Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  2. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  3. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  4. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  5. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  6. So fühlt sich Nachhausekommen an
  7. Menschenrecht auf Abtreibung?
  8. These: Die Wahrheit steht über der nachdrücklichen Forderung nach Einheit
  9. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  10. Der Stern stört Jerusalem. Epiphanie und die Ruhe der Gewöhnten
  11. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  12. Der Weihnachtsglaube - Sand oder Fels
  13. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  14. Gegen Agenden und Aktivismus: das Kardinalskollegium hält inne
  15. Griechisch-orthodoxe Bischöfe üben scharfe Kritik an EU-Plänen zu Abtreibungsfonds

Kardinal Koch: Kairo-Papstreise bringt neuen ökumenischen Schwung

7. Mai 2017 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Vatikanischer Ökumeneminister: Taufe und Märtyrer wichtiges Fundament - Patriarch Sako: Christen und Muslime in Nahost müssen jetzt den prophetischen Reden des Papstes entsprechen.


Vatikanstadt-Kairo (kath.net/ KAP)
Die ökumenische Beziehung zwischen der katholischen und der koptischen Kirche hat durch das Treffen von Papst Franziskus und Papst-Patriarch Tawadros II. in Kairo einen neuen positiven Schwung bekommen: Das hat der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, im Gespräch mit "Radio Vatikan" hervorgehoben. Koch hatte Franziskus auf seiner Kairo-Reise selbst begleitet.

Der theologische Dialog werde nicht bilateral zwischen dem Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen und der koptisch-orthodoxen Kirche geführt, sagte Koch. Es gebe aber eine große internationale gemischte Kommission zwischen der römisch-katholischen Kirche und allen orientalisch-orthodoxen Kirchen, der auch die koptisch-orthodoxe Kirche angehöre. Dort würden die offenen theologischen Fragen intensiv diskutiert.

Eine solche wichtige offene Frage habe bisher die wechselseitige Anerkennung der Taufe zwischen katholischer und koptischer Kirche betroffen. Dies sei mit der Unterzeichnung eines Dokuments über die Anerkennung der Taufe jetzt in Kairo geklärt worden. Die gegenseitige Anerkennung der Taufe sei "das Fundament der Ökumene", so Koch.


Dass die koptisch-orthodoxe Kirche die katholische Taufe bislang nicht anerkannte, habe laut dem Kurienkardinal zu Problemen geführt, speziell bei Übertritten in die andere Kirche, etwa im Zusammenhang mit Eheschließungen. "Das war - wenn ich das richtig verstehe - eine historische Reaktion auf ein zuvor von katholischer Seite nicht anerkanntes koptisches Taufverständnis." Letzteres habe die katholische Kirche jedoch bereits vor längerer Zeit rückgängig gemacht; nun zog die koptisch-orthodoxe Kirche nach.

Ein weiteres Element der Ökumene betreffe die koptischen Märtyrer. Papst Franziskus hatte Kardinal Koch sofort nach Bekanntwerden der beiden Anschläge auf koptische Kirchen am Palmsonntag nach Ägypten geschickt, um seine Anteilnahme zu bekunden. Die "Ökumene des Blutes" sei einer der zentralen Aspekte der Papstreise nach Kairo gewesen, so Kardinal Koch.

Papst war Türöffner

Papst Franziskus habe mit seinen Gesten und Ansprachen in Ägypten "viele Türen geöffnet: zum Islam, zu den politisch Verantwortlichen und unter den Christen", so die Einschätzung des chaldäisch-katholischen Patriarchen Mar Louis Raphael Sako im Gespräch mit der Nachrichtenagentur "Fides". Zu hoffen bleibe, dass auch die Muslime diese Gelegenheit nutzen und die von der Kirche angebotene Unterstützung annehmen.

Auch Sako war bei der Papstreise vor Ort und ist es weiterhin, als Gast der von der Al-Azhar-Universität organisierten Friedenskonferenz in Kairo. Er habe in den Tagen nach der Rückreise von Franziskus sehen können, "welch großen Eindruck der Besuch des Papstes im ganzen Land hinterlassen hat: Alle waren überrascht und waren sich bewusst, dass etwas Neues geschehen ist."

Die Christen seien zufrieden und auch gewiss, dass der Papstbesuch ein "Trost für alle Christen im Nahen Osten" bedeute. Auch die Muslime seien zufrieden, habe doch der Papst hat mit seinen Schritten und Gesten "alle Erwartungen übertroffen": "Als er zum Beispiel den Großimam Ahmed al Tayyeb lange umarmte und ihn als 'Bruder' bezeichnete", erläuterte der Patriarch. Angesichts der nun geöffneten Türen seien "alle dazu berufen, dafür zu sorgen, dass sie sich nicht wieder schließen", betonte das Chaldäer-Oberhaupt.

Franziskus habe "prophetische Reden gehalten, ohne irgendjemanden zu beschuldigen oder zu verurteilen" und den künftigen gemeinsamen Weg aufgezeigt. Sako: "Der Papst hat getan, was er konnte. Nun sind wir an der Reihe, Christen und Muslime im Nahen Osten". Die Kirchen in den von Gewalt und sektiererischen Strömungen zerrissenen Ländern dürften sich nun nicht in ihrer Routine verschließen. "Sie müssen als prophetische Kraft auftreten und sich in den Dienst der Aussöhnung, der Reformen und des Einsatzes für die gemeinsamen Rechte stellen", so der Patriarch.

Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten
Foto Kardinal Koch © kath.net/Petra Lorleberg


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ökumene

  1. „Mit den beiden Lungenflügeln atmen“, singen und beten
  2. Papst veröffentlicht Schreiben zur Einheit der Christen
  3. Der Augenblick Gottes: Die Begegnung von Papst Paul VI. und Patriarch Athenagoras
  4. Die Ost- und Westkirche – „Schwesterkirchen“ - Die Brüder Andreas und Petrus treffen sich
  5. „Brückenbauer für die Einheit der Christen“
  6. "Einstellung von Patriarch Kyrill irritiert und erschüttert!"
  7. Kardinal Koch: Papstreise war Gewinn für Ökumene
  8. Churer Bischof Bonnemain möchte ‚Konfessionelle Eigenarten’ zugunsten der Ökumene ‚redimensionieren’
  9. Protest lehramtstreuer Katholiken: ‚Das kann nicht die echte Ökumene sein’
  10. Hartl: „Was Einheit unter Christen bedeutet“






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  3. "Beten wir gemeinsam für die kommende Welle!"
  4. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  5. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  6. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  7. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  8. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  9. Australischer Forscher Andrew Lowenthal analysiert Zensur in Deutschland
  10. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  11. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  12. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  13. Ich bin Staatsanwältin – und ich bete
  14. Menschenrecht auf Abtreibung?
  15. Gott schütze Venezuela!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz