese ich es, bestätigt Benedikt allein durch beider tiefer philosophischer und theologischer Bildung. Bei allen sonstigen Unterschieden. Ich glaube nicht, dass sich Papst Benedikt um dieses Grußwort gerissen hat. Für mich bleibt es fraglich, wie frei Papst Benedikt in Wirklichkeit ist.


22
 
 Zeitzeuge 13. März 2018 
 

Die Überschrift möchte ich nicht kommentieren,

über Peter Hünermann reicht zur Orientierung der Artikel in Kathpedia aus!

Repole, Hünermann und Werbick zählen zu den Unterzeichnern der Zulehner-Initiative!

Der Patmos-Verlag hat bereits vor 50 Jahren mit der Herausgabe von Halbfas
"Fundamentalkatechetik" sein Prädikat als römisch-katholisch de facto selbst aufgegeben, Halbfas ist dort Autor geblieben, auch Böckle hat da publiziert, ein richtiger "Progressistenverlag".

Auf solche Freunde und Protegtionisten
braucht wahrlich niemand stolz zu sein,
auch nicht der Papst!


15
 
 Mmh 13. März 2018 
 

Werkmürdig

"Er habe sich sein ganzes Leben hindurch nur zu Büchern geäußert, die er auch wirklich gelesen habe, schrieb der bald 91-Jährige."



Daß Benedikt XVI. „zufrieden und glücklich über diese Buchreihe“ sei, heißt es in der Videobotschaft von Viganò.

Offensichtlich soll in den Brief mehr hinein interpretiert werden als er aussagt.


9
 
 Wynfried 13. März 2018 

Könnte es nicht sein,

dass sich Benedikt XVI. hier in einer unguten Weise instrumentalisieren lässt? Er ist zweifellos ein großer Theologe, aber Menschenkenntnis war und ist, mit Verlaub, nicht seine Stärke.


15
 
 Herbstlicht 13. März 2018 
 

@ecclesiam

Ich sehe es ähnlich wie Sie.
Entweder fühlt sich Benedikt zum Gehorsam verpflichtet, auch möchte er verständlicherweise Franziskus nicht öffentlich tadeln.
Oder aber ... ?
Der andere Gedanke, der sich aufdrängt, wäre mehr als irritierend.
Ist es denkbar, dass er die Ansichten und Entscheidungen seines Nachfolgers gutheißt?


7
 
 SpatzInDerHand 13. März 2018 

Hmhm... stellt Benedikt XVI. hier die Einheit über die Wahrheit...?


16
 
 ecclesiam 13. März 2018 
 

Alles aus Gehorsam oder wie funktioniert so etwas?

Da schreibt sich der Papst em. schon als Kardinal Ratzinger, dann als Papst Benedikt die Finger wund, um uns Gläubige vor Relativismus, Befreiungstheologie und Synkretismus und vielem mehr zu warnen. Ganz zu schweigen von Veritas Splendor und Familiaris Consortio.

Nun werden genau diese Themen durch Papst Franziskus neu interpretiert und umgesetzt und Papst em. Benedikt findet Papst Franziskus einen "Mann von tiefer philosophischer und theologischer Bildung".

Das soll noch jemand verstehen. Bin ich im falschen Film?

Meine einzige Vermutung ist die Verhinderung eines Schismas und sein Versprechen zu absolutem Gehorsam. Aber es lässt mich immer noch ratlos zurück, denn Papst em. Benedikt ist ein grosser Verfechter der Wahrheit.


PS: Es ist übrigens nicht ein Vorurteil, dass Papst Franziskus kein grosser Theologe wäre. Diese Aussage stammt von Papst Franziskus selbst. Dies hat Papst em. Benedikt wohl nicht mitbekommen.


23
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Benedikt XVI.

  1. Benedikt XVI., Mitstreiter der Wahrheit – Ein Kirchenlehrer wurde 95
  2. Das Licht des Karsamstags
  3. Der Missbrauch des Missbrauchs
  4. „Cui bono oder Jagdszenen aus Oberbayern“
  5. "Nun musste sich mit Benedikt XVI. einer der Genannten 'entschuldigen'"
  6. ‚Für Jakobiner mag es genügen’
  7. Kardinal Duka verteidigt Benedikt XVI.
  8. "Ich werde ja nun bald vor dem endgültigen Richter meines Lebens stehen!"
  9. Joseph Ratzinger 1958: Eine „Kirche von Heiden, die sich noch Christen nennen“
  10. Die Marke Benedikt XVI.







Top-15

meist-gelesen

  1. Kommen Sie mit! kath.net-Leserreise nach Fatima und auf die Azoren - Oktober 22
  2. Bistum Speyer: Generalvikar tritt aus der katholischen Kirche aus
  3. Anselm Bilgri, Ex-Mönch des Klosters Andechs, wurde von Papst Franziskus laisiert
  4. Ein Generalvikar gibt auf
  5. Luthers deutsche „Katholiken“
  6. Bistum Dresden-Meißen: Kinderwallfahrt ohne heilige Messe
  7. Das entkernte Christentum
  8. Persil, da weiß man, was man hat!
  9. Meuser: „Die Kirche in Deutschland ist keine Privatsache ihrer aktuellen Betreiber“
  10. '... um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, der erfasse es"
  11. Universität Regensburg untersagt Lebensschutz nun auch offiziell
  12. Muslimische Studenten ermorden auf bestialische Weise christliche Studentin
  13. Kardinal Gerhard Müller: „Wenn das gerade gezeugte Kind sich jetzt noch nicht wehren kann…“
  14. Für die Weltkirche ist das nur ein Sturm im Wasserglas
  15. Äbtissin Reemts OSB zum „Rückgang des Bußsakramentes, auch unter Priestern und Ordensleuten“

© 2022 kath.net | Impressum | Datenschutz