Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  2. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  3. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  4. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  5. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  6. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  7. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  8. Die große Täuschung
  9. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“
  10. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  11. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  12. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  13. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  14. Medienkrise verschärft sich: Dramatische Auflagenverluste für Tageszeitungen in Deutschland
  15. Hunderte Einsprüche gegen Pfarrauflösung in der Diözese Linz - Keine Antworten aus Rom

Wenn Gott verschwindet, droht auch aus anderen Gründen Gefahr

25. Dezember 2016 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


kath.net dokumentiert die Predigt von Diözesanbischof Klaus Küng am Christtag


St. Pölten (kath.net)

Liebe Brüder und Schwestern!

Am Weihnachtstag hören wir alljährlich als Hinführung zum Festgeheimnis die Worte des Propheten: „Wie willkommen sind auf den Bergen die Schritte des Freudenboten, der Frieden ankündigt, der eine frohe Botschaft bringt und Rettung verheißt, der zu Zion sagt: Dein Gott ist König“ und weiter unten: „Brecht in Jubel aus, jauchzt alle zusammen, ihr Trümmer Jerusalems! Denn der Herr tröstet sein Volk, er erlöst Jerusalem (1. Lesung). Alle diese Worte haben eine tiefe Bedeutung und verweisen auf einen wesentlichen Aspekt des Weihnachtsfestes.

In einer seiner berühmten Weihnachtspredigten gelangt Papst Leo der Große zur Folgerung: „Christ, erkenne deine Würde! Du bist der göttlichen Natur teilhaftig geworden.“ Ähnlich heißt es im Tagesgebet: „Allmächtiger Gott, du hast den Menschen in seiner Würde wunderbar erschaffen und noch wunderbarer wiederhergestellt. Lass uns teilhaben an der Gottheit deines Sohnes, der unsere Menschennatur angenommen hat.“

Diese Worte sind auf uns bezogen. Es handelt sich um etwas sehr Zentrales im Leben jedes Menschen.

Den gleichen Zusammenhang, aber von der anderen Seite, drückt ein zeitgenössischer Schriftsteller aus: „Wenn Gott verschwindet, verschwindet der Mensch“.

Der Mensch neigt dazu zu vergessen, dass sein Leben gottbezogen ist. Dabei besteht die Tragödie vieler Menschen gerade darin, dass sie so leben als gäbe es keinen Gott. So geraten sie in eine Enge, aus der sie nicht herausfinden, sofern sie nicht Gott entdecken oder wenn sie den Glauben an Gott abblocken.


Aber auch gläubige Menschen müssen ihr Herz immer wieder zentrieren. Es kann ein Problem entstehen, wenn sie sich unbedacht und maßlos einer Aufgabe zuwenden, vielleicht eine Zeitlang viel Gutes tun, aber übersehen, dass man nicht Raubbau treiben darf. Wenn die Seele oder der Leib oder beides über längere Zeit zu kurz kommen, dann kann es passieren, dass auf einmal alle Ressourcen erschöpft sind und sie sagen müssen: Ich kann nicht mehr. Die Pflege der Beziehung zu Gott spielt dabei oft eine ganz wesentliche Rolle.

Wenn Gott verschwindet, droht auch aus anderen Gründen Gefahr. Jeder Mensch wird nicht mehr als einzigartiges Abbild Gottes gesehen, sondern er wird ein Machbarkeits-, ein Kosten- und Nutzenfaktor. Man könnte hier viele Beispiele bringen. Es ist eine der Gefährdungen der Naturwissenschaften, insbesondere der Medizin. Sie hat sich in der Zeit der Aufklärung von den anderen Geisteswissenschaften, insbesondere von Theologie und Philosophie abgekoppelt. Durch die Anwendung der naturwissenschaftlichen Methoden, bei denen ausschließlich das Messbare, Nachweisbare Grundlagen der Forschung sind, hat sie zwar ohne Zweifel riesige Fortschritte erzielt, aber sie läuft Gefahr, die Ganzheitlichkeit des Menschen zu übersehen. So werden ethische Erwägungen nicht beachtet und so kommt es, dass z. B. naheliegend und vernünftig scheint, bei jedem Verdacht auf Behinderung Schwangerschaften zu beenden, so als ginge es um ein krankes Glied, das man abtrennt, oder es wird Beihilfe zum Suizid geleistet, wenn das, was man heute als „Lebensqualität“ ansieht, nicht mehr gegeben ist.

Weihnachten ist hier Antwort. Sie lässt ein helles Licht aufstrahlen: Aus dem Gesicht eines Kindes, besser gesagt, aus dem Geheimnis Gottes, der ein Kind geworden ist und in einer ärmlichen Krippe liegt. Dieses Licht spiegelt sich auch im Blick seiner Mutter und des staunenden Josef, auch der Hirten, ja sogar der Tiere.

Das Ereignis von Weihnachten führt uns in der tiefst möglichen Weise die Schönheit und die Bedeutung des menschlichen Lebens vor Augen.

Athanasius hat es so erklärt: „Gott hat sich zum Träger des Fleisches gemacht, damit wir Träger des Geistes werden.“ Und Meister Ekkehart: „Er ist Mensch geworden, auf dass Gott in deiner Seele geboren werde und deine Seele in Gott.“ Edith Stein beleuchtet einen etwas anderen Aspekt, wenn sie sagt: „Die Gnade ist der Geist Gottes, der zu uns kommt, sie ist die zu uns herabsteigende göttliche Liebe.“

Wir können aber auch die Worte des Festtagsevangeliums selbst hernehmen: „Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.“ Er, der Mensch gewordene Gott, Christus, befähigt uns, den Weg zum Vater zu finden, den Weg zu dem, der uns erschaffen hat, der unser Ursprung ist, der Schlüssel für unsere Selbsterkenntnis und für das Verständnis dessen, was der Mensch ist. So wird auch die eigene Berufung offenbar und damit verbunden die eigene Würde, die Würde jedes Menschen mit seiner Einmaligkeit und Geistigkeit. Es ist die Erklärung des Lebens, dessen Urheber und Ziel Gott ist. Besonders schön sind in diesen Zusammenhängen die Gedanken der vor kurzem heiliggesprochenen Karmelitin Elisabeth von der Dreifaltigkeit. Von ihr stammt unter anderem das Wort: „Die Dreifaltigkeit ist unsere Wohnung, unser Zuhause, das Vaterhaus, das wir niemals verlassen dürfen.“

Mit Gott verbunden leben lernen, dazu führt Weihnachten. Zugleich öffnet sich damit der Weg zum inneren Frieden, zur Freude, zu einem Optimismus, der in Gott gründet; auch zur Ehrfurcht vor dem Leben.

Weihnachten ist daher an uns eine Einladung, wirklich inne zu halten vor der Krippe, hinzuschauen auf dieses Kind, das in Windeln gewickelt in der Krippe liegt, auch auf Maria und Josef, die es mit Hingabe begleiten, und auf die Hirten, die es anbeten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Weihnachten

  1. „Das Wort ist Fleisch geworden – Dieser Satz ist Abgrund und Gipfel zugleich“
  2. „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“
  3. Das Epiphanie-Fest – Erscheinung Gottes in der Zeit
  4. Fest der Heiligen Familie – „Gott wohnt unter uns – und geht mit uns“
  5. „Driving home for Christmas“ – Nun ist Chris Rea auf dem Weg in seine ewige Heimat
  6. ‚Urbi et Orbi‘ 2025: Weihnachten - Geburt des Friedens
  7. Der Friede begann zu weinen. Weihnachten - die Gegenwart Gottes im verletzlichen Fleisch
  8. Wenn Gott Mensch wird. Die angebrochene Morgenröte des neuen Tages
  9. Stille Nacht, Heilige Nacht
  10. Gottesgeburt in der Seele






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  3. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  7. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  8. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken
  9. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  10. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  11. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  12. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  13. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  14. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit
  15. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz