Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  2. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  3. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  4. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  5. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  6. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  7. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  8. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  9. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  10. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  11. Papst antwortet auf Leserbrief eines Atheisten
  12. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  13. Beschließen ohne zu entscheiden?
  14. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden
  15. Die Nazi-Projektion

Bischof Bode fordert – Hirten? Totalausfall!

11. Jänner 2018 in Kommentar, 34 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Fordern kann man ja viel – aber wenn es von einem „Hirten“ kommt, reibt man sich bisweilen die Augen. Gastkommentar von Felix Honekamp


Osnabrück-Bonn (kath.net/kath.net hat berichtet Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, fordert in einem Interview mit der Osnabrücker Zeitung eine stärkere Beschäftigung mit dem Frauendiakonat und der Segnung homosexueller Lebensgemeinschaften. Zeitlich fällt das, wie manch andere Formulierungen aus dem Kreis der Amtskirche (ein Begriff, den ich eigentlich ablehne, aber was hilft’s, wenn sich die Betreffenden so verhalten), mit dem „Mission Manifest“ aus der MEHR-Konferenz zusammen und man meint, man hört nicht richtig. Da treffen sich zehntausend Gläubige in Augsburg, feiern den Glauben, sehen Möglichkeiten in der ökumenischen Zusammenarbeit, die an keiner Ecke die dabei verbleibenden Unterschiede ausblendet. Man begeistert auf dieser Konferenz mit dem Ansatz, den Glauben nicht etwa zu vereinfachen sondern fordert – und unterschreibt diese Forderung – die Auseinandersetzung mit Bibel und Überlieferungen als eine der Grundlagen der Glaubensvermittlung, man macht sich also auf den Weg der Mission und vertraut darauf, dass der Herr einem auch bei steinigen Abschnitten stützen wird … und wie Kai aus der Kiste springt ein Bischof, der den Glauben mal wieder billiger machen will. Größer kann die Differenz zwischen aktiven und engagierten Gläubigen einerseits und „Amtsträgern“ andererseits kaum noch dokumentiert werden.
Politische Realität?


Und ich reibe mir die Augen angesichts der Begründungen Bodes: Beim Frauendiakonat dürfe man nicht nur von der Tradition ausgehen, sondern müsse auch der Tatsache gerecht werden, dass „Frauen heute in hohem Maße verantwortungsvolle Tätigkeiten in der Kirche übernehmen.“ – Haben sie das früher nicht? Ist in den vergangenen, sagen wir mal zwanzig Jahren etwas passiert, das zu einem Umdenken führen müsste? Oder verwechselt der Bischof die Realität mit dem Wunschdenken einiger Aktivisten und Aktivistinnen, die Weihe mit Macht verwechseln und darum, immer mal wieder wenn die Zeit günstig erscheint, mehr davon fordern?

Aber es kommt noch besser: Auch wenn sich die „Ehe für alle“ vom Eheverständnis der Kirche unterscheide (aha, immerhin), sei diese nun „politische Realität“: „Wir müssen uns daher fragen, wie wir denjenigen begegnen, die diese Verbindung eingehen und die sich ja zum Teil in der Kirche engagieren. Wie begleiten wir sie pastoral und liturgisch? Wie werden wir ihnen gerecht?“ Ich bin entschieden der Meinung, dass man homosexuellen Paaren nicht einfach Bibelzitate oder den Katechismus um die Ohren knallen kann. Ich bin entschieden der Meinung, dass wir als Kirche für die vielen ungeordneten Lebenssituationen, die wir vorfinden, einen „Text“ brauchen, der über das „Nein“ hinausgeht. Aber genau so entschieden müssen wir uns als Christen dagegen verwahren, dass wir unsere Position davon abhängig machen, ob eine Regierung gerade mal eine Lebensgemeinschaft zur Ehe „definiert“. Politische Realität erfordert eine Reaktion, aber kein Hinterherlaufen.
Nicht an der Seite der Mission

Die Wahrheit ist: Dass, was der Staat als Ehe betrachtet, ist keine! Die Definition ist geprägt von Ordnungspolitik und von demokratischen Kräfteverhältnissen. Mit biblischen Grundlagen oder wenigstens mit Naturrecht hat das alles nichts zu tun. Widerspruch ist das, was man in einer solchen Situation von Hirten erwarten dürfte, nicht Beifall für in die Irre geleitete Realitäten. Denn leider ist Bischof Bode ja nicht irgendjemand, und leider steht er unter seinen Kollegen nicht allein. Und darum stellt er mit seinen Äußerungen alle Gläubigen, die sich auf den harten Weg begeben, im Rahmen der Mission die Welt auch mit unbequemen Wahrheiten zu konfrontieren, in einen noch stärkeren Sturm.

Wenn ich mich morgen hinstelle und einem konstruktiven Glaubenskritiker erläutern möchte, was der katholische Ehebegriff ist, was es mit der Weihe und den Sakramenten auf sich hat, und warum sich die Kirche damit so empfindlich anstellt … dann weiß ich einen Bischof Bode nicht an meiner Seite. Bischöfe wie er fallen den Gläubigen in den Rücken. Das beantwortet hoffentlich die Frage eines anderen katholischen Bloggers auf Facebook, „ob wir die Menschheit seit 2000 Jahren verarschen oder ob wir gerade vom Episkopat unserer Tage …“?
Dann eben ohne

Nein, wir müssen als Katholiken heute feststellen, dass wir uns auf einige derjenigen, die sich als Hirten bezeichnen, nicht mehr verlassen können. Sie – nicht alle, aber doch einige und nicht eben an unwichtigen Stellen – entwickeln sich zu Mietlingen von Zeitgeist und Regierung. Ihnen können wir nicht folgen, nicht dem, was sie tun, nicht mal mehr dem, was sie sagen. Das erschwert die Mission, das erschwert die Glaubensvermittlung, das erschwert es dem Gläubigen, in der heutigen Zeit seinen Glauben zu leben. Aber mal unter uns: Das ist nicht meine, nicht unsere Verantwortung! Dafür müssen die Bodes dieser Welt eines Tages vor dem Boss Rede und Antwort stehen. Unser Auftrag ist die Mission, gelegen oder ungelegen, ob mit gesellschaftlichem Konsens oder im Widerspruch dazu. Also, auch wenn man sich zu Recht über solche Wortmeldungen aufregen darf: Sie werden die Wahrheit nicht aufhalten – dann eben ohne diese Wölfe im Schafspelz!

Symbolbild: Fragezeichen und Kreuz



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. „Je besser die zentralen Ämter der Kirche geführt werden, desto größer der Nutzen für die Kirche“
  2. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  3. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  4. Erzbistum Brisbane/Australien: Messbesucherzahlen wachsen seit drei Jahren
  5. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  6. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  7. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“
  8. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  9. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  10. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  4. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  5. "Europa hat die Gefahr der islamischen Republik Iran noch immer nicht begriffen"
  6. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  7. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  8. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  9. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  10. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  11. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  12. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  13. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  14. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden
  15. Papst antwortet auf Leserbrief eines Atheisten

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz