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Im Zweifel für … den erwachsenen Asylbewerber

4. Jänner 2018 in Kommentar, 24 Lesermeinungen
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"Ein Flug von Afghanistan nach Deutschland hat eine ähnlich relevante Strahlenbelastung zur Folge wie eine Röntgenuntersuchung der Hand. Das ist zumutbar." Gastkommentar von Boris Palmer/Die Grünen


Tübingen (kath.net) Die Debatte um einen Mord und zwei weitere schlimme Übergriffe, bei denen die Täter unbegleitete minderjährige Flüchtlinge waren, krankt an den typischen Symptomen der Flüchtlingsdiskussion in Deutschland: Verharmlosung und Realitätsverweigerung auf der einen Seite, Fremdenhass und maßlose Übertreibung auf der anderen Seite.

Verharmlosung ist es für mich, wenn immer wieder behauptet wird, Gewalt, die von Flüchtlingen ausgeht, sei normal und nicht unterscheidbar von der Kriminalität, die wir immer schon kennen. Es gab vor der Flüchtlingseinwanderung 2015 keine Anschläge auf Weihnachtsmärkte, keine Domplattenexzesse und in Brutalität, Anlass und Vorgeschichte eben auch keine Morde wie in Kandel oder Freiburg. Ehrenmorde unter Jugendlichen sind hier nicht verbreitet. Wer das bestreitet, hindert den Staat daran, zielgenau zu handeln. Nur, wer die spezifischen Formen dieser Gewalt anerkennt, kann ihre Ursachen finden und bekämpfen. Schon 2016 waren 10% aller Tatverdächtigen in Sexualstraftaten Asylbewerber. 2017 wird der Wert weiter steigen. Das ist bei 1,5% der Bevölkerung einfach viel zu hoch und nicht relativierbar. Sehr wohl aber erklärbar: Das Frauenbild in der Herkunftsländern, der Kulturbruch zum sexuell viel offeneren Leben hier, die lange Zeit ohne Kontakt zu Frauen und die fehlende Perspektive hier in Aufnahmeeinrichtungen reichen völlig aus, um diese Auffälligkeit nicht nur zu erklären. Sie war vorhersehbar. Ich habe das schon 2015 gesagt, seither muss ich mich als Rechtspopulist beschimpfen lassen. Dieser Reflex muss aufhören. Denn er stärkt die AfD und behindert effektive Gegenmaßnahmen.

Unsäglicher Fremdenhass ist es für mich, wenn die furchtbaren Taten genutzt werden, um in den sozialen Netzwerken im Umfeld der AfD alle Flüchtlinge (oder auch nur 99%) als „Zecken“, „Abschaum“, „Tiere“ usw. zu beschimpfen, das Hängen, Köpfen und „Schwanz abhacken“ gefordert wird, von der „Führerin eines Unrechtsstaats“ gefaselt und gehetzt und diffamiert wird. Wer so redet, sollte zumindest eines wissen: Der hat in Deutschland in der Tat 87% der Menschen gegen sich und wird bestimmt nicht erreichen, was er will.


Wie eigentlich immer beim Thema Flucht sollten wir weg kommen von gesinnungsethischen Urteilen und pragmatisch Handeln. Tatsache ist: Wer als Asylbewerber angibt, unter 18 Jahren zu sein, erhält sehr großzügige Vergünstigungen. Von der exklusiven Unterbringung mit Betreuung angefangen bis hin zum Verzicht auf Asylverfahren und drastisch verbesserter Bleibechancen. Es ist im Zeitalter von Smartphones einfach naiv, zu glauben, dass Asylbewerber das nicht wissen und sich davon nicht verführen lassen, wenn es doch reicht, den Pass weg zu werfen und selbst ein Alter von 30 Jahren nicht hoch genug ist, um von den deutschen Behörden als erwachsen erkannt zu werden.

Zur Erinnerung: Der Vater des Mörders von Freiburg hat ein Alter von 33 Jahren angegeben. Dass er mit 14 Jahren in Griechenland fast schon zum Mörder geworden wäre, konnte doch kein Mensch glauben. In Tübingen hatten wir einen Serienvergewaltiger, der zunächst nicht entdeckt wurde, weil er als Geburtsdatum den 1.1.1998 angegeben hatte, so dass er zum Zeitpunkt der ersten Taten 17 gewesen wäre. Die Opfer beschrieben aber einen Mann um die 30. Vermutlich hatten sie das besser erkannt als das Bundesamt. Übrigens geben erstaunlich viele Minderjährige den ersten Januar als Datum an.

In Österreich hat eine Überprüfung von zehntausend Minderjährigen ergeben, dass 10% vom Staat als erwachsen eingestuft wurden. Da ist mit Sicherheit noch eine erhebliche Dunkelziffer dabei. In Deutschland spricht der Ärtzepräsident lehnt Alterstests mit Röntgenuntersuchungen der Hand ab: „Röntgen ohne medizinische Indikation ist ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit.“ Ich halte das angesichts der erheblichen Kosten und offenkundigen Gefahren, die von dieser Gruppe junger Männer ausgeht, für naiv. Ein Flug von Afghanistan nach Deutschland hat eine ähnlich relevante Strahlenbelastung zur Folge wie eine Röntgenuntersuchung der Hand. Das ist zumutbar, wenn man schon den Pass nicht vorlegen kann.

Das Argument, man solle besser jedem dieser Flüchtlinge einen Psychologen zur Seite stellen und wer über sein Alter lüge, werde nicht gleich zum Mörder, greift zu kurz. So viele Psychologen gibt es gar nicht und wegen der Sprach- und Kulturbarriere sind ihre Möglichkeiten extrem beschränkt. Jedenfalls hätte es in den gehäuften Fällen, die wir jetzt kennen, sehr wohl geholfen, die Identität zu prüfen. Eine Beziehung zu einer Minderjährigen wäre in Kandel nicht zustande gekommen und in Freiburg hätte man die Vorstrafen entdeckt.

Wer Röntgen als unzumutbaren Eingriff wertet, könnte übrigens auch einen anderen Weg wählen: Wer nicht nachweisen kann oder durch eine Untersuchung nicht belegen will, dass er unter 18 Jahren alt ist, wird als Erwachsener behandelt. Im Zweifel für den Angeklagten gilt nur vor Gericht. Wer den besonderen Schutz und die Vergünstigungen, die für ganz andere Fälle von Flucht gedacht waren als der Reise von Afghanistan nach Deutschland, in Anspruch nehmen will, muss dafür einen Nachweis erbringen. Auch andere Leistungen werden in Deutschland nur gewährt, wen der Anspruch begründet ist. Ohnehin scheint es mir ein Irrtum zu sein, höchste Empfindlichkeitsstandards unserer Gesellschaft auf Menschen zu übertragen, die in ihrem ganzen Leben nie von solcher Fürsorge gehört haben. Wer in Afghanistan fragen würde, ob eine Röntgenuntersuchung ein Eingriff in die körperlicher Unversehrtheit ist, würde vermutlich die Antwort erhalten, es wäre großartig, in 100km Entfernung wenigstens ein solches Gerät benutzen zu können.

Ich halte eine Vorgehensweise, die schwarze Schafe wirksam erkennt, für notwendig und angemessen. Das gilt für die Asylbewerber, aber auch für unsere Gesellschaft. Denn die Wut, die Morde wie in Kandel und Freiburg, aber auch Vergewaltigungsserien wie in Tübingen hervor rufen, ist menschlich verständlich und wir dürfen nicht zulassen, dass alle, die sie teilen, zur AfD geschoben werden, weil nur beschwichtigt oder beschimpft wird.

Boris Palmer ist Politiker beim Bündnis 90/Die Grünen. Vor seiner Zeit als Oberbürgermeister von Tübingen (Baden-Württemberg) war er Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg gewesen.

kath.net-Buchtipp
Wir können nicht allen helfen
Ein Grüner über Integration und die Grenzen der Belastbarkeit
Von Boris Palmer
Hardcover, 256 Seiten
2017 Siedler
ISBN 978-3-8275-0107-3
Preis Österreich: 18.50 EUR

Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:

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Pressefoto Boris Palmer


Foto oben: OB Palmer, Pressefoto der Stadt Tübingen (c) Stadt Tübingen/Gudrun de Maddalena


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Lesermeinungen

 Pythia 9. Jänner 2018 
 

Zecken und andere Tiere

Die "Nutzer der sozialen Netzwerke im Umfeld der AfD" sollten sich bei den Zecken und den übrigen Tieren für den unpassenden Vergleich entschuldigen.


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 Steve Acker 7. Jänner 2018 
 

In Darmstadt wurde auch grad eine 17Jährige

niedergestochen und schwer verletzt.
Tatverdächtig: ein Flüchtling aus Afghanistan angeblich minderjährig, aber deutlcih älter aussehend.ja ja. Einzelfälle..
Bin der Meinung: wer sich nicht ausweisen kann, muss als Erwachsener behandelt werden.
Gegebenenfalls kann derjenige dann selbst den Röntgentest anfordern um sein Alter zu beweisen.
Das Kostenargument ist lächerlich.Es fällt gegenüber den Kosten der Unterbringugn von "minderjähr" überhaupt nicht ins Gewicht.
Zu Montgomery noch folgendes.
Als die große Flüchtlingswelle losging zeigten die Medien Bilder von Frauen u.Kindern, um zu zeigen: keine Gefahr für die Einheimischen.
Ein paar Monate später Montgomery in Interview: "Flüchtlinge belasten unser Gesundheitswesen kaum, denn es sind weit überwiegend gesunde starke junge Männer".
Und dann wundert man sich,dass die Menschen hier Politik und Medien nicht mehr vertrauen !


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 Kleine Blume 5. Jänner 2018 
 

@Henry_Cavendish: Plural "Einzelfälle" verräterisch

Sie schreiben: "Aus Einzelfällen lässt sich halt wenig ableiten."

Schon den Plural "Einzelfälle" finde ich verräterisch - denn wenn es wirklich ein Einzelfall wäre, dann gäbe es nur einen.

Gibt man jedoch bei Google "Mann Messer" ein, dann bekommt man seitenweise Messerattacken.

Während man einen Jugendlichen noch bis zu einem gewissen Grad prägen und an die einheimische Gesellschaft heranführen kann, ist ein junger Mann schon eine gefestigte Persönlichkeit und wird seine Einstellung zu Themen wie Gewalt oder Ehre oder sein Frauenbild wohl kaum mehr revidieren.

Einem Jugendlichen traue ich weniger Gewaltbereitschaft zu als einem fertig geprägten Mann.

Deshalb sollten wir uns genau anschauen, wen wir ins Land holen, und das Alter ist ein Faktor dabei.


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 Kleine Blume 5. Jänner 2018 
 

@Henry_Cavendish: Einhaltung juristischer Standards / Allmachtsphantasien

Werter @Henry_Cavendish, wenn Sie die Einhaltung juristischer Standards anmahnen, rennen Sie bei mir offene Türen ein.

Nur sollten juristische Standards nicht nur dann angewendet werden, wenn Sie zum Vorteil von Migranten sind, sondern auch dann, wenn dem Schutz der einheimischen Bevölkerung dienen.

Ab Sommer 2015 sind viele Asylbewerber über sichere Drittstaaten eingereist, die sich somit nicht auf das Grundrecht auf Asyl berufen konnten (https://www.bamf.de/DE/Service/Left/Glossary/_function/glossar.html?lv3=1504418&lv2=1364198) und man hat das sehr locker gesehen: "[...] nun sind sie halt da." (https://www.welt.de/politik/deutschland/article146898053/Die-Union-verweigert-Merkel-die-Gefolgschaft.html)

Schon damals fühlte ich mich an die von Ihnen angesprochenen "Allmachtsphantasien" erinnert - nicht erst jetzt!


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 Henry_Cavendish 4. Jänner 2018 
 

@Keine Blume: Gar keine Frage, da haben Sie recht

- ich würde allenfalls den kleinen Einschub machen: Mit 33, egal welche Religion oder ethnische Herkunft, ist man schlicht kein "junger Mann".

Aber das ist nicht mein Argument! Ich bestreite auch nicht im Geringsten, dass viele bezüglich ihres Alters lügen. Und ich entschuldige das auch nicht. Es ist völlig klar, dass wir uns etwas ausdenken müssen, um das zu unterbinden.
Aber es muss im Einklang mit unseren juristischen und sonstigen Standards sein. Und es darf sicher nicht dazu führen, dass Leute einen Fuß in die Tür bekommen, um ihre Allmachtsphantasien zu verwirklichen.

Nur mal nebenbei: Mit 30/31 wurde ich zuletzt im Supermarkt gebeten, meinen Ausweis beim Kauf von Alkohol vorzulegen. Mit 18 bis 25 war das normal.

Aus Einzelfällen lässt sich halt wenig ableiten. Nur weil 90% der Häftlinge in Deutschland Männer sind, kommen Sie doch auch nicht zum Schluss, das Männer bei Geburt genetisch und sonstwie registriert werden sollten.


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 Kleine Blume 4. Jänner 2018 
 

@Henry_Cavendish: Unterschied Jugendlicher - Mann

"Der Vater des Mörders von Freiburg hat ein Alter von 33 Jahren angegeben." (Siehe oben.)

Nehmen wir mal an, die von Ihnen angegebene Fehlerquote (+/- fünf Jahre beim Ultraschallgerät) stimmt:

Dann wäre Hussein K. bestenfalls auf ein Alter von 28 Jahren eingeschätzt worden, schlechtestenfalls auf ein Alter von 38 Jahren.

Ich nehme mal an, dass eine einheimische junge Frau, der es bewusst ist, dass sie einem muslimisch sozialisierten jungen Mann (und eben keinem Jugendlichen) gegenüber steht, deutlich mehr Vorsicht walten lässt.


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 Henry_Cavendish 4. Jänner 2018 
 

Viel Richtiges aber auch einige zweifelhafte Argumente #4/4

Besonders @Kleine Blume: Tatsächlich gab es vor ca. 6 Monaten in verschiedenen wissenschaftlich orientierten Publikationen dazu (und zur Aussagekraft des "genetic profiling") viele Beiträge zu dem Thema. Auch in einigen Fachpublikationen im Bereich der Mathematik.
Das Grundproblem ist die Empirie; also die Frage, wie exakt die Methoden sind. Nehmen wir das von Ihnen angesprochene Ultraschallgerät. Da die Methode neu ist und in der Praxis noch wenig angewandt hat es eine höhere Fehlerquote. Ich meine mich zu erinnern, dass es +/- fünf Jahre sind. Auch ein Einwand gegen die Röntgenuntersuchung hat etwas damit zu tun: Die Fehlerbandbreite (+/- zwei Jahre?) ist empirisch nur "in unseren Breiten", also "im Westen", gesichert. Tatsächlich fehlen entsprechende Untersuchungen z.B. für Afrika, insbesondere in der Subsahara.
Was wohl als gesichert gelten kann wäre eine Untersuchung insbesondere eines Eckzahns. Den müsste man aber ziehen, um die Ringe zu zählen.
Wohl keine Option, oder?


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 Henry_Cavendish 4. Jänner 2018 
 

Viel Richtiges aber auch einige zweifelhafte Argumente #3/4

Jenseits der juristischen Aspekte stellt sich mir eine Frage: Wie sieht es eigentlich mit den entsprechenden medizinischen Resourcen aus? Denn solche Gutachten, soweit sie denn auch gerichtsfest sein sollen, können nur entsprechend qualifizierte Amtsärzte, Rechtsmediziner oder vereidigte Gutachter erstellen. Und so ganz simpel scheint es nicht zu sein, wie der o.a. Fall des mutmaßlichen Mörders aus Freiburg zeigte: Es waren drei verschiedene Untersuchung (röntgen der Hand, CT des Schlüsselbeins und Untersuchung eines Eckzahns, die wissenschaftlich zum Ergebnis führten). Wie bei anderen Kriminalfällen auch: Um Sicherheit über den Täter zu erlangen bedarf es eben nicht nur des genetischen Fingerabdrucks oder des daktyloskopischen. Sondern beide ergänzen einander auf dem Weg zu "an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit" (CSI- Effekt). Was ich im obigen Text nicht verstehe ist das Vertrauen in die visuelle Alterseinschätzung von Zeugen. Darauf würde ich nicht wetten.


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 Henry_Cavendish 4. Jänner 2018 
 

Viel Richtiges aber auch einige zweifelhafte Argumente #2/4

Ich sehe da durchaus die Gefahr, dass politisch heute die anlasslose Röntgenuntersuchung etabliert wird, und morgen argumentiert jemand, dass zur Strafverfolgung auch die Schranken z.B. bei der genetischen Erfassung der gesamten Bevölkerung abgeschafft werden. Ist ja nicht so, dass das seit 9/11 nicht schon ein paar genau so gelaufen ist ("Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten").

(Verwaltungs-)juristisch gibt es da auch noch ein anderes Problem betreffs der Beweislastumkehr: Nach unserem Rechtsverständnis kann ein Minderjähriger nicht in eine solche Untersuchung/ Rechtsakt einwilligen, sondern nur die Eltern oder eben der bestellte gesetzliche Betreuer. Ergibt also die Untersuchung, das die Person tatsächlich (im Zweifel) minderjährig ist, dann war der Verwaltungsakt rechtswidrig (-> Entschädigung?). Mir ist klar, warum man auf kommunaler Ebene das dennoch eingehen würde: Die Entschädigung wäre wohl durch den Bund zu entrichten.


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 Henry_Cavendish 4. Jänner 2018 
 

Viel Richtiges aber auch einige zweifelhafte Argumente #1/3

Es kommt letztlich darauf an, wie genau man das gesetzgeberisch (und in der Folge juristisch) umsetzen will. Die Frage der Strahlenbelastung halte ich für einen Nebenkriegsschauplatz. Da sind für mich eher Genauigkeit des Ergebnisses sowie Aufwand und Kosten der Untersuchung relevant.

Was den juristischen Aspekt betrifft, kann man es ja durchaus mit einem anderen alltäglichen Fall vergleichen: Der Blutentnahme zur Feststellung des Blutalkoholwertes. Sie ist möglich, aber sie bedarf eben der Einwilligung oder aber einer richterlichen Anordnung. Für letztere muss zumindest der Anfangsverdacht einer Straftat vorliegen.
Ich habe starke Zweifel, ob man diesen Richtervorbehalt abschaffen sollten, auch wenn eine Blutentnahme wohl kaum gesundheitsgefährdend ist. Und wo ziehen wir die Grenze? Man denke mal an DNS- Entnahme/ genetischer Fingerabdruck (Abwischen des Mundinnenraums ist wohl ein geringerer Eingriff). Sollte das also ohne Richtervorbehalt erlaubt sein?


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 Kleine Blume 4. Jänner 2018 
 

@Klarstellung: Geröngt werden gg. erstochen werden abwägen; Alternative: Ultraschall?

1. Auch die Sicherheit der einheimischen Bevölkerung sollte uns etwas wert sein -
oft wird nur der Blickwinkel des Migranten eingenommen.

2. Aus dem Wikipedia-Artikel "Knochenalter" möchte ich folgenden Satz zitieren:

"Eine israelische Firma bietet ein Ultraschallsystem an, welches die vom Grad der Verknöcherung abhängige Schallleitungsgeschwindigkeit im Handgelenk misst."

https://de.wikipedia.org/wiki/Knochenalter

Demnach gibt es anscheinend eine Alternative zur Altersbestimmung durch Röntgen.


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 Kleine Blume 4. Jänner 2018 
 

Gutes Buch von Boris Palmer

"Wir können nicht allen helfen" von Boris Palmer habe ich mir als Hörbuch angehört.

Ich habe es als sehr differenziert empfunden - man erfährt viel, welchen bürokratischen Hürden ein Lokalpolitiker im Zusammenhang mit der "Flüchtlings"frage ausgesetzt ist und von denen man als Normalbürger keine Ahnung hat.

Besonders eindrucksvoll schildert das Boris Palmer am Beispiel der Ausrichtung der Zimmer für die Migranten in einer Unterkunft:

Hier liegen die unterschiedlichsten Lärmschutzbestimmungen miteinander im Widerstreit und verhindern eine einfache und plausible Lösung des Problems, was die Ausrichtung der Zimmer betrifft.

Ich habe das (Hör-)Buch als sehr sachlich und ausgewogen empfunden.


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 Klarstellung 4. Jänner 2018 
 

Der Vergleich mit der Strahlenbelastung ist falsch und im Endeffekt gefählich!

Warum?
Wenn dieser Vergleich stimmen würde, dann könnte man ja in Afghanistan eine Fotoplatte an der Hand montieren mit dem Flugzeug nach Deutschland fliegen und da das Röntgenbild entwickeln.

Niemand wird glauben, dass das funktioniert.

Dazu ein Beispiel aus einer anderen Disziplin: Mit der Dosis von 5 l Wasser, die aus einer Quelle plätschert kann man sich die Hände waschen. Füllt man diese Dosis von 5 l Wasser in eine Wasserstrahlschneidemaschine, dann kann man sich beide Hände an der Handwurzel abschneiden. Ist nun die Dosis von 5 l Wasser gefährlich oder harmlos? Das entscheide jeder für sich. Aber es hat schon seine Berechtigung, warum ein medizinisch nicht begründetes Röntgen ohne Zustimmung als Körperverletzung gewertet wird.


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 Adamo 4. Jänner 2018 
 

Boris Palmer

hat recht, er ist ein Praktiker. Als Oberbürgermeister von Tübingen ist er tagtäglich mit den Problemen der wahren und falschen Flüchtlinge konfrontiert. Wer seinen Pass wegwirft oder bei seiner Alterangabe lügt, wird als Erwachsener eingestuft. Ist das so falsch? Ich bin beileibe kein Anhänger der Grünen. Aber wo Palmer recht hat, da hat er recht.


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 M.Schn-Fl 4. Jänner 2018 
 

Der Ärztevertreter scheut lediglich Mehrarbeit und Kosten.


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 Rosenzweig 4. Jänner 2018 

Ja - warum nicht auch bei Grünen- Politikern..

noch Zeichen u. Wunder geschehen können..?- wie hier werte(r) @Fink aufmerksam macht!

Auch ich empfinde, diese erneut treffenden Aussagen von Herrn Palmer vorurteilsfrei zu bedenken..-
und wie Sie, werte @Bücherwurm es deuten- jedem Menschen auch Einsicht und “Frontwechsel” zuzugestehen.

Ja ich würde noch ergänzen “echte UMKEHR/ BEKEHRUNG" zu den Christl. Werten u. Glauben niemals auszuschließen!
--
In dieder Offenheit des Herzens verbunden...


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 Kurti 4. Jänner 2018 
 

Ich sehe den Palmer auch als fragwürdig an,

auch wenn er, was dieses Thema angeht, mal richtiger liegt, als seine Parteioberen. Von denen wird er kaum ernst genommen, wenn er solche Aussagen macht, denn die wollen unser Land überfluten, damit alle sich wie Göring-Eckardt sagte, sich in unseren Sozialsystemem wohl fühlen können. Dabei sind die wenigsten überhaupt asylberechtigt. Wenn man nur diese nehmen würde, gäbe es kaum eine Diskussion über das Thema.


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 garmiscj 4. Jänner 2018 

@SpatzInDerHand

Das sind alles Binsenweisheiten was dieser Politiker von sich gibt. Jedes Kind weiß, dass im Bereich Migration zu differenzieren ist, dass es nicht "die Guten" und "die Bösen" gibt. Ich gebe zu, für einen Grünen ist es ja schon toll, wenn er sexuelle Massenübergriffe und Ehrenmorde öffentlich verurteilt. Für den Normalbürger ist dies aber selbstverständlich. Und dass er durch das Zitieren der oben genannten furchtbaren Ausdrücke von irgendwelchen kranken Menschen einsuggerieren will, dass dieses Gedankengut weit verbreitet ist - gleichsam der kategorischen Nazikeule - betreibt er schon wieder die klassische Gesinnungsdiktatur. Ich persönlich finde einfach n i c h t s, wofür man Grüne wirklich loben kann!


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 bücherwurm 4. Jänner 2018 

@freya:

Vielleicht sondiert er ja schon, wie er zu einer anderen Partei wechseln könnte... ;)


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 freya 4. Jänner 2018 
 

@SpatzInDerHand

Es ist nur recht unverständlich, wie man mit solch' einer eher vernünftig anmutenden Lebenseinstellung, noch länger führendes Mitglied bei den Grünen sein kann!


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 Johannes Evangelista 4. Jänner 2018 
 

Er hat Recht.

Deutschland hatte bisher eine hohe Präzision bei der Erfassung der hier lebenden Menschen. Dem sollten sich Migranten nicht entziehen dürfen.


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 SpatzInDerHand 4. Jänner 2018 

@garmiscj: statt Ihrer völlig undifferenzierten Kritik sollten Sie besser loben,

dass Palmer unter den Grünen ein Ausnahmepolitiker ist, der sich nicht den Mund verbieten lässt! Ich persönlich schätze Palmer in vielen (naturgemäß nicht in allen) Aussagen sehr!


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 garmiscj 4. Jänner 2018 

Ein Grüner...

...soll einfach nur still sein. Bei dem Leid, das diese dekadenten Gesinnungsdiktatoren und -innen langfristig über die Gesellschaft bringen.


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 Fink 4. Jänner 2018 
 

Es geschehen Zeichen und Wunder !

1. Ein prominenter Grüner aus DEU schreibt einen Gast-Kommentar auf KATH.NET ! Naa,i glaabs ned !
2. Soviel Realitätssinn, und sowenig Ideologie, und das von einem Grünen !
P.S. Österreich scheint ja jetzt die politisch "bleierne Zeit" hinter sich zu haben. Deutschland steckt noch mitten drin! Noch kein Ende in Sicht!


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